ANPFIFF: Die Wahrheit liegt auf dem Trainingsplatz

Schwäbisches Tagblatt
.Dass in erster Linie Wettkämpfe Gegenstand der Berichterstattung ist, liegt in der Natur der Sache. Denn für die Spiele und Wettkämpfe betreiben die Sportler ihre Disziplinen und begeistern sich die Zuschauer. Allerdings geschehen die wichtigen Dinge gar nicht am Wochenende auf dem Basketball-Parkett oder im Schwimmbecken. Der gern zitierte Spruch von Fußball-Trainerlegende Otto Rehhagel nachdem die Wahrheit auf dem Platz liege, ist allerhöchstens die halbe Wahrheit. Treffender wäre die Aussage: Die Wahrheit liegt auf dem Trainingsplatz.
Denn die Grundlagen für die Leistungen am Wochenende legen Sportler/innen vor allem unter der Woche. Da zählen die Schwimmer die Kacheln bis zur Grenze ihrer numerischen Kenntnisse, da pumpen Basketballer und Volleyballer ohne irgendeinen Ball in Sichtweite im Kraftraum für ihre körperliche Fitness, und da fressen Radsportler Kilometer um Kilometer – Alb und Schwarzwald hoch und runter – um ihre Form zu finden.
Diesen alltäglichen Trainingsbetrieb wollen wir in unserer neuen Serie aus seinem Schattendasein hervorholen. Unter dem Titel „Trainingsbesuch bei…“ wollen wir bei Individualsportlern ebenso wie bei Sportteams vorbeischauen und sehen, was sie so im – manchmal vielleicht auch tristen – Trainingsalltag treiben.
Zum Auftakt zur Serie (siehe Artikel rechts) haben wir uns für einen aufstrebenden Ruderer entschieden, der wohl das Talent hat, eines Tages mal bei Olympia dabei zu sein. Bis dahin ist es freilich noch ein weiter Weg. Doch der Tübinger Elias Kun hat nicht zuletzt mit der Silbermedaille jüngst bei der Junioren-Weltmeisterschaft sein Können unter Beweis gestellt.
Doch wie setzt der 18-Jährige sein Talent im Training ein? Wie schafft er es, sich immer wieder aufs Neue zu quälen? Und wie oft sitzt er überhaupt im Boot? Solche Fragen sollen die Artikel der Serie beantworten. Und nicht zuletzt ist gerade im Training auch mal Zeit für Reflexion: Die Sportler/innen haben die Gelegenheit, sich zu fragen, was könnte ich anders machen? Wo gibt es Ansatzpunkte für bessere Leistungen? Und ist es mir den ganzen Aufwand überhaupt noch wert?
Wenn Sie Vorschläge haben, wen wir mal im Training besuchen sollen, dann schreiben Sie uns eine E-Mail an die Adresse sport@tagblatt.de. Falls der Chef einem unserer Mitarbeiter eine Dienstreise nach Paris genehmigt, dann berichten wir auch gerne mal vom Training des teuersten Pfäffingers aller Zeiten und besuchen Profi-Kicker Thilo Kehrer bei PSG. Es muss auch nicht unbedingt das Hôtel Ritz sein für die Übernachtung.