Fairplay-Preis WFV
: Warum Fabio Montella einen Elfmeter verschoss

Der B-Junior des SSV Reutlingen, Fabio Montella, wird vom Württembergischen Fußballverband als Fairplay-Monatssieger für September geehrt. Wie das zustande kam.
Von
Larissa Renz
Metzingen
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Fabio Montella ist für die B-Junioren des SSV Reutlingen ein sicherer Elfmeter-Schütze. Im Spiel gegen den VfL Pfullingen vergab er mit Absicht.

Fabio Montella ist für die B-Junioren des SSV Reutlingen ein sicherer Elfmeter-Schütze. Im Spiel gegen den VfL Pfullingen vergab er mit Absicht.

Collage: Symbolbild/Verein
  • Fabio Montella wurde als WFV-Fairplay-Monatssieger für September ausgezeichnet.
  • Er verschoss im Test gegen VfL Pfullingen absichtlich einen Elfmeter.
  • Grund war eine aufgeheizte Stimmung am Rand, Trainer und Eltern wurden laut.
  • Entscheidung traf er mit Trainer Marcel Schubmann – das Spiel endete 1:1.
  • Montella ist im Lostopf für den Jahressieg und würde Tickets für den VfB wählen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Der Elfmeter, den Fabio Montella Anfang September nicht im Tor der Pfullinger Mannschaft unterbrachte, war nicht einfach nur schlecht geschossen. Nein, dafür ist der B-Junior des SSV Reutlingen II ein zu sicherer Schütze, wie er im Gespräch mit dieser Redaktion erzählt. Mit voller Absicht hatten sich der Spieler und sein Trainer, Marcel Schubmann, dazu entschieden, die Chance nicht zu nutzen – entsprechend flog der Ball am Tor des VfL vorbei. Für diese Aktion wurde Montella in der vergangenen Abstimmung des Württembergischen Fußballverbands (WFV) als Fairplay-Spieler des Monats September nominiert. Nun steht fest: Er hat die Wahl gewonnen. Doch was genau war eigentlich in dem Spiel los?

Sportlich handeln – auch wenn es gegen das Spiel ist

Obwohl es nur ein Freundschaftsspiel gewesen war, hatte es die Partie ganz schön in sich, weniger für die Spieler als viel mehr für beide Bänke und das Publikum. „Das ging ganz schön hin und her und wir hatten dann eine gute Situation, als im Strafraum ein Foul passierte“, beschreibt der SSV-Spieler, was aus seiner Sicht passiert ist, „den Elfmeter kann man, wie ich finde, so auf jeden Fall geben. Der war gerechtfertigt.“ Sportlich sei die Entscheidung also gefallen gewesen. „Auf dem Platz war soweit alles klar, aber am Rand wurde es dann richtig, richtig unruhig. Der gegnerische Trainer wurde laut“, so Montella, „und mit einem Mal sind auch die Eltern dann sehr aggressiv geworden. Das ist richtig hochgekocht.“

Dass Trainer auch mal deutlicher ihre Unzufriedenheit äußern, sei ihm nicht fremd, aber dass die Reaktionen so heftig ausfallen und um sich greifen würden, sei für die Spieler dann doch überraschend gewesen. Der WFV berichtet von Tumulten in seiner Zusammenfassung. „Sowas habe ich eigentlich noch nie erlebt, dass die Zuschauer sich schon halb schlagen. Ich war dann beim Trainer und wir haben uns darauf geeinigt, dass ich den nicht reinmach' “, so Montella. Die Wahl auf ihn als Schützen sei logisch gewesen. Einerseits sei er im Team, wie eingangs erwähnt, als sicherer Schütze etabliert und andererseits „war ich in dem Spiel halt auch noch Kapitän und wir hatten die Hoffnung, dass sich die Lage dann beruhigt.“

Für den Kicker eine eigenwillige Situation: sportlich und fair bleiben, indem er gezielt gegen die Regeln seines Sports handelte. Ganz aufgegangen ist der Plan übrigens nicht, wie Montella im Gespräch erwähnt: Zwar hätten sich Trainer und Zuschauer beruhigt, aber nach Abpfiff sei er auf den verschenkten Strafstoß angesprochen worden. Hätte er das Spiel zugunsten des SSV gedreht? Das bleibt Spekulation, so aber endete das Spiel mit einem 1:1-Unentschieden.

Was es zu gewinnen gab und gibt

Über die Nominierung inklusive gewonnener Auszeichnung des WFV aber freute sich Montella schon. „Es ist schon ein cooles Gefühl, dass sich der eine oder andere für mich entschieden hat“, stellt Montella hörbar erfreut fest. Wann genau er seine Preise von einem Offiziellen des WFV in einer Trainingseinheit übergeben bekommen soll, wissen weder er noch der SSV noch der WFV, wie auf Anfragen an die verschiedenen Stellen deutlich wird. Nach den Regularien des Dachverbands ist der Nachwuchskicker damit automatisch auch im Lostopf für den Jahressieger – Montella könnte sich also auch noch einen kleinen Wunsch erfüllen, denn neben Sachpreisen bekommt jener Jahressieger zwei Tickets für einen baden-württembergischen Verein seiner Wahl. Und welcher wäre das für Fabio Montella? „Ich glaube, ich würde mir den VfB Stuttgart heraussuchen. Ich würde die zweite Karte gerne meinem besten Freund geben und darüber würde er sich freuen“, überlegt Montella laut, „ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das alles nur, weil ich den Elfmeter nicht gemacht habe.“