Ermstal-Marathon
: Lokalmatador will eigenen Rekord knacken

Dominik Notz läuft beim Ermstal-Marathon am Sonntag die zehn Kilometer. Und das auf alle Fälle schnell.
Von
Wolfgang Seitz
Metzingen/Bad Urach
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Dominik Notz nach dem Sieg beim Ermstal–Marathon. Da hatte er allerdings die „Sprintstrecke“ über zehn Kilometer gewählt.

Dominik Notz kennt den Weg. Die zehn Kilometer im Ermstal sind seine Hausstrecke. Gewonnen hat er dort schon, nennt den Streckenrekord sein Eigen. Läuft also.

Thomas Kiehl

Aufgeregt kam die Anfrage in der vergangenen Woche, ob es denn noch einen Startplatz beim Ermstal-Marathon gebe. Da hatte Dominik Notz den Termin doch glatt ein bisschen verpeilt. „Jetzt habe ich bemerkt, dass er ja erst am 14. Juli ist, da habe ich Zeit“, frohlockte der gebürtige Dettinger. Viel Zeit hat er allerdings nicht. Die zehn Kilometer gedenkt er zügig zu absolvieren – wie es eben seine Art ist. Und den Startplatz hat er selbstverständlich bekommen.

Ein rasendes Duo

Damit ist alles für den Zehner angerichtet. Dominik Notz hat seit 2019 einen Streckenrekord stehen: 30:51 Minuten. Man erinnert sich an den Lauf, bei dem sogar noch die Zeit blieb, auf der Zielgeraden mit seinem Fanklub, bestehend aus ehemaligen Mitschülern vom Graf-Eberhard-Gymnasium aus Bad Urach, abzuklatschen. Lief also ganz prächtig.

Das kann man durchaus auch von den Vorstellungen behaupten, die in den vergangenen beiden Jahren der Münsinger Silvan Rauscher zwischen Bad Urach und Metzingen geboten hat. Nach der Corona-Pause lieferte er 2022 in 31:00 Minuten bestens, die Hitzeschlacht im vergangenen Jahr beendete er nach 31:16 Minuten ebenfalls als Sieger. Notz folgte in 31:21, dazwischen geklemmt hatte sich Julian Gering (31:17). Ein brachiales Finish war das.

Dominik Notz war sich in 2023 gar nicht sicher, ob es klappen würde. Zu lange hatten ihn rätselhafte Beschwerden verfolgt. „Die zehn Kilometer werden schon gehen. Nur mitjoggen werde ich aber nicht“, hatte er gesagt – und es dann, siehe Zeit, genauso gehandhabt. Heuer hat sich die Angelegenheit dahingehend entwickelt, dass der 30-Jährige nicht mehr so viel trainieren kann wie einst. „Ich mache meinen Master in Bio-Technologie in Hohenheim, arbeite noch bei Ultra Sports in Kirchentellinsfurt. Zusammen mit dem Training ist es schon ein strammes Programm“, verrät der schnelle Mann. Das mit dem Master sieht sehr gut aus, er ist voll im Plan. Laufen klappt auch ganz gut, wobei sich das Gelände etwas geändert hat. Berge stehen nun im Weg. Der Hohenneuffen war noch ein Klacks gegenüber dem, was sich am vergangenen Sonntag vor ihm aufgebaut hat: das Nebelhorn. „Nicht ganz zehn Kilometer, dafür aber 1400 Höhenmeter“, hat er ganz genau vermessen. Nach 62 Minuten war der Ermstäler im Ziel – und musste auf alle anderen Teilnehmer warten. Dass er auch am Hohenneuffen der Schnellste war, muss nicht extra erwähnt werden.

Ultraschnelle Traum-Strecke

Jetzt geht es also wieder bergab auf der ultraschnellen Ermstal-Strecke. Wird dort der eigene Rekord angegangen? „Das kommt auf die Konkurrenz und die äußeren Bedingungen an“, lautet die Antwort. Die Konkurrenz ist dahingehend geklärt, dass mit Rauscher ein richtig schneller Mitläufer parat steht. Und so arg heiß soll es nicht werden. „Ich probiere es", ist für „Dome“ Notz schon einmal klar. Silvan Rauscher probiert es selbstverständlich auch. Es geht also ab, der Asphalt wird glühen.

Dominik Notz startet nach einem Ausflug nach Regensburg wieder für den LAV Stadtwerke Tübingen, Silvan Rauscher eigentlich auch, nur im Ermstal ist er für den Heimatklub TSG Münsingen unterwegs. Man kennt sich bestens, ist ziemlich genau informiert, was der Kumpel so trainiert. Weil online viel hinterlegt wird, ist das ja auch kein großes Geheimnis. Rauscher war wegen einer Erkrankung länger aus dem Rennen, sich nicht sicher, wie weit der Formaufbau stimmen wird. „Der läuft recht viel, hat mehr Trainingskilometer als ich“, weiß Notz über den Mitstreiter. Der weiß über den „Rivalen“ 100-prozentig auch alles. Die Strecke kennen beide. „Ich fahre sie aber eher mir dem Fahrrad ab“, verrät der Dettinger. Dafür findet er also noch Zeit – trotz Dreifach-Belastung. Bouldern tut er auch noch. Das sei aber nur am Rande erwähnt. Am Sonntag wird gerannt.