Handball in der Paul-Horn-Arena: TusSies Metzingen spielen künftig in Tübingen

Pinker Jubelkreis nach dem Erfolg am 29. Dezember 2024 gegen die Sport-Union Neckarsulm: Die Bundesliga-Handballerinnen der TuS Metzingen kommen in der neuen Saison dauerhaft nach Tübingen.
Eibner-Pressefoto/Andreas UlmerTribünen auf mindestens zwei Seiten des Spielfeldes, Weitwinkelkameras für den Livestream und LED-Werbebanden: Die Vorgaben der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) für die Hallen-Anforderungen wurden immer strikter. Die Öschhalle, bisherige Heimat der TuS Metzingen, erfüllt diese Standards nicht mehr, bereits für die Saison 2025/2026 wäre der Spielbetrieb nur unter Auflagen zulässig gewesen. Ein Umbau steht nicht zur Debatte, und Investitionen in Kameras und Banden hätten aus Sicht der Metzinger Stadtverwaltung nur Sinn gemacht, wenn die Öschhalle mittelfristig eine Perspektive als Standort hätte. Die Tübinger Paul-Horn-Arena, wo die TusSies schon in den vergangenen Jahren sporadisch für ausgewählte Matches zu Gast waren, erfüllt diese Standards dagegen. Deshalb wird die rosarote Halle in der kommenden Spielzeit zur dauerhaften Heimat für die "pink Ladies", wie sich die Metzingerinnen getauft haben. „Es war uns sehr wichtig, den TusSies schnell und unbürokratisch eine sportliche Perspektive zu bieten“, wird Metzingens Erster Bürgermeister Patrick Hubertz in einer gemeinsamen Presseerklärung der Städte Metzingen und Tübingen zitiert.
„In dieser Notsituation helfen wir unter Berücksichtigung der knappen Hallenkapazitäten für die Tübinger Sportvereine und Schulen gerne aus", sagt Gundula Schäfer-Vogel, Tübingens Sportbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Tübinger Sporthallenbetriebsgesellschaft. Das stärke auch den Sportstandort Tübingen.
Beim DHB-Pokalsieger 2024 herrscht Vorfreude auf die neue Umgebung, aber auch Wehmut angesichts des Abschieds aus der Öschhalle. „Es ist für uns natürlich sehr schade, dass wir kommende Saison nicht mehr in Metzingen spielen werden. Aber wir freuen uns sehr, dass wir in Tübingen willkommen sind und wir freuen uns auf die Spiele in der Paul Horn-Arena“, lässt sich Geschäftsführer Ferenc Rott in der Pressemitteilung zitieren. Wo es für die Metzingerinnen dann ab der Saison 2026/27 weiter geht, sei derzeit noch offen, heißt es weiter.
Auch Balingen, Neuhausen und Rottenburg spielten schon in Tübingen
Wenn alle Zusatztribünen besetzt sind, passen 3.132 Leute in die Paul-Horn-Arena. Bei Handball-Spielen fallen die Tribünen hinter den Toren weg, so dass rund 2.700 Leute Platz finden. Seit der Eröffnung 2004 tragen die Basketballer der Tigers Tübingen ihre Heimspiele in der Arena aus. Von 2006 bis zum Erstliga-Rückzug 2020 war die Paul-Horn-Arena auch Heimat der Volleyballer vom TV Rottenburg. Vor der Eröffnung der Balinger Arena Ende 2006 spielte der damalige Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten in Tübingen, in der Saison 2012/2013 gastierte auch der TV Neuhausen/Erms für die Matches der Handball-Bundesliga. Die Handballerinnen der TuS Metzingen waren bei Bundesliga-Spielen und Europapokal-Partien bisher sporadisch zu Gast. Während der Corona-Pandemie war in der Paul-Horn-Arena ein Impfzentrum untergebracht. Bei einem Unwetter im Juni 2021 wurde die Halle überflutet und musste für rund 800.000 Euro saniert werden.

Einwurf:Muss das denn sein?
Zum Umzug der TusSies nach Tübingen.