Tübinger Erbelauf
: Fit für den Altstadt-Klassiker: Alle Infos für den 21. September

Rekordbeteiligung bei der 32. Auflage: Über 4.300 Leute wetzen mit – und einer jettet aus Japan direkt von der Weltmeisterschaft nach Tübingen.
Von
Hansjörg Daniel Lösel
Tübingen
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Laufen / Leichtathletik Stadtlauft / Erbelauf 2024: Vorsicht: Dieses Foto ist möglicherweise nur für den einstigen Verlag Schwäbisches Tagblatt verwendbar. Laufen / Leichtathletik Stadtlauft / 31. Erbelauf 2024  15.09.2024 
Hauptlauf, Laeuferfeld in der Wilhelmstrasse, Schmuckbild
FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer 
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Hochbetrieb in der Wilhelmstraße: „Tübingen ist einfach eine Lauf-Bubble, das spüren wir“, sagt Jan Haller, Race Director beim Erbelauf.

Archiv / Markus Ulmer
  • Tübinger Erbelauf am 21. September: Rekord mit über 4.300 Teilnehmenden erreicht.
  • Strecken unverändert: Hauptlauf 10 km, Schülerläufe 700 m, Handbike-Challenge mit 33 Startern.
  • Favoriten: WM-Starter Frederik Ruppert und Eva Dieterich streben Siege trotz Jetlag an.
  • Sozialpartner: Spendenaktion für „Clowns im Dienst“ und virtueller Charity-Run ab 14. September.
  • 400 Helfende, Musikgruppen und Tanz sorgen für Stimmung – Training läuft das ganze Jahr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn am Sonntag, 21. September, der Startschuss zur 32. Auflage des Tübinger Erbelaufs fällt, haben die Organisatoren um Renn-Direktor Jan Haller bereits einen Marathon hinter sich. „Die Vorbereitungsphase war intensiv, einen Monat nach dem Lauf 2024 ging es schon los“, sagt Haller. Doch auch in diesem Jahr purzeln wieder die Rekorde: „Tübingen ist einfach eine Lauf-Bubble, das spüren wir“, sagt der Renn-Direktor. Die wichtigsten Fakten zum Altstadt-Klassiker auf einen Blick:

Die Startplätze: Rien ne va plus! Nichts geht mehr, seit Montag ist das Feld komplett ausgebucht.  Die Rekordzahlen des Vorjahrs wurden erneut gesteigert: Über 4300 Leute wollen in den verschiedenen Läufen mitwetzen, und noch immer melden sich Kurzentschlossene. Denen muss Haller jedoch absagen: „Das ist einerseits sehr schade, andererseits ist diese Resonanz auch eine schöne Bestätigung und signalisiert, dass wir vieles richtig gemacht haben.“

Unveränderte Strecken: Never change a running system!  Am bewährten Kurs durch die Altstadt wird nicht gerüttelt. Der Hauptlauf führt erneut über drei Runden und somit 10 Kilometer, im Jeder-Kann-Run geht es über rund 3,3 Kilometer und bei den Schüler- und Jugendläufen warten 700 Meter auf den Nachwuchs. Die tummeln sich auf der Wilhelmstraße, während die große Runde wie im Vorjahr übers Lustnauer Tor zum Holzmarkt, dann über den Marktplatz und durch den Fußgängertunnel auf dem „Blauen Band“ zum Bahnhof führt. „Bei der Terrasse im Café am See haben wir die engste, Stelle“, sagt Haller, „und damit wir auf die 10 Kilometer kommen, gibt es auch wieder die Schlinge am Uhlanddenkmal“. Von der Uhlandstraße geht es dann über die Eberhardsbrücke und Mühlstraße zurück zum Start-Ziel-Bereich am Geschwister-Scholl-Platz.

Die Favoriten: Vorjahressieger RIchard Ringer kann seinen Titel nicht verteidigen, er läuft den Marathon bei der Weltmeisterschaft. Ebenfalls in Japan dabei ist LAV-Aushängeschild Frederik Ruppert. Der Hindernisläufer hat mit dem Sieg bei der Diamond League und dem Deutschen Rekord bereits ein Fabel-Jahr hinter sich, will dennoch unbedingt in Tübingen starten und fliegt direkt nach dem WM-Endlauf ab. „Wie schnell er dann mit Jetlag laufen kann, muss man sehen“, sagt Jan Haller. Somit könnte auch Maximilian Thorwirth bei seinem Heimspiel Chancen auf seinen dritten Sieg in Tübingen nach 2022 und 2023 haben. Bei den Frauen ist ebenfalls eine WM-Starterin dabei: Eva Dieterich kann  nach ihren Erfolgen 2023 und 2024 den Hattrick schaffen und würde dann mit den bisherigen Rekordsiegerinnen Simret Restle (Frankfurt) und Leah Malot (Kenia) gleichziehen, die ebenfalls dreimal in Tübingen gewonnen haben. Aus der Trainingsgruppe von Isabelle Baumann sind zudem die frühere Hallen-Europameisterin Hanna Klein und Hindernis-Senkrechtstarterin Adia Budde dabei.

BG Handbike-Challenge: 33 Anmeldungen für die verschiedenen Kategorien der Hand- oder Adaptivbikes sind ebenfalls ein Rekord. Um das Altstadt-Pflaster zu umgehen, flitzen die Renn-Rollstühle wie in den Vorjahren in ihrer Runde über den Stadtgraben und legen auf der Wilhelmstraße einen U-Turn hin.

Anwohner-Infos und Sperrungen: Besonders betroffen sind die Bewohner des Österbergs, für die wie in den Vorjahren am Renn-Sonntag eine Behelfs-Zufahrt im Einbahn-Verkehr über die Untere Halden organisiert ist. „Wir sind den Anwohnern und der Stadt extrem dankbar“, sagt Haller, „wir wissen, dass es eine Belastung ist.“ Sein Rat an alle, die nicht selbst mitlaufen: „Zuschauen und Anfeuern!“

Sozialpartner: Clowns im Dienst.  Seit einem Vierteljahrhundert zaubern die Clowns im Dienst den Patientinnen und Patienten in Tübinger Kliniken ein Lächeln in die Gesichter. Pünktlich zu ihrem 25-jährigen Bestehen sind die Clowns im Dienst Sozialpartner des Erbelaufs. Das Spendentor steht erneut in der Mühlstraße, für jeden Durchlauf gibt es eine freiwillige Spende.

Virtual Charity Run: Schon am 14. September fällt im Netz der Startschuss für den virtuellen Spendenlauf. Wer sich auf der Homepage (www.tuebinger-erbe-lauf.de) registriert, kann bis 20. September Meter machen für den guten Zweck. Hauptsponsor Erbe spendet für jeden gelaufenen Kilometer 50 Cent an die Organisation „Ärzte Ohne Grenzen“.

Helfende Hände: Ohne sie läuft gar nichts. Ob bei der Startnummernausgabe, an den Verpflegungsständen oder als Streckenposten: Freiwillige machen das Rennen erst möglich. „Unser Team ist unfassbar“, sagt Haller. Rund 20 Helfergruppen sind am Start, insgesamt packen 400 Leute mit an. Viele Helferinnen und Helfer stellt die LAV, aber auch Vereine aus anderen Bereichen und Einzelpersonen sind dabei. Auch zahlreiche Musikanten haben sich schon angekündigt, Trommelgruppen und DJs machen den Läuferinnen und Läufern Beine. Dazu wirbelt wieder die Tanzgruppe „Schleudergang“ auf der Wilhelmstraße.

Vorbereitungstraining: Erbelauf das ganze Jahr. Eine echte Eigendynamik entwickelt hat die Trainingsgruppe, die sich erneut unter Anleitung von Marathon-Spezialist Anthony Tomsich und Olympiasieger Dieter Baumann auf den Erbelauf vorbereitet hat. In 12 Wochen machen die Coaches auch Anfänger fit für 10 Kilometer. „An schlechten Tagen kommen 40 Leute, sonst sind es regelmäßig 60 bis 80“, sagt Haller. Neben zwei gemeinsamen Läufen pro Woche gibt es Extras, etwa Ernährungsberatungen und Kochkurse, dazu sorgt ein regelmäßiger Newsletter für Teamspirit. Mit der Folge, dass der (kostenlose) Lauftreff auch nach dem Rennen einfach weitergeht, immer montags um 18.30 Uhr ist Treffpunkt im Stadion an der Europastraße. Das ganze Jahr über wächst so die Community zusammen: „Wir versuchen, mehr als nur Laufen zu bieten“, sagt Haller.

Zur Person: Race-Director Jan  Haller

Als Nachfolger von Judith Wais beim Tübinger Erbelauf führte Jan Haller 2024 erstmals Regie als Race Director. Der 29-Jährige stammt aus Stuttgart, kam aber schon vor 13 Jahren nach Tübingen, wo er mit seiner Frau wohnt. Nach einer Schreiner-Lehre arbeitete Haller in den USA, ehe er für sein Bachelor-Studium (Produktdesign) in die Heimat zurückkehrte. In Heilbronn macht Haller derzeit seinen Master-Abschluss in Marketing. Und auch 2026 soll noch lange nicht Schluss sein für den Race Director: „Ich  habe ja gerade erst angefangen, mir schwirren noch viele Gedanken und Ideen für diese Veranstaltung durch den Kopf“, sagt Haller.