30 Jahre Rundschau-Cup
: Das Experiment beginnt im Juni 1996 in Eutendorf

Das Fußballturnier startete zunächst mit den E- und F-Junioren. Später kamen noch die Bambini hinzu. Das Jubiläumsturnier wird am Sonntag, 12. Juli 2026, wieder beim TSV Eutendorf ausgetragen.
Von
Klaus Rieder
Gaildorf
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30 Jahre Rundschau-Cup

Am 15. und 16. Juni 1996 wurde der erste Rundschau-Cup ausgetragen, damals noch als Limpurger Meisterschaft der E- und F-Junioren. Ausrichter war der TSV Eutendorf. Die Rundschau berichtete damals ausführlich. Leider sind die Negative und die Bilder von damals verschwunden.

Klaus Rieder
  • Der Rundschau-Cup feiert 30 Jahre und kehrt am 12. Juli 2026 nach Eutendorf zurück.
  • Premiere war am 15./16. Juni 1996 beim TSV Eutendorf als Limpurger Meisterschaft.
  • Konzept: Verein richtet aus und bewirtet, die Rundschau wirbt und stiftet Preise.
  • Jedes Kind erhielt einen Pokal, Startgeld entfiel – das zog viele Teams an.
  • Ausrichterliste von 1996 bis 2026 zeigt den regelmäßigen Wechsel der Vereine.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 16. Juni 1996, fand die erste Limpurger Meisterschaft für E- und F-Junioren statt. Veranstalter war die Rundschau, Ausrichter der TSV Eutendorf. Diese Kooperation war schon aus formalen Gründen notwendig, da nur Vereine ein Turnier beim Württembergischen Fußballverband (WFV) anmelden durften. Doch die Partnerschaft zwischen dieser Zeitung und den Vereinen war von Anfang an weit mehr als ein reines Zweckbündnis – es war eine echte Win-win-Situation: Der TSV Eutendorf kümmerte sich um den Spielbetrieb und besserte über die Bewirtung die Jugendkasse auf. Die Rundschau wiederum rührte die Werbetrommel und stiftete die Preise.

Jedem Spieler ein eigener Pokal

Ein absolutes Novum für die damalige Zeit: Jeder einzelne Spieler bekam einen eigenen Pokal überreicht. Kein Wunder, dass die Teilnahme am Rundschau-Cup bei den Nachwuchskickern heiß begehrt war. Genau so sollte es sein: Die Kinder sollten Spaß am Turnier und Freude am Spiel haben. Der damalige Gaildorfer Bürgermeister Kurt Engel brachte den Kern der Veranstaltung bei der Siegerehrung perfekt auf den Punkt: „Die Gewinner der 1. Limpurger Jugend-Fußballmeisterschaft sind die Kinder.“

Doch wie kam die Rundschau überhaupt dazu, ein eigenes Fußballturnier aufzuziehen? Schließlich gehört die Organisation von Sportevents nicht unbedingt zu den Kernaufgaben einer Redaktion – damals nicht und heute wohl eher noch weniger.

Wer diese Frage beantworten will, muss das Rad der Zeit um mehr als drei Jahrzehnte zurückdrehen. Die Rundschau war damals als Veranstalter oder Co-Veranstalter im öffentlichen Leben des Limpurger Landes sehr präsent, sei es im Rahmen des Gaildorfer Handels- und Gewerbevereins oder beim Sport. Es war die Ära von Steffi Graf und Boris Becker. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Zeitung bereits seit einigen Jahren zusammen mit dem Tennisclub Gaildorf am Ende der Sommerferien das Turnier „Junior-AS“ veranstaltete – 1996 schon in der elften Auflage. Die Tennisvereine und die Spieler aus der Region hatten das Event fest in ihrem Terminkalender verankert; zeitweise traten bei dem einwöchigen Turnier mehr als 100 Nachwuchsspieler in verschiedenen Altersklassen an.

Jugendarbeit finanziell unterstützen

Der konkrete Auslöser waren die beiden damals fünfjährigen Neffen eines Rundschau-Redakteurs. Die Jungs spielten leidenschaftlich Fußball. Weil in der Region jedoch zu wenige Turniere stattfanden, kamen die beiden seltener zum Einsatz als erhofft.

Ein zweiter, ebenso wichtiger Aspekt war das Ziel der Rundschau, die lokalen Sportvereine und speziell deren Jugendarbeit finanziell zu unterstützen. Ein knapp vierstelliger D-Mark-Betrag stand im Raum. Zum Vergleich: Der Liter Diesel kostete damals 1,20 DM (ca. 60 Cent), für ein kleines Bier (0,5 l) in der Kneipe zahlte man im Schnitt 2,50 DM (ca. 1,25 Euro) und ein Brötchen gab es für 20 Pfennig (ca. 10 Cent). Der durchschnittliche Stundenlohn lag bei etwa 20 DM (heute rund 22 Euro).

Rundschau-Cup 1996

Taner Has von den TSF Gschwend dufte beim Rundschau-Cup 1996 den Wanderpokal bei der F-Jugend entgegennehmen. Angesichts des Gewichtes des Pokals half Bürgermeister Kurt Engel beim hochheben mit.

Archiv

Da 1996 insgesamt 14 Vereine aus dem Limpurger Land aktiv am Spielbetrieb teilnahmen, wäre bei einer direkten Spende für den einzelnen Verein kaum etwas auf dessen Konto angekommen. In eine Aktion, ein Turnier, sollte der komplette Betrag fließen, wobei der Ausrichter wechselt und so jeder Verein mit der Zeit an der Reihe wäre. So war der Weg zur Limpurger Meisterschaft für E- und F-Junioren – wie der Rundschau-Cup zunächst offiziell hieß – vorgezeichnet. Das Konzept stand fest: Gemeinsam mit einem Verein aus dem Limpurger Land sollte ein Turnierwochenende auf die Beine gestellt werden. Die Rundschau übernahm die Werbung und die Kosten für die Preise. Zudem wurde von jeder teilnehmenden Mannschaft ein Foto inklusive Spielernamen in der Zeitung abgedruckt. Der ausrichtende Verein organisierte das Turnier und die Bewirtung.

Zunächst gar nicht begeistert

Für die Teams fiel kein Startgeld an, und jedes Kind ging als Sieger nach Hause: Erhielten die Spieler anfangs noch Medaillen, gab es in den Folgejahren – je nach Platzierung – kleinere oder größere Pokale. Die beiden Turniersieger durften sich zudem über einen Wanderpokal freuen. Dies sollte für mehr als zwei Jahrzehnte zum Markenzeichen des Rundschau-Cups werden. Anpassungen gab es später durch organisatorische Veränderungen im Verlag: Die Zuständigkeit wechselte von der Sportredaktion der Rundschau zur Marketingabteilung der SÜDWEST PRESSE Hohenlohe.

Doch zurück in das Jahr 1995: Die Vereine zeigten sich bei den ersten vorsichtigen Anfragen von einer Limpurger Meisterschaft für E- und F-Junioren zunächst gar nicht begeistert. Das lag an der Limpurger Meisterschaft für Erwachsene. Dieses Turnier hatte die Rundschau Mitte der 1970er-Jahre ins Leben gerufen – damals war der Zeitungsverlag noch völlig anders strukturiert, die damals handelnden Personen waren nicht die von 1995. Die Turnierserie war mit strengen Vorgaben verbunden: Die Reihenfolge der Ausrichter war starr vorgegeben, und ein riesiges Festzelt war Pflicht. Die Beliebtheit dieses Turniers, das stets nach Saisonende ausgetragen wurde, sank bei Vereinen und Spielern schnell. Nach nur einem kompletten Durchlauf, zu dem alle Vereine verpflichtet gewesen waren, wurde das Projekt beerdigt. Etwas länger hielten sich in Gaildorf lediglich die Stadtmeisterschaften.

Vertrauliche Runden

Die Skepsis war also groß. Auf keinen Fall wollten sich die Vereine erneut so streng binden. Sie forderten die Rundschau auf, die Pläne für ein Turnier den Nachwuchsfußballern detailliert vorzustellen. Die Gelegenheit dazu bot sich bei einem Treffen der Fußball-Abteilungsleiter aus dem Limpurger Land im Vereinsheim des TSV Sulzbach-Laufen. Diese vertraulichen Runden dienten eigentlich dem Zweck, zu prüfen, ob man durch Spielgemeinschaften eine schlagkräftige Mannschaft („Team Limpurger Land“) formieren könnte, um die besten Kicker zu bündeln.

Diese Überlegungen waren aus der Not geboren, denn der Fußball im Limpurger Land bot damals ein eher trostloses Bild: Mit der SK Fichtenberg, dem TAHV Gaildorf und dem FC Ottendorf spielten lediglich drei Teams in der Kreisliga A. Alle anderen waren in der Kreisliga B abgetaucht.

Aus dem „FC Limpurger Land“ bei den Aktiven wurde zwar nichts, aber für die Limpurger Meisterschaft der E- und F-Junioren gab es an diesem Abend grünes Licht. Gleichzeitig wurden die Vereine definiert, die dauerhaft zum Turnier eingeladen werden sollten.

Perfekter Auftakt

Nun fehlte nur noch ein Ausrichter für die Premiere. Es traf sich hervorragend, dass der TSV Eutendorf im Jahr 1996 sein 30-jähriges Bestehen feierte. Der damalige TSV-Vorsitzende Werner Ellinger ergriff die Gelegenheit beim Schopf. So bildete der Rundschau-Cup am 15. und 16. Juni 1996 den perfekten Auftakt für die Jubiläumsfeierlichkeiten des Vereins.

Bei der Siegerehrung würdigte Gaildorfs Bürgermeister Kurt Engel das große Engagement der Vereine und der Zeitung für den Nachwuchs. Allen Helfern und Betreuern zollte er in seiner bewusst kurz gehaltenen Rede großen Respekt – schließlich wollte er die Geduld der jungen Kicker vor der Pokalübergabe nicht überstrapazieren.

Rundschau-Cup 1996

Die Sieger bei der 1. Limpurger Fußballmeisterschaft für E- und F-Jugend  – so wurde der Rundschau-Cup 1996 bezeichnet. Links die F-Jugend der TSV Gschwend und rechts die E-Jugend de SK Fichtenberg.

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Eventuelle Restskepsis war nach dem Abpfiff verflogen: Die erste Limpurger Meisterschaft für E- und F-Junioren war ein voller Erfolg bei Zuschauern, Eltern sowie Betreuern und kam ganz besonders bei den Kindern ausgezeichnet an. Der Grundstein war gelegt. Motiviert durch diesen Erfolg konnte die zweite Auflage der Nachwuchsmeisterschaften angegangen werden – diese fand 1997 bei den TSF Gschwend statt. Der 30. Rundschau-Cup kehrt am 12. Juli 2026 zu seinen Anfängen zurück.

30 Jahre Rundschau-Cup

1996: TSV Eutendorf
1997: TSF Gschwend
1998: TSV Gaildorf
1999: SK Fichtenberg
2000: TSV Sulzbach-Laufen
2001: FC Ottendorf
2002: SV Frickenhofen
2003: FC Oberrot
2004: Spvgg Unterrot
2005: Spvgg Kirchenkirnberg
2006: TSV Eutendorf
2007: FC Ottendorf
2008: TSV Untergröningen
2009: TSV Sulzbach-Laufen
2010: TSF Gschwend
2011: Spvgg Unterrot
2012: TSV Gaildorf
2013: FC Oberrot
2014: Spvgg Kirchenkirnberg
2015: SV Frickenhofen
2016: TSV Eutendorf
2017: Spvgg Unterrot
2018: SK Fichtenberg
2019: TSV Sulzbach-Laufen
2020: Absage wegen Corona
2021: TSV Gaildorf
2022: FC Ottendorf
2023: Spvgg Unterrot
2024: TSV Sulzbach-Laufen
2025: TSV Gaildorf
2026: TSV Eutendorf