TV Neuhausen: Warum trotz der Aufstiege nicht alle Hoffnungen erfüllt sind

Schon jetzt stehen einige personelle Veränderungen fest: Mike Leibssle (rechts) wird nur noch bis zum Saisonende als Trainer im Amt sein. Felix Stahl (auf der Bank sitzend) kam als spielerischer Hoffnungsträger zurück, wird künftig auch in der Sportlichen Leitung Verantwortung übernehmen. Daneben noch Nadim Brockhaus, der in der Hinrunde lange mit einer Verletzung am Oberschenkel ausfiel.
Joachim Baur- TV Neuhausen kämpft nach Aufstiegen mit Herausforderungen in Liga und Vereinsstruktur.
- Cheftrainer Mike Leibssle verlässt den Verein im Sommer; Felix Stahl übernimmt sportliche Leitung.
- Verletzungen belasten den Kader; mehrere Spieler fallen langfristig aus, Diagnosen stehen teils aus.
- Zuschauerzahlen bleiben hinter Erwartungen zurück; neue Konzepte zur Steigerung fehlen.
- Wichtige Partie gegen Wangen steht an – beide Teams kämpfen um den Klassenerhalt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine so bombastische Saison wie die vergangene, das habe er beim TV Neuhausen lange nicht mehr erlebt. Die Stimme von Thomas Reusch, Leiter der Handball-Abteilung, kommt ins Schwärmen, wenn er an die Party und den Sommer zurückdenkt. Die erste und die zweite Mannschaft hatten den Sprung in die jeweils höhere Liga gepackt. „Ich hab' die Jungs beider Mannschaften in meiner kleinen Weihnachtsansprache auch noch ein Mal dafür gelobt, denn leider ist das alles irgendwie komplett in den Hintergrund gerückt“, gibt Reusch zerknirscht zu.
Vor allem mit einer Nachricht hatte der TV Neuhausen seine Fans in die Winterferien geschickt: Mike Leibssle, TVN-Cheftrainer, wird den Verein im Sommer verlassen. Als Drittletztes muss das Team in der Regionalliga gegen den Abstieg kämpfen. Doch nicht nur die sportliche Bestandsaufnahme gibt Reusch und den Verantwortlichen einige Denksportaufgaben.
Neue Impulse dringend erbeten
Zu beschönigen gibt es nach dieser Hinrunde auch bei den Verantwortlichen wenig, die Regionalliga fordere dem ganzen Verein eine Menge ab. Die infrastrukturellen Größenordnungen, die Fans, Team und Verantwortliche bei der Konkurrenz zu Gesicht bekommen, sind für den TV Neuhausen nur schwer zu erreichen. „Was in den Hallen und drumherum los ist, da stoßen wir in Neuhausen an Grenzen“, so Reusch. Die Organisationsteams seien größer, die finanziellen Grundgerüste umfassender.
An motiviertem, jungem Personal würde es dem TVN nicht fehlen, aber noch bekleiden entsprechende Personen zu selten Ämter in der Vereinsführung. „Daran arbeiten wir. Wir führen Gespräche, denn es gibt Posten, die wir verteilen können und wollen“, legt Reusch die Pläne dar, „ich hoffe, dass wir da im Februar einiges festmachen können.“ Einen jungen Nachrücker gibt es aber schon jetzt: Vor einigen Wochen gab es erste Hinweise darauf, dass Felix Stahl, Spieler des TVN I, in die Sportliche Leitung rücken könnte. Der Abteilungsleiter bestätigt dies nun. Sein Engagement als Unterstützung für Markus Bühner, „ist unabhängig davon, dass er mit einer komplizierten Verletzung zu uns wechselte. Er hat ein tolles Netzwerk und jede Saison gibt es in den diversen Teams viele Gespräche zu führen“, fasst Reusch Stahls neue Aufgaben bündig zusammen.
Neue Spieler aber wird Stahl in neuer Funktion zeitnah nicht vorstellen, macht Reusch deutlich. In Anbetracht der ausgewachsenen Verletzten-Misere, mit der sich die erste und zweite Mannschaft geschlagen sehen, doch eine kleine Überraschung. In den Fällen von Stahl, Manuel Bauer und Nadim Brockhaus (alle Rückraum) ist das letzte Wort vielleicht noch nicht gesprochen, hier werden zeitnah Diagnosen erwartet; hingegen werden Linksaußen Jona Koch (Kreuzbandriss) und Rückraumspieler Johannes Roscic (Labrumriss) in dieser Saison definitiv kein einziges Spiel mehr bestreiten. Unter der Woche wurde zudem bekannt, dass Torhüter Valentin Bantle mit Meniskusriss ebenfalls für längere Zeit raus ist.
„In beiden Teams ist das Potenzial da, um in der Regional- beziehungsweise Landesliga die Klasse zu halten. Die Zweite macht das in der Landesliga gut. Bei der Ersten hapert es mit der Ruhe und Routine“, rekapituliert Reusch die Hinrunde. Viele Spiele seien eng gewesen, manches der fünf Unentschieden hätte ein Sieg werden müssen. Das aktuell verpflichtete Personal sei ohne Weiteres in der Lage, die Klasse zu halten. Und: Das Budget für den Kader sei limitiert. Der Verein konnte zwar neue Sponsoren gewinnen, doch insgesamt mache in einer wirtschaftlichen Rezessionsphase niemand große Sprünge.
Die Tribünen wurden nicht oft gebraucht
Aktiv angehen will Reusch die Besucherzahlen. Die hätten sich keineswegs so entwickelt, wie es erwartet und erhofft gewesen war, denn ihr Zuwachs blieb komplett aus. „Unsere Zusatztribünen mussten wir leider noch nicht sehr oft aufbauen. Auch wenn es überraschend ist, aber Aufstiege sorgen nicht automatisch für Benefits“, konstatiert Reusch nachdenklich. Konkrete Konzepte, wie die Menschen in die Hofbühlhalle gelockt werden könnten, gibt es derzeit nicht. Auch hier setzt Reusch auf die jungen Nachrücker in der Vereinsführung und ihre Kreativität. „Unsere Teams brauchen das Publikum und die Identifikation mit dem Handball unter dem Hofbühl“, macht der Abteilungsleiter deutlich – nicht nur daheim. Für die Auswärtsfahrt des TVN I nach Wangen bietet der Verein eine gemeinsame Fahrt an. Interessierte können sich per Mail an thomas.reusch@tv-neuhausen.de anmelden.
Ein richtungsweisendes Spiel beim Nachbarn im Tabellenkeller, so schätzen Abteilungsleiter und Trainer die Partie beide ein. „Das wird ein absoluter Kampf für beide Teams. Ich habe auch keinen Favoriten“, sagt Leibssle. Auch Wangen hätte mit Verletzungspech zu kämpfen, könnte die Lücken aber mit gutem, jungem Personal besetzen, so seine Beobachtungen. Seit dem 3. Januar sind die Spieler des TVN aus dem Winterschlaf: „Uns allen hat die Pause richtig gut getan. Wir hatten eine richtig gute, intensive Trainingswoche“, lobt der scheidende Coach seine Spieler. Motivierende Worte mit Blick auf das Wangen-Spiel bräuchte es nicht, denn „alle wissen, wie wichtig diese Partie ist und wie gut uns diese Punkte tun würden.“
