Zwei Nachwuchskicker aus Walddorfhäslach
: Zwei Brüder und die Aussicht auf ein besonderes Duell

Federico beim 1. FC Kaiserslautern, Samuel bei der TSG Hoffenheim: Die Brüder Passariello aus der Region arbeiten mit Talent, Disziplin und Glauben an ihrem großen Ziel.
Von
Larissa Renz
Metzingen
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Federico Passariello und sein jüngerer Bruder, Samuel (rechts), wollen sich noch manchen großen Traum erfüllen. Die beiden haben es in die Nachwuchskader großer, gestandener Bundesligavereine geschafft.

Federico Passariello und sein jüngerer Bruder, Samuel (rechts), wollen sich noch manchen großen Traum erfüllen. Die beiden haben es in die Nachwuchskader großer, gestandener Bundesligavereine geschafft.

Privat
  • Zwei Brüder aus Walddorfhäslach verfolgen Profi-Träume im Nachwuchsfußball.
  • Federico spielt in der U19 des 1. FC Kaiserslautern und trainiert teils gegen Herren.
  • Samuel steht bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag und könnte bald in der U19 trainieren.
  • Beide arbeiten individuell an Defiziten, setzen auf Disziplin und beten vor Spielen.
  • Ein mögliches U19-Liga-Duell der Brüder steht im Raum – die Familie unterstützt sie.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Als großer Bruder verliert man einfach nicht gegen den kleinen.“ Federico Passariello lacht seinen Bruder an. „Früher habe ich die zwei Jahre Altersunterschied auch gemerkt. Aber Samuel hat schon deutliche Fortschritte gemacht, inzwischen ist es nicht mehr so leicht gegen ihn“, fügt er anerkennend hinzu. Mit leichtem Nicken und ebenso verschmitztem Lachen nimmt der 16-Jährige das Lob entgegen. Einfaches, brüderliches Kicken darf zwischen den beiden ohnehin nicht erwartet werden: Sowohl Federico als auch Samuel Passariello haben bereits ihren Weg in die Nachwuchskader von gestandenen Bundesligavereinen gefunden. Federico schloss sich 2024 dem 1. FC Kaiserslautern an; Samuel trägt seit gut einem Jahr das Trikot der TSG Hoffenheim. Einfach nur mit Talent sind die beiden Karrieren nicht zu erklären. Im Interview mit der SÜDWEST PRESSE blicken die beiden zurück und sprechen darüber, wie nahe sie beide schon an ihrem Traumberuf Profifußballer sind.

Im Duell mit den eigenen Defiziten

„Im Kern ist ein Mannschaftstraining für die Mannschaft, aber das bringt einem persönlich manchmal nicht viel. Fortschritte erreicht man nur, wenn man viel für sich selbst trainiert“, sagt Federico, sein Bruder nickt zustimmend. Die beiden entdeckten früh in der Kindheit nicht nur ihre Liebe für die Sportart, sondern auch eine besondere Begabung für das Spiel insgesamt. Körperlich, spielerisch, taktisch – das Bruderpaar gehörte schon bald zu den besseren Spielern im Aufgebot ihrer Mannschaften bei Walddorf. „An sich selbst arbeiten, heißt, dass ich ganz ehrlich zu mir selbst bin und mich meinen Defiziten stelle“, führt Samuel aus. „Ich beispielsweise muss mich in engen Räumen verbessern. Das heißt, ich mache viel Taktiktraining.“ Da bei beiden Brüdern die neuen Arbeitgeber schnell größer wurden, nahm auch die Qualität dieser Trainingsmöglichkeiten enorm zu. Die Veränderungen an ihnen als Mensch und Spieler haben beide ebenso früh gespürt, wie sie erzählen.

„Ich hab’ in der U19 von Kaiserslautern regelmäßig mit Herrenmannschaften zu tun. Gegen ältere Spieler sich durchzusetzen, da gehört schon was dazu“, beschreibt Federico Passariello. Der 18-Jährige weist auf die Körperlichkeit und die Jahre an Spielerfahrung hin, die ein älterer Spieler mitbringt. Aus solchen Begegnungen nehme er für sich viel mit. An sich zu arbeiten bedeutete für ihn in jüngster Vergangenheit jedoch auch, einige Verletzungen zu überwinden. Rund 14 Wochen war er mit einer kompliziert gebrochenen Hand raus, zudem bremsten ihn einige Muskelverletzungen aus. „Ich hab’ den Eindruck, dass ich aus dieser schwierigen Saison mehr mitgenommen habe, als wenn immer alles glattgeht.“

Fingen zusammen mit dem Kicken an, dann führten ihre Wege zu verschiedenen Vereinen: Federico (rechts) und Samuel Passariello kicken dennoch gegeneinander, wenn es die Zeit zulässt.

Fingen zusammen mit dem Kicken an, dann führten ihre Wege zu verschiedenen Vereinen: Federico (links) und Samuel Passariello kicken dennoch gegeneinander, wenn es die Zeit zulässt.

Larissa Renz

Auch Samuel erzählt von sich, dass er reifer geworden ist. Kein Prozess von heute auf morgen, wie er zugibt. „Ich habe mir in den ersten Wochen bei der TSG in den Trainings schwergetan, das Niveau war hoch“, erinnert er sich an die Anfänge zurück. „Ich musste dann mein vielleicht kindliches Denken vom Spiel ablegen. Das ist dort eben kein Kinderfußball mehr.“ Auch privat hat sich das Leben der beiden Brüder verändert. Beide gehen sie inzwischen auf entsprechende Internate, dem Sport soll nicht nur die Gegenwart gehören. „Klar, arg oft sind wir nicht mehr hier, aber der Traum ist so viel größer, als das, was wir dafür opfern“, sagt Samuel. Und die beiden können sich immer auf die Unterstützung der Familie verlassen, daran lassen sie keinen Zweifel. Zudem „haben wir einen Ansprechpartner mehr“, wie sie erzählen. Beide beschreiben sich als gottesfürchtig, beide nehmen sich vor jedem Spiel die Zeit für ein kurzes Gebet. „Wenn dann Anpfiff ist, dann muss der Fokus auf dem Ball und dem Spiel liegen, aber davor nimmt mir das die Nervosität“, spricht Samuel über seine Beweggründe.

Gibt es bald das Bruder-Duell?

In diesem Tunnel, in dem er während des Spiels sei, sei es dann auch fast egal, wie viele Zuschauer da sind. „Je mehr Leute, desto mehr Spaß macht es mir. Ja, das ist schon auch Druck, aber darum geht es ja. Das bringt ja den Spaß, oder nicht?“, Federico blickt in Richtung seines Bruders. „Absolut. Ich bin besser und motivierter, je mehr Leute da sind“, schildert der Linksfuß. Die Stadien dürften für beide definitiv noch größer und voller werden, den Sprung in den finalen Profibereich haben beide fest auf der Wunschliste – und sie trauen ihn sich auch zu. Federico kann mit einem Stammplatz in der Startelf rechnen; Samuel trainiert unter Umständen bald in der U19 der TSG mit, eine große Chance für den jungen Spieler. „Ich hab’ die besten Spieler meines Jahrgangs auch schon bei der Nationalmannschaft gesehen, und ich bin denen nicht hinterhergelaufen“, fasst Samuel seine Eindrücke von den Länderspielen und Lehrgängen zusammen. Auch Federico Passariello hat sich für seine Zukunft etwas vorgenommen: „Ich hab’ in der U16 mit dem VfB Stuttgart mal gegen Lennart Karl gespielt. Der ist zwar jetzt verletzt, aber ich würde echt gerne nochmal gegen ihn auf dem Feld stehen“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Dieses Wiedersehen auf dem Feld wird noch einige Zeit auf sich warten lassen, ein anderes aber könnte sich schon in der kommenden Saison ereignen: Samuel Passariello versus Federico Passariello. Nicht mehr nur auf dem Bolzplatz wie früher, sondern dann in der Liga. In der U19-Bundesliga. „Das wäre schon außergewöhnlich, wenn ich dann echt in dieser Situation auf meinen Bruder träfe“, sagt Federico Passariello und schüttelt leicht ungläubig den Kopf. Bei einem ist die Vorfreude über dieses Brüder-Duell unübersehbar. Vater Angelo Passariello strahlt bei dem Gedanken: „Das hätte schon Vorteile – dann müsste ich mich nicht entscheiden, zu welchem Spiel ich fahre und welchem der beiden ich zuschauen würde. Da würde sich definitiv auch für mich ein Traum erfüllen.“