Handball Landesliga: Die HSG Ermstal holt sich das erste Derby

HSG-Torhüter Kevin Maisch (mit Ball), Michael Müller (Mitte) und Maximilian Fritz (vorne) bejubeln den knappen Derbysieg. Im Hintergrund sitzt David Awender hadernd auf dem Boden, statt des Unentschiedens trafen er und Sekunden zurvor Finn Mühlberg nur den Torpfosten.
Joachim Baur- Die HSG Ermstal gewann das Derby gegen den TV Neuhausen II mit 26:25 in letzter Sekunde.
- In der Schlussphase trafen Neuhausers Spieler zweimal den Pfosten, die HSG hielt den knappen Sieg.
- Nach einem ausgeglichenen Spielverlauf ging die HSG in der 36. Minute erstmals in Führung.
- Lukas Bader sicherte mit seinem zehnten Tor 88 Sekunden vor Schluss den Erfolg.
- Vor 350 Zuschauern in Metzingen lobten beide Trainer die hohe Qualität und Atmosphäre des Derbys.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dieses Spiel hätte auch anders enden können. Fragt man die beiden Trainer, klang das bei HSG-Trainer Alexander Trost wie folgt: „Dieses Spiel hätte die ganze Zeit über in beide Richtungen kippen können“ und bei TVN-II-Trainer Ferdinand Michalik: „Ein Unentschieden wär heute auch gerecht gewesen“. Und beide hatten sie dabei wohl noch die Szene vor Augen, wie sechs Sekunden vor dem Ende der TV Neuhausen II beim Stand von 26:25 in Richtung HSG-Tor stürmte. Die Halle war zu diesem Moment längst ein Tollhaus, in dem vor lauter Trommeln, Tröten und Anfeuerungsgesängen kaum jemand mehr sein eigenes Wort verstand. Nachdem Lukas Wendelstein mit einer weiteren Parade den Ball festmachen konnte, war es die letzte Chance für die Neuhäuser Gäste, der HSG die vorläufige Vorherrschaft doch noch zu entreißen. Hörbar klatschte der Wurf von Finn Mühlberg an den linken Torpfosten, Teamkollege David Awender reagierte am schnellsten – und knallte den Ball nur Burchteile vor dem Ende an denselben Pfosten. Während die einen in Jubel ausbrachen, blieben die anderen enttäuscht auf dem Boden liegen.
So knapp wie sich das Ergebnis gestaltet, war auch das Spiel. „Wir haben zu Beginn sehr viele Zweikämpfe verloren und der TVN hat uns gut verteidigt“, setzte Trost seine Analyse an. Viele Zuspiele in der HSG-Offensive kamen nicht an, entsprechend oft hatte der TVN anfangs den Ball und die optische Überlegenheit. Der beste Schütze der Liga, Fabian Hölz, ließ sich entsprechend auch nicht lange bitten. Deutliche Führungen gelangen den Gästen aber nicht, mit zunehmender Spielzeit ließen auch die Neuhäuser einiges liegen. Nach 3:6 (11. Minute), 7:9 (19.) und 11:12 (26.), ging es mit 13:14 in die Kabinen. Lukas und Moritz Bader, Michael Müller und Maximilian Fritz waren zu diesem Zeitpunkt deutlich besser ins Spiel der Gastgeber eingebunden und rissen immer wieder große Löcher in den TVN-Abwehrverbund.
Ein Derby mit Qualität
„Wir bauen aus einer starken Verteidigung unser Spiel auf, und da war der Druck anfangs groß, aber das Team vertraut da auf sich“, verpackte Trost den Sturm, den die HSG mit Beginn der zweiten 30 Minuten aufs Feld brachte, in nüchterne Worte. Die Hausherren waren spürbar griffiger, gedankenschneller und dann auch prompt, nach nur knapp fünfeinhalb Minuten im Spiel, erstmals in Führung. In Überzahl traf Müller zum 18:17 (36.). „Danach wechseln die Führungen häufig. Kompliment an meine Mannschaft, sie ist immer wieder zurückgekommen“, stellte Michalik fest. Für ihn hing die Niederlage auch mit personeller Knappheit zusammen: „Toni Trenkle sieht rot, kann nicht mehr spielen und ich hab dann fast 12 Minuten nicht mehr so die Wechseloptionen auf der Bank“, betonte er. Mit 23:23 ging es in die finalen zehn Minuten; 88 Sekunden vor dem Ende tütete Lukas Bader mit seinem zehnten Tor den ersten Derbysieg ein. In Sachen Atmosphäre waren sich die Teams einig, denn „das war heute guter Handball und in dieser Halle richtig schön“, fasst Trost mit zufriedener Miene den Abend zusammen.
So spielten sie
HSG Ermstal: Maginski, Tripkovic, Maisch, D. Hail (1), M. Bader (3), Dwors (1), Fritz (4), Brodbeck (1), Templin (1), Weinschenk (1), Staudinger, L. Bader (10), F. Hail (2), Kuttler, Müller (2)
TV Neuhausen II: Wendelstein, Bihl, Fa. Hölz (9), Wester, Haux (1), Schur, Notz, M. Trenkle (5), Mühlberg (1), Awender (3), Brodbeck (3), T. Trenkle (3), Fe. Hölz
Zeitstrafen: Müller – Schur, Awender, T. Trenkle (3)
Rote Karte: T. Trenkle
Schiedsrichter: Blank, Miguens
Zuschauer: 350
