Handball, TusSies Metzingen
: Karriereende für Rebecca Rott

Eine langwierige Verletzung lässt Leistungssport nicht mehr zu. Einst war sie eines der größten Talente im Deutschen Frauenhandball.
Von
swp
Metzingen
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Rebecca Rott ist erst vor kurzem wieder richtig eingestiegen, jetzt macht ihr erneut der Rücken zu schaffen.

Rebecca Rott (TusSies Metzingen #14)

TusSies Metzingen vs. VfL Waiblingen Tigers

Handball, HBF,  12.Ligaspiel, Saison 2022/2023 , 14.01.2023

Foto: Eibner/Tobias Baur

Rebecca Rott kümmerte sich in der vergangenen Saison zumindest noch um die ruhenden Bälle bei den TusSies. Permanente Rückenbeschwerden führen nun zum viel zu frühen Karriereende.

Eibner
  • Rebecca Rott beendet mit 20 Jahren ihre Handballkarriere wegen langwieriger Rückenverletzungen.
  • Sie galt als großes Talent im deutschen Frauenhandball, spielte 12 U-Länderspiele und war Junioren-Nationalspielerin.
  • Ihre Verletzungen hinderten sie daran, regelmäßig zu trainieren und zu spielen.
  • Rott studiert nun "Chemie und nachhaltige Prozesse" an der FH Reutlingen.
  • Offizielle Verabschiedung am 27. Dezember in Tübingen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Alter von nur 20 Jahren hängt Rebecca Rott die Handballschuhe an den Nagel. Eine immer wiederkehrende Verletzung zwingt sie zur Erkenntnis, dass Leistungssport aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist.

Sie galt als eines der ganz großen Talente im deutschen Frauenhandball, war deutsche Junioren-Nationalspielerin und blickt auf 12 U-Länderspiele zurück. Bei der U17-Europameisterschaft 2019 in Slowenien errang sie mit ihrem Team als 15-Jährige den 7. Platz. In fünf von sechs Spielen war sie bei diesem Turnier die Topscorerin ihrer Farben. Sie hatte in ganz jungen Jahren erste Erfahrungen in der Bundesliga gesammelt und war auf dem besten Weg, bei den TusSies eine tragende Rolle im Rückraum zu übernehmen. Jetzt ist das Kapitel Leistungssport für Rebecca Rott beendet.

Frühkindliche Prägung

Das Spiel mit dem Ball in der Hand wurde Rebecca Rott quasi in die Wiege gelegt. Die Mutter Edina, erfolgreiche Handballerin und Trainerin – der Vater Ferenc, erfolgreicher Fußballtorwart, Torwarttrainer und nun seit 2009 Geschäftsführer der TusSies Metzingen. Viel im Leben von Rebecca Rott drehte sich früh um den Profisport. Die in Bensheim geborene, begann im Alter von 5 Jahren in der Jugend von Metzingen mit dem Handballspielen. Schon damals hatte sie einen Traum: „Ich erzählte jedem, dass ich eine ganz große Handballerin werden möchte“, kann sich Rott noch gut an ihre Kindheit erinnern.

Mit 15 im Erstligateam

Mit gerade einmal 15 Jahren rückte Rott in den Bundesligakader der TusSies auf. Ihr Erstligadebüt gab Rott am 14. September 2019 im Spiel bei den Kurpfalz-Bären und erzielte dabei auch ihre ersten beiden Treffer in der Beletage des Deutschen Frauenhandballs. Von 2021 bis 2023 wurde Rott zusätzlich mit einem Zweitspielrecht für die SG H2Ku ausgestattet und spielte mit den Herrenbergerinnen in der zweiten Liga. Beim Haushahn Final4 2024 in der Porsche Arena Stuttgart zeigte sie, als sie als Siebenmeter-Garantin aufgetreten ist, eindrucksvoll, welche Nervenstärke in ihr steckt. Der Pokalsieg mit den TUSSIES war gleichzeitig das Highlight ihrer sportlichen Laufbahn.

Fast genauso lang wie ihre Bundesligakarriere reicht allerdings auch ihre Krankenakte zurück. „Ich hatte immer wieder Probleme mit dem unteren Rücken und habe in den vergangenen Jahren, mit unterschiedlichen Ärzten und abweichenden Diagnosen, alles dafür getan, dies in den Griff zu bekommen“, so die Metzingerin. Dabei gehen ihre Einschränkungen durch Lendenwirbel und Bandscheiben weit über den Sport hinaus. Auf gute Phasen, in denen sie für die Pink Ladies auf der Platte stand, folgten regelmäßig neuerliche Rückschläge, in welchen an Trainingseinheiten oder gar an Einsätze im Spiel nicht zu denken war. Ihre jetzige Entscheidung ist wohlüberlegt und auch gereift. „Dies nun auszusprechen, fällt mir extrem schwer. Handball ist seit meiner Kindheit mein Leben und ich bin unheimlich dankbar, für alles, was ich durch diesen Sport erleben durfte“ sagt die 20-Jährige und fügt hinzu: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich immer unterstützt haben. Vorweg bei meinen Ärzten und Physios, die mich begleitet haben und dies heute noch tun. Bei meinen Trainern und Mitspielerinnen, die mir zur Seite standen und bei allen Fans, die immer mit mir mitgefiebert haben. Vor allem aber bei meiner Familie – speziell bei meinen Eltern, denen ich alles zu verdanken habe und die mit mir immer durch dick und dünn gegangen sind.“

Verabschiedung in ganz großem Rahmen

Rebecca Rott wird sich zukünftig voll und ganz auf ihr Studium in „Chemie und nachhaltige Prozesse“ an der FH Reutlingen konzentrieren. Die offizielle Verabschiedung findet am Freitag, 27. Dezember, im Rahmen der Partie der TusSies gegen die HB Ludwigsburg in der Paul-Horn-Arena in Tübingen statt.