Jahresrückblick für die Neckar-Alb-Region: Leichtathletik, Fußball und Co. – die sportlichen Highlights 2024

Der FC Rottenburg feierte Meisterschaften und Pokalsieg, Hanna Klein hatte zu kämpfen und Topscorer Kenny Cooper ist das neue Gesicht der Tigers Tübingen.
Eibner-Pressefoto/Michael Memmler/Wolfgang Frank/Axel Grundler- Sportliche Highlights 2024 in der Neckar-Alb-Region: FC Rottenburg feierte Erfolge, TV Rottenburg verzichtet auf Erstliga-Aufstieg.
- TSV Hirschau gewinnt erstmals Tübinger Hallenfußball-Stadtpokalturnier.
- TuS Metzingen Handballerinnen holen erstmals den DHB-Pokal.
- Tigers Tübingen steigen nach nur einer Saison wieder in die 2. Bundesliga ab.
- LAV Stadtwerke Tübingen dominieren national, scheitern international.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zweitligist TV Rottenburg verzichtet auf die Erstliga-Rückkehr
Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg aus der dritten Liga haben die Volleyballer des TV Rottenburg den zweiten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga erreicht. Die „Vize-Meisterschaft“ hätte den Rottenburgern sogar erlaubt, in die 1. Bundesliga aufzusteigen, da sie als einziges Team aus der 2. Bundesliga Süd an der Vorlizenzierung teilgenommen haben. Allerdings hatte der TVR schon zuvor bekanntgegeben, nur als Meister das Aufstiegsrecht auch wahrzunehmen – und der Club hielt sich auch daran.
Den Verbandspokal gewann Rottenburg zum dritten Mal in Serie. Diesmal besiegte er Ligakonkurrent Barock Volleys MTV Ludwigsburg. Auch den Regionalpokal gewann der TVR wie im Vorjahr. Wie zuvor verpasste er aber den DVV-Pokal-Einzug, diesmal verlor er gegen Südwest-Regionalpokalsieger Kriftel.

Der TV Rottenburg beim Spiel gegen Bühl im April.
IMAGO/ULMERJanuar
- Einen Premierensieger gibt es beim Tübinger Hallenfußball-Stadtpokalturnier: Erstmals in der Turniergeschichte gewinnt der TSV Hirschau das Aktiven-Männer-Turnier. Bei den Frauen dominiert wieder der TV Derendingen.
- Nach über einem Jahrzehnt haben es die Aktiven-Fußballer des SV Nehren wieder geschafft: Nach einem 2:0-Sieg in der Verlängerung im Finale gegen die TSG Tübingen II gewinnen sie das 39. TAGBLATT-Hallenfußballturnier in Mössingen.
- 13 Jahre lang haben die Tübinger Basketballer kein Derby mehr gegen Ulm gewonnen. Am 27. Januar gelingt den Tigers dann ein Coup: Mit 97:76 und erstmals überhaupt in Ulm gewinnen sie beim Deutschen Meister.
Februar und März
- Bis ins Achtelfinale der Deutschen Meisterschaft in Bielefeld schafft es Nadja-Christine Reihle von der Spvgg Mössingen. Auch für den aus Tübingen stammenden David Kramer ist das Achtelfinale Endstation.
- Die Königin der Straße ist Lisa Merkel von der LAV Stadtwerke Tübingen: Bei der Deutschen Meisterschaft über 10 Kilometer in Leverkusen holte sie gleich drei Titel. Merkel siegte in der U23-Wertung und gewann mit ihren Teamkolleginnen Eva Dieterich und Hanna Gröber bei den Frauen, mit Linda Meier und Pia Sczymanowski bei der U23.
- Erstmals in der Vereinsgeschichte gewinnen die Handballerinnen der TuS Metzingen den DHB-Pokal. In Stuttgart besiegte der Erstligist den Seriensieger Bietigheim/Bissingen im Finale mit 30:28.
April und Mai
- Wieder in der Landesliga spielen die Handballerinnen der SG Tübingen, die beim 33:18-Heimspiel-Sieg gegen Großengstingen schon vor Saisonende ihr Meisterstück feiern. 2022 war die SG aus der Landesliga abgestiegen.
- Ein Weltstar und Weltmeister in Tübingen: Dennis Schröder schaute beim Basketball-Erstliga-Heimspiel der Tigers gegen „seine“ Braunschweiger zu. Und sorgte wie schon bei seinem Pokalspiel-Besuch im Jahr zuvor für einen Hype in der Paul-Horn-Arena.
Juni, Juli und August
- Weil die Ligenstruktur im Württembergischen Fußballverband (WFV) reformiert wird, kommt es in der Landesliga Staffel 3 zu Komplikationen im Abstiegskampf: Der SV 03 Tübingen muss absteigen, weil in der Landesliga Staffel 4 der TSV Harthausen/Scher Drittletzter wurde, und damit den Platz des SV 03 Tübingen in der Staffel 3 einnehmen würde. Allerdings wurde in der Landesliga Staffel 4 eine Partie abgesetzt und dann auch nicht nicht nachgeholt, die für die Platzierung Harthausens/Scher relevant ist. Der SV 03 Tübingen protestiert, doch der WFV beharrt auf den Abstieg der Tübinger.
- Bei den Traditions-Fußballturnieren siegen die Favoriten: Bezirksliga-Absteiger SV Hirrlingen gewinnt das Eichenbergpokalturnier in Schwalldorf, Landesligist SV Nehren das Steinlach-Wanderpokalturnier in Ofterdingen. Sieger des Pfaffenbergpokal-Turniers in Oberndorf ist die SGM Altingen/Entringen.
- Bei der Ruder-Weltmeisterschaft in St. Catharines (Kanada) schafft es die Kusterdingerin Hanna Sättler bei der U19 ins Finale im Zweier ohne Steuerfrau. Dort wird sie mit Sophia Brenke Vierter. Wenige Wochen zuvor ist Sättler Deutsche Meisterin geworden. Der Lustnauer Fabio Kress holt im Leichtgewichts-Doppelvierer die Bronzemedaille.
Bezirks- und Landesliga sowie Bezirkspokal: FC Rottenburg räumt alles ab
Wenn Fußballer am Ende einer Saison vom Rathaus-Balkon grüßen, muss Außergewöhnliches passiert sein. Das gilt definitiv für das Fußball-Jahr 2024 des FC Rottenburg. Die Mannschaft von Marc Mutschler dominierte nicht nur die Bezirksliga, sondern schaffte mit dem Bezirkspokalsieg das Double. Und legte in der Landesliga gleich noch Herbst- und Wintermeisterschaft drauf.
Der Reihe nach: Im denkwürdigen Derby Anfang März gegen den TSV Hirschau, als der FCR durch einen Hattrick von Kapitän René Hirschka aus einem 1:3 das 4:3 machte, wurden die Weichen in der Liga bereits gestellt. Fortan sah die Konkurrenz nur noch die Rottenburger Rücklichter. Zwei Spieltage vor Schluss war die Meisterschaft dann schon eingetütet, in der Endabrechnung verbuchte der FCR 71 Punkte aus 30 Partien.
In Mähringen folgte an Fronleichnam der nächste Akt der außergewöhnlichen Saison: 750 Leute sahen das 2:0 im Bezirkspokal-Finale gegen die SG Reutlingen. „Sowas kannst du dir ja nicht erträumen, das war der perfekte Abschied für mich“, sagte Co-Spielertrainer Bernd Kopp, der am Saisonende zum SV Wurmlingen zurückkehrte. Doch die Rottenburger rockten auch ohne den Routinier einfach weiter durch ihr Jahr, übernahmen nach dem Aufstieg auch in der Landesliga die Tabellenführung. Nach dem 3:2 zum Rückrundenstart gegen Nehren hat das Team zwei Punkte Vorsprung auf Empfingen. Und das FCR-Fußballmärchen soll noch weitere Kapitel bekommen. Trainer Marc Mutschler jedenfalls hat bereits für die neue Saison zugesagt. Unabhängig, in welcher Liga.
September und Oktober
- Platz 6 mit der deutschen Nationalmannschaft erreicht die für den RSKV Tübingen spielende Rottenburger Rollstuhlbasketballerin Amanda Fanariotis bei den Paralympics in Paris.
- Wie im vergangenen Jahr gewinnt Eva Dieterich den Tübinger Stadtlauf bei den Frauen. Schnellster über die 10 Kilometer ist Marathon-Europameister Richard Ringer in 29:21 Minuten.
- Schlagkräftiger Federgewichtler: Der Boxer Giorgi Sajai vom SV 03 Tübingen wird Deutscher U22-Meister in Eisenhüttenstadt.
- Ins Playoff-Finale der 2. Bundesliga geschafft haben es die Footballerinnen der SG Tübingen/Reutlingen. Das Endspiel in Rodenkirchen-Köln verloren sie vor 500 Leuten mit 6:8 gegen die heimischen Ronin Vampirs.
Tigers Tübingen mit Abstieg und Neuanfang
Am Ende reicht es nicht zu mehr als sechs Saisonsiegen in der Basketball-Bundesliga nach dem Wiederaufstieg 2023 – und so mussten die Tigers Tübingen nach einer Saison wieder runter in die 2. Bundesliga Pro A. Weil zuerst Manager Jascha Maus seinen Abschied nach Saisonende verkündet, sich nach dem Abstieg auch Trainer Daniel Jansson in Richtung Bundesligist Heidelberg Academics verabschiedet und bis auf Till Jönke und Joshua Schwaibold alle Spieler den Verein verlassen, steht im Sommer ein in dieser Form noch nie dagewesener Umbruch bei den Tigers an. Neuer Geschäftsführer wird Philipp Reinhart, der aus Würzburg kommt, den Trainerposten übernimmt Domenik Reinboth und zum prägenden Gesicht des Teams wird Kenny Cooper.

Ein Banner zum 33. Spieltag und damit zum Abstieg beim Spiel der Tigers Tuebingen gegen Veolia Towers Hamburg.
eibner/Oliver SchmidtNovember und Dezember
- Bei ihrer Weltmeisterschafts-Premiere holt die Gomaringerin Rosali Locher Silber im Natural Bodybuilding in Las Vegas. Sie wurde Zweite in der Women’s Figure-Klasse in der Kategorie Junior Masters für 35- bis 40-Jährige. Wenn auch unter nur drei Teilnehmerinnen.
- Wie im Vorjahr heißt der Sieger des Tübinger Nikolauslaufs Lorenz Baum, der den Halbmarathon in 1:08,58 Stunden gewinnt. Fairplay im Rennen um Platz 2: Florian von Muschwitz lässt den zuvor fehlgeleiteten Simon Stützel vor. Schnellste Frau ist Tsambika Jäger (1:19,47).
LAV Stadtwerke Tübingen: Meisterlich, aber ohne Happy-End
Es war das Jahr der Superlative für die LAV Stadtwerke Tübingen. Noch nie holten die Läuferinnen und Läufer so viele Aktiven-Titel auf nationaler Ebene, über 5.000, 10.000 Meter, über die Hindernisse und im Crosslauf sahnt die LAV ab. Neben den Aktiven räumten auch die Senioren-Silberpfeile ab: Gekrönt vom Marathon-Erfolg durch Matthias Koch in der Altersklasse M60 bei der Masters-WM in Bukarest. Die Trainingsgruppe von Isabelle Baumann um Hanna Klein und Eva Dieterich dominiert in Deutschland auf der Frauen-Langstrecke, dazu trumpfen die LAV-Neuzugänge Frederik Ruppert und Lisa Merkel auf Anhieb mit Titeln auf. Nur bei der Europameisterschaft und den Olympischen Spielen in Paris fehlt das letzte Quäntchen. Das Lauf-Jahr bleibt nicht nur deshalb unvollendet: Eine der besten Trainingsgruppen der Nation droht ausgebremst zu werden und steht ohne sportliche Heimat da, weil die Sanierung der Blauen Bahn im SV03-Stadion zur Unendlichen Geschichte wird.
Doch der Reihe nach: Bei der Deutschen Hallen-Meisterschaft im Frühjahr pausiert Hanna Klein noch, die Hallen-Europameisterin von 2023 kuriert ihre Fersen-Probleme aus. Mit DM-Bronze über 3000 Meter setzt Eva Dieterich ein erstes Ausrufezeichen. Bei der Deutschen Meisterschaft im 10 Kilometer-Straßenlauf im März in Leverkusen holt die 25-Jährige ihren ersten nationalen Titel des Jahres, als Dieterich an der Seite von Hanna Gröber und Lisa Merkel die Teamwertung gewinnt. Merkel, aus Karlsruhe zur LAV gewechselt, sichert sich zudem Gold in der U23-Wertung. Anfang Mai setzt Dieterich noch einen drauf, stürmt bei strömendem Regen in Wassenberg zum DM-Titel über 10.000 Meter und erfüllt nebenbei dank einer Steigerung um 21(!) Sekunden die Qualifikations-Norm für die Europameisterschaft in Rom.
Bei der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig nutzen Klein und Dieterich den 5000 Meter-Lauf zur Demonstration der Stärke: Das Tübinger Duo überrundet nahezu das komplette Feld, Klein holt dank ihrer Spurtstärke Gold vor Dieterich. Kurz darauf läuft Lisa Merkel in Mönchengladbach zum Titel bei den U23-Juniorinnen: Die 5000 Meter sind fest in Tübinger Hand.
Bei Isabelle Baumann blüht aber auch Hindernisläufer Frederik Ruppert auf. Der 27-Jährige holt in Braunschweig seinen ersten nationalen Titel bei den Männern. In Rom scheint ihm dank einer mutigen Vorstellung im Finale eine EM-Medaille schon beinahe sicher. Im Endspurt aber zieht Karl Bebendorf vorbei und entreißt Ruppert noch die Bronzemedaille.
In Paris erlebt Ruppert das nächste Drama. Die Winzigkeit von drei Hundertstelsekunden fehlt zum Olympia-Finale. Auch für Hanna Klein ist der Vorlauf Endstation. Geschwächt von einer Viruserkrankung, die sie sich im Trainingslager eingefangen hat, ist nicht mehr drin. Dennoch genießt Klein ihre zweite Olympia-Teilnahme – im Gegensatz zu den sterilen Corona-Spielen in Tokio kommt in Paris auch Olympisches Flair auf. Und zum Jahresende liefert die 31-Jährige trotz der kräftezehrenden Saison noch eine Zugabe: Bei der Deutschen Cross-Meisterschaft laufen Klein und Dieterich erneut der Konkurrenz davon. Obwohl Klein sich selbst überhaupt nicht als Gelände-Spezialistin sieht, holt sie ihre nächste Meisterschaft, Dieterich bleibt Silber. In der Teamwertung gewinnen die beiden mit U23-Meisterin Merkel souverän die nächste Goldmedaille.
Die nationale Konkurrenz kann mit den Lauf-Assen der LAV Tübingen nicht mithalten – die werden dafür im eigenen Wohnzimmer ausgesperrt. Die Sanierung der Blauen Bahn, scheinbar eine reine Routine, läuft gründlich schief. Die beauftragte Firma wird wegen Personalmangels nicht rechtzeitig fertig, die Laufbahn bleibt für das komplette Winterhalbjahr unbenutzbar. Keine guten Aussichten für 2025 für die Trainingsgruppe von Isabelle Baumann.



