Erster Trainerwechsel in der Fußball-Bundesliga 2025/26: Wer muss zuerst gehen?

Ist seine Zeit in Gladbach bald vorbei? Gerardo Seoane muss in dieser Saison liefern.
Christoph Reichwein/dpaDie Bundesliga-Saison 2025/26 steht in den Startlöchern, und wie jedes Jahr stellt sich die Frage: Welcher Trainer wird als Erster seinen Posten räumen müssen? Einige Trainer gehen mit einem großen Vertrauensvorschuss in die neue Spielzeit, während andere bereits unter Druck stehen.
In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den heißesten Kandidaten für einen frühen Trainerwechsel.
Platz 6: Erik ten Hag (Bayer Leverkusen)
Bei Bayer Leverkusen übernimmt der Niederländer ein äußerst schwieriges Erbe: Nachfolger von Xabi Alonso zu sein, ist wohl eine der härtesten Aufgaben, die man aktuell im deutschen Fußball antreten kann. Erschwert wird die Situation dadurch, dass die Werkself mehrere Leistungsträger verloren hat und sich mitten in einem größeren Umbruch befindet. Topstar Florian Wirtz hinterlässt nach seinem Abgang zum FC Liverpool eine kaum zu füllende sportliche Lücke. Trotz dieser Herausforderungen bleiben die Ansprüche nach den erfolgreichen Jahren hoch – ten Hag wird also sofort Ergebnisse liefern müssen.
Auftaktgegner:
- 1. Spieltag: Hoffenheim (H)
- 2. Spieltag: Bremen (A)
- 3. Spieltag: Frankfurt (H)
Platz 5: Horst Steffen (Werder Bremen)
Horst Steffen ist in diesem Ranking nicht ganz oben zu finden, weil Werder Bremen nicht dafür bekannt ist, seine Trainer schnell vor die Tür zu setzen. Dabei ist der Nachfolger von Ole Werner durchaus eine spannende Verpflichtung – schließlich hat Steffen in Elversberg hervorragende Arbeit geleistet. Doch nun herrschen andere Erwartungen. Die Bremer peilen erneut einen Platz in der oberen Tabellenhälfte an – ein ambitioniertes Ziel, zumal mit Marvin Ducksch ein Schlüsselspieler den Verein verlassen hat. Auch Romano Schmid ist nicht mehr dabei, und dass Jens Stage seine 15 Scorerpunkte aus der Vorsaison noch einmal wiederholt, ist eher fraglich.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Saisonstart bereits missglückt ist: Das Pokal-Aus gegen Bielefeld war ein herber Rückschlag. Zudem wartet mit Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen gleich zu Beginn ein schweres Auftaktprogramm. Nach einem kniffligen Auswärtsspiel in Gladbach folgen mit dem SC Freiburg und dem FC Bayern zwei weitere schwere Gegner.
Auftaktgegner:
- 1. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A)
- 2. Spieltag: Bayer Leverkusen (H)
- 3. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A)
Platz 4: Ole Werner (RB Leipzig)
Ole Werner hat bei Werder Bremen zweifellos solide Arbeit geleistet, doch ob er der passende Trainer für RB Leipzig ist, bleibt fraglich. In Bremen arbeitete er in einem vergleichsweise ruhigen Umfeld, während in Leipzig ein Umbruch die Situation prägt. Leistungsträger könnten gehen, während junge Talente wie Assan Ouédraogo auf den Durchbruch drängen. Hier wird sich zeigen, ob Werner das nötige Händchen für ihre Weiterentwicklung hat. Zudem ist die RB-Philosophie mit klaren Vorstellungen vom Spielstil tief im Klub verankert. Gelingt es Werner nicht, diese DNA wieder auf den Platz zu bringen, dürfte seine Aufgabe schnell schwierig werden.
Auftaktgegner:
- 1. Spieltag: Bayern München (A)
- 2. Spieltag: Heidenheim (H)
- 3. Spieltag: Mainz (A)
Platz 3: Steffen Baumgart (Union Berlin)
Nach der enttäuschenden Vorsaison hoffen die Fans an der Alten Försterei auf einen deutlichen Aufschwung. Ein holpriger Saisonbeginn mit nur wenigen Punkten liegt jedoch im Bereich des Möglichen, denn einfach wird der Start nicht: In den ersten sechs Partien trifft Union auf Stuttgart, Dortmund, Frankfurt und Leverkusen – allesamt Mannschaften mit internationalen Ansprüchen. Sollten dann auch noch die vermeintlich machbaren Heimspiele gegen Hoffenheim oder den HSV daneben gehen, könnte der Druck auf Steffen Baumgart rasch spürbar wachsen.
Auftaktgegner:
- 1. Spieltag: Stuttgart (H)
- 2. Spieltag: Dortmund (A)
- 3. Spieltag: Hoffenheim (H)
Platz 2: Christian Ilzer (TSG 1899 Hoffenheim)
Die vergangene Saison der TSG Hoffenheim verlief alles andere als überzeugend. Nach dem schwachen Start übernahm Christian Ilzer, doch auch unter ihm blieb die Trendwende weitgehend aus. Am Ende rettete sich die TSG nur, weil drei andere Teams noch schlechter abschnitten. Mit Frankfurt und Leverkusen warten gleich zu Saisonbeginn zwei schwere Gegner auf die TSG, während Ilzer mit einem Punkteschnitt von 0,93 kaum Vertrauen für die neue Spielzeit aufbauen konnte. Stattdessen steht er sofort unter Druck.
Auftaktgegner:
- 1. Spieltag: Leverkusen (A)
- 2. Spieltag: Frankfurt (H)
- 3. Spieltag: Union Berlin (A)
Platz 1: Gerardo Seoane (Borussia Mönchengladbach)
Gerardo Seoane überstand zwar die vergangene Saison trotz kritischer Stimmen, wirklich überzeugend war sie für Borussia Mönchengladbach jedoch nicht. Sportlich knüpfte die Fohlen-Elf im DFB-Pokal zuletzt mit einem mühsamen 3:2-Sieg in der 1. Runde gegen Delmenhorst an die durchwachsene Vorsaison an. Zwar hielt die Mannschaft lange gut mit, am Ende brach sie jedoch ein. Platz zehn und 45 Punkte zeigen zwar eine kleine Steigerung, aber keinen klaren Schritt nach vorn. Besonders schwer wiegt, dass Top-Stürmer Tim Kleindienst verletzungsbedingt zum Saisonstart ausfällt. Insgesamt droht eine schwierige Saison. Zusätzliche Unruhe brachte zuletzt das Neuhaus-Video, das bereits auf Spannungen im Umfeld hindeutet – keine ideale Ausgangslage für Seoane.
Auftaktgegner:
- 1. Spieltag: Hamburg (H)
- 2. Spieltag: Stuttgart (A)
- 3. Spieltag: Bremen (H)
Rückblick: Dieser Trainer musste in der letzten Saison zuerst gehen
Der erste Trainerwechsel der abgelaufenen Bundesliga-Saison 2024/25 ereignete sich beim VfL Bochum. Dort musste Peter Zeidler am 20. Oktober 2024 seinen Hut nehmen, nachdem die Mannschaft nach sieben Spieltagen lediglich einen Punkt geholt und zudem das frühe Aus im DFB-Pokal verkraften musste. Die Verantwortlichen sahen angesichts des letzten Tabellenplatzes keine sportliche Entwicklung mehr und entschieden sich, den Trainerposten neu zu besetzen, um im Abstiegskampf rechtzeitig gegensteuern zu können.
Nach der Entlassung von Zeidler übernahmen zunächst Markus Feldhoff und Murat Ural gemeinsam als Interimstrainer das Ruder. Kurze Zeit stellte der VfL Dieter Hecking als neuen Cheftrainer vor. Doch auch der erfahrene Coach konnte den Abstieg des Traditionsvereins aus der Bundesliga nicht mehr verhindern.
Ihr wollt weitere News und aktuelle Infos aus der Sportwelt? Besucht hierfür unsere Themenseite „Sport-Mix“ auf swp.de.
