Leichtathletik-Diamond-League: Wahl-Tübinger Cameron Myers nach Gesamtsieg in Brüssel beschimpft

Das Strahlen des Siegers: Der von Medien auch mal als australisches Wunderkind bezeichnete Mittelstreckenläufer Cameron Myers holt den Gesamtsieg über 1500 Meter in der Diamond-League. Die Grundlagen dafür legte der 20-Jährige auch auf den Tartanbahnen in Tübingen, wo er den Sommer über wohnt und im städtischen Stadion sowie im Uni-Stadion trainiert.
Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa- Cameron Myers gewann das Diamond-League-Finale über 1500 Meter in Brüssel in 3:30,14 Minuten.
- Der 20-Jährige lebt im Sommer in Tübingen und trainiert im städtischen Stadion sowie im Uni-Stadion.
- Im Schlussspurt siegte er vor Phanuel Kipkosgei Koech und Ethan Strand – Prämie: 60.000 US-Dollar.
- Myers beschrieb ein zunächst hohes Tempo, dann langsamer, Lücke genutzt und durchgezogen.
- Jakob Ingebrigtsen wurde Vierter, schimpfte über „einen Haufen Feiglinge“ und kündigte Revanche an.
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In einem taktischen Rennen setzte sich der Australier Cameron Myers (20) am Wochenende im 1500-Meter-Lauf beim Finale der Diamond-League durch und feierte den Gesamtsieg. Nach 3:30,14 Minuten überquerte er die Ziellinie beim Leichtathletik-Meeting „Memorial van Damme“ im Brüsseler König-Baudouin-Stadion. Myers, der im Sommer in Tübingen seine Niederlassung hat, setzte sich im Schlussspurt vor Phanuel Kipkosgei Koech (Kenia) und Ethan Strand (USA) durch. Damit beendete Myers alle seine diesjährigen Rennen über 1500 Meter unter 1:31 Minuten.
Neben dem Diamanten-Pokal durfte er sich auch über die unter anderem in seiner Disziplin verdoppelte Siegprämie in Höhe von 60.000 US-Dollar freuen. „Es ist ziemlich cool als Erinnerungsstück so eine Trophäe zu haben“, sagte Myers in einem Video-Interview mit dem Veranstalter. „Ich bin super glücklich.“ Den Rennverlauf beschrieb der 20-Jährige so: „Ich habe mich gut gefühlt. Das Tempo schien zunächst ziemlich schnell. Dann sind wir in der dritten Runde langsamer geworden. Ich hatte überlegt, auf der Gegengeraden anzugreifen, aber das war nicht nötig. Also habe ich einfach so lange wie möglich gewartet, eine Lücke tat sich auf und die konnte ich nutzen.“

Jakob Ingebrigtsen macht die Führungsarbeit in Brüssel, der Kenianer Phanuel Kipkosgei Koech (links) und Cameron Myers (rechts leicht verdeckt) lauern.
Imago/GvgJakob Ingebrigtsen wettert: „Ein Haufen Feiglinge“
Vor allem dem zweifachen norwegischen Olympiasieger Jakob Ingebrigtsen (25) passte das allerdings gar nicht. Er landete am Ende auf Rang 4 und wetterte danach: „Ich bin gegen einen Haufen Feiglinge angetreten“, maulte Ingebrigtsen mehreren Medienberichten zufolge in einem Interview mit dem norwegischen Fernsehsender „NRK“. „Ich gebe mein Bestes und laufe, um zu gewinnen, aber ich bin nicht stark genug. So ist es im Moment eben. Aber verdammt noch mal, was für eine Gruppe von Verlierern!?“
Auch der Tempomacher bekam sein Fett weg von Ingebrigtsen, der dieses Jahr von Achillessehnen-Problemen geplagt war: „Der Tempomacher macht vor mir einen beschissenen Job. Die anderen sind im Moment viel besser als ich, aber meine Güte. Und dann kommen sie einfach, wenn noch 50 Meter übrig sind.“
Ingebrigtsen kündigte großspurig Revanche an: „Ich freue mich schon wahnsinnig darauf, in ein paar Monaten zurückzukommen“, sagte der Norweger, der jüngst bei der Europameisterschaft in Birmingham über 5000 Meter den Titel geholt hat. „Dann werde ich alle in Grund und Boden laufen.“


