SSV Reutlingen
: Doch kein Engagement für Mert Özkan beim SSV Reutlingen II

Der Aufschrei war laut, die tatsächliche Amtszeit kurz: Ein außersportliches Verfahren beendet Mert Özkans Co-Trainer-Dasein noch vor der Vertragsunterzeichnung.
Von
Larissa Renz
Metzingen
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Fussball | SSV Reutlingen II / Sichtungstraining: Fussball KL B | SSV Reutlingen II // 2026-05-22 // Foto: JoBaur // Sichtungstraining zur Kaderplanung der SSV U23 Mannschaft / Trainerteam - Mert Oezkan

Um seine Person gab es in der vergangenen Woche große Debatten: Der SSV Reutlingen nimmt nun jedoch Abstand von Mert Özkan, der bereits mehrfach vom Sportgericht des WFV bestraft wurde und derzeit als Spieler gesperrt ist.

Joachim Baur
  • SSV Reutlingen verzichtet auf Mert Özkan als Co-Trainer der zweiten Mannschaft.
  • Auslöser war ein außersportliches Verfahren, das im Führungszeugnis auftauchte.
  • Vorher gab es Kritik wegen WFV-Strafen gegen Özkan als Spieler und einer laufenden Sperre.
  • Der Verein prüfte intern, sprach Vorfälle offen an und beendete die Gespräche.
  • Neu im Trainerteam: Eigengewächs Furkan Özüdogru arbeitet mit Onesi Kuengienda.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nein, noch war die Akte „Mert Özkan“, der als Co-Trainer für die zweite Mannschaft des SSV Reutlingen im Raum gestanden hatte, nicht geschlossen. Das wussten auch die Vereinsverantwortlichen, die sich in der vergangenen Woche mit einem großen Aufschrei in den Medien und dem regionalen Fußball-Umfeld konfrontiert sahen. Durch die bekannt gewordenen Strafen des Württembergischen Fußballverbands (WFV), die gegen Özkan als Spieler verhängt worden waren, (aktuell verbüßt er eine einjährige Sperre) war der Verein unter Zugzwang geraten. Nun gab der SSV bekannt, dass es keine Zusammenarbeit geben werde. Ausschlaggebend, so teilt der Verein in seiner Mitteilung an die Medien mit, sei aber ein schwerwiegender Vorfall abseits der sportlichen Seite.

Über das genaue Ausmaß und die Vorgänge rund um die Auseinandersetzung, die im Spiel zwischen Anadolu Reutlingen und den Young Boys II die Verbandsstrafe nach sich gezogen hatte, sei der Verein informiert gewesen. „Diese Vorfälle wurden offen angesprochen und kritisch diskutiert“, heißt es dazu vom SSV nun. Die Verantwortlichen hätten Özkan die Unumstößlichkeit der Vereinsprinzipien deutlich gemacht, und ihm auf dieser Basis in sportlicher Hinsicht eine Chance gegeben.

„Wie bei allen Personen, die Verantwortung innerhalb des SSV Reutlingen übernehmen sollen, wurden parallel vereinsinterne Prüfungen und Gespräche geführt. Im weiteren Verlauf ergaben sich zusätzliche Erkenntnisse, die bei der ursprünglichen Bewertung noch nicht vollständig vorlagen“, erläutert der Verein. In der Übersetzung bedeutet das, dass der SSV das polizeiliche Führungszeugnis Özkans angefragt hatte, in dem ein Vergehen auftauchte, das für den SSV nicht hinnehmbar ist. Was genau da ans Tageslicht gekommen ist, dazu wird es an keiner Stelle des Statements konkret. Der Verein wollte dazu gegenüber dieser Zeitung auch keinen Kommentar abgeben.

Die Reaktion erfolgte dennoch umgehend: Mert Özkan wird keinen Vertrag beim SSV Reutlingen bekommen. Damit schließt sich aus Sicht des Vereins früh ein unangenehmes Kapitel. Der SSV nutzte die Gelegenheit auch, um direkt den neuen Co-Trainer zu präsentieren. SSV-Eigengewächs Furkan Özüdogru wird gemeinsam mit Onesi Kuengienda Verantwortung im Trainerteam übernehmen. Dieser lässt sich in der Mitteilung wie folgt zitieren: „Für mich fühlt es sich wie eine Rückkehr nach Hause an. Der SSV Reutlingen war über viele Jahre ein wichtiger Teil meines sportlichen Weges. Umso mehr freue ich mich, beim Aufbau der zweiten Mannschaft mitwirken zu dürfen.“