Alexander Zverev: Nach Vorwürfen wegen Körperverletzung – so lief das Verfahren damals

Bei der letzten Austragung der French Open musste sich Alexander Zverev gegen einen Strafbefehl verteidigen.
Alberto Gardin/ZUMA Press Wire/dpaDie French Open 2025 finden aktuell in Paris statt. Auch das deutsche Tennis-Aushängeschild Alexander Zverev ist wieder mit dabei, der im Gegensatz zur letzten Teilnahme mit einem freieren Kopf in Frankreich spielen dürfte. Denn es ist nun knapp ein Jahr her, dass das Amtsgericht Berlin-Tiergarten den Körperverletzungsprozess gegen den deutschen Tennisprofi Alexander Zverev eingestellt hat. Hintergrund der Entscheidung war eine außergerichtliche Einigung. Zverev musste dennoch insgesamt 200.000 Euro bezahlen. Mit der Überweisung des Geldes wurde das Verfahren damals eingestellt.
Das wurde Zverev damals vorgeworfen
Dem 27-jährigen Zverev wurde in der Anklageschrift vorgeworfen, seine ehemalige Freundin Brenda Patea im Mai 2020 bei einem heftigen Streit gegen eine Wand gedrückt und mit beiden Händen gewürgt zu haben. Zverev bestritt dies, es stand Aussage gegen Aussage.
Das Amtsgericht erließ in der Sache im Oktober 2023 Strafbefehl gegen Zverev und setzte eine Geldstrafe von 450.000 Euro fest. Da Zverev anschließend Einspruch gegen den Strafbefehl einlegte, kam es zum Prozess vor dem Amtsgericht. Seine Verteidigung wies den Vorwurf in dem am 31. Mai 2024 begonnenen Verfahren zurück. Dieser fuße nur auf Behauptungen, sei nicht belastbar und widersprüchlich, sagte Zverevs Rechtsanwalt damals.
Zverev und Patea wollte Konflikt friedlich lösen
Die Entscheidung zur Einstellung erfolgte am dritten Prozesstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft. Alle Prozessbeteiligten — also auch Zverev und seine frühere Partnerin — stimmten dem zu. Ausschlaggebend für den Antrag der Anklage war laut Gericht, dass Patea zum Ausdruck gebracht habe, das Verfahren nicht führen zu wollen. Zuvor habe es die außergerichtliche Einigung mit Zverev gegeben.
Der Sprecherin des Amtsgerichts zufolge kamen Zverev und Patea zu der Auffassung, im Sinn ihres gemeinsamen Kinds den Konflikt friedlich lösen zu wollen. Einem solchen Anliegen wollte sich das Gericht nicht entgegenstellen. Nach Angaben der Gerichtssprecherin flossen von den 200.000 Euro 50.000 Euro an einen Sammelfonds für gemeinnützige Einrichtungen, der Hauptteil in Höhe von 150.000 Euro ging an die Staatskasse.
Verteidigung stellt fest: "Einstellung beinhaltet keine Schuldfeststellung"
Zverevs Verteidigerinnen erklärten, der Tennisprofi habe „vor allem im Interesse des gemeinsamen Kinds“ der Einstellung zugestimmt. „Die Einstellung beinhaltet keine Schuldfeststellung und kein Schuldeingeständnis — die gesetzliche Unschuldsvermutung bleibt unberührt.“
Zverev war bei der Bekanntgabe der Entscheidung nicht anwesend. Er war zu der Zeit in Paris, wo er am frühen Abend im Halbfinale bei den French Open auf den Norweger Casper Ruud traf.
Zverev und Patea waren fast ein Jahr ein Paar
Brenda Patea lernte Alexander Zverev im Jahr 2019 in Paris kennen und waren fast ein Jahr lang lieert. Als sich das Paar schließlich trennte, war Patea bereits schwanger. Das gemeinsame Kind, Tochter Mayla, kam im Frühjahr 2021 zur Welt. Größere Bekanntheit erlangte Patea, als sie 2017 bei „Germany’s Next Topmodel“ teilnahm.
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