DSV-Kader Skilanglauf: Zwei Talente von der Alb schaffen den Sprung ins deutsche Aufgebot

Bekommen einen neuen Satz Sportkleidung gestellt: Nico Füllemann (links) und Juliane Mettang wurden vom Deutschen Skiverband nominiert. Die beiden Langläufer werden damit erstmals Nationalfarben tragen.
Privat- Zwei Talente aus Römerstein im DSV: Juliane Mettang (U16) und Nico Füllemann (U18).
- Beide wurden für ihre jeweiligen Kader nominiert und erstmals eingekleidet.
- Füllemann: Juniorenmeister klassisch über zehn Kilometer, COC-Starts und DP-Gesamtrang zwei.
- Mettang: drei DM-Podestplätze, DP-Gesamtdritte, FESA-Rang sieben in Santa Caterina.
- Zielsetzungen: Füllemann visiert Junioren-WM über COC-Top-Ten an – Mettang setzt auf Deutschlandpokal.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die eigene Kleidergröße zu kennen, schadet bekanntlich nie. Allem voran dann nicht, wenn der Deutsche Skiverband (DSV) danach fragt, um bei der Einkleidungsveranstaltung für die Frisch-Nominierten der Sommersaison alles passend parat zu haben. Eine solche Verbandsanfrage verrät schon eine ganze Menge über die Wintersaison, die die beiden Skilangläufer Juliane Mettang (U16) und Nico Füllemann (U18) heruntergerissen haben. „Irgendwann und mit den Ergebnissen, die ich in der Saison teilweise hatte, war klar, dass sie an mir nicht vorbeikommen“, erzählt Füllemann, der wie Mettang bei der Skizunft Römerstein trainiert, mit kleinem Lächeln, „aber ich hab’ nicht erwartet, wie gut der Winter wird.“ Einen emotionalen Anruf vom DSV habe er nicht bekommen bezüglich seiner Nominierung, nichtmal eine Mail. „Ich hab’ das über die Internetseite erfahren. Da stand dann Anfang Mai, dass ich nominiert bin für den deutschen IIa-Herren-Kader“, der Stolz ist nicht zu überhören. Auch sein Trainer Dieter Notz ist sichtlich zufrieden, dass es wieder zwei seiner Athleten in ihren Altersklassen in die jeweiligen Kader geschafft haben.
Lange Liste an Erfolgen
Das passiert in Römerstein durchaus öfter, immerhin sind auch die beiden Olympiateilnehmer Pia Fink und Florian Notz diesem Trainingszentrum auf der Alb entsprungen, doch als Selbstverständlichkeit sieht das der Verein dennoch nicht an. „Der DSV vergleicht nicht nur die Jahrgangsstarter miteinander, sondern er vergleicht auch die Jahrgänge international. Wenn der Verband in einem Jahrgang wenig Potenzial sieht, wird auch nicht nominiert.“ Aus ganz Baden-Württemberg wurden vier Athleten vom DSV zur Einkleidung eingeladen, 50 Prozent kommen in Mettang und Füllemann von der Skizunft Römerstein. Aus dem Allgäu hat es keiner geschafft, jeweils einer stammt aus dem Nord- und Südschwarzwald.
Was die Qualität der Leistung von Mettang und Füllemann noch deutlicher macht. Füllemann wurde in der klassischen Disziplin in Oberhof über die zehn Kilometer deutscher Juniorenmeister, verbuchte Platz zwei in der Endabrechnung des Deutschlandpokals der Jahrgänge 2006/2007 und war vier Mal für Continental-Cups (COC) qualifiziert. „Ich hab’ das Trainingspensum im vergangenen Sommer nochmal erhöht. Und das habe ich im ersten Rennen im Winter gespürt. Ich konnte direkt vorne mitlaufen“, erinnert sich Füllemann an den Saisonauftakt zurück. Körperlich und in Sachen Fitness habe auch Mettang, die jetzt zum Nachwuchskader II des DSV gehört, enorm zugelegt, befindet Notz: „Sie hätte niemals so mitgehen können, wenn das nicht der Fall gewesen wäre. Diese Zeiten sind nur dann möglich“, so die Einschätzung des Experten.
Drei Mal stand sie bei Deutschen Meisterschaften auf dem Podest, in der Gesamtwertung des Deutschlandpokals wurde sie Dritte. Auch international war Mettang am Start: Als Siebte schloss sie ihren FESA-Auftritt im italienischen Santa Caterina ab. „Ich hab nach einem Rennen von der Nominierung erfahren. Ich konnte dann direkt mit meinem Vater auch ein klein wenig feiern“, berichtet Mettang strahlend. Mehr Krafttraining, mehr Radeln, mehr Laufen – wie bei Füllemann habe auch sie mehr in ihren Sport investiert. Das Training auf der Alb finde immer noch unter erschwerten Bedingungen statt, wie Notz betont, denn eines fehlt offensichtlich: „Wir sind viel unterwegs, um hin und wieder auf Schnee zu trainieren. Mit Rollski können wir vieles abfangen, aber nicht alles“, führt er aus, „und Skier reagieren im und auf Schnee anders.“
Schwere, aber machbare Aussichten
Wobei beide Athleten erzählen und nachgewiesen haben, dass sie sich auf Untergründen aller Art gut reinfinden würden. Der Blick der beiden geht in die Zukunft: Was wollen sie erreichen? Was kommt auf sie zu und was erwarten sie von sich selbst? „Man muss wissen, dass es im Wintersport schnell nach oben gehen kann. Das heißt aber eben auch, dass sich Sportlerinnen und Sportler früh mit älteren, kräftigeren Athleten messen müssen“, sagt Notz, „und für Nico bedeutet es, dass der Sprung aus dem Jugend- in den Erwachsenenbereich schon nochmal hart wird.“ Dieser nickt, weiß um die Zeiten, die A-Kaderteilnehmer bisweilen abrufen. „Ich würde schon gerne zur Junioren-Weltmeisterschaft fahren. Dafür muss ich bei zwei COC-Rennen in den Top zehn landen“, sagt Füllemann über seine Erwartungen an sich. Durchaus kein leichtes Unterfangen. Aber erstens machbar und zweitens: „Wenn er weiterkommen will, sollte er die WM packen“, bestärkt ihn sein Trainer.
Eine Schippe drauflegen will auch Juliane Mettang – ihre Bühne soll jedoch eine altbekannte werden: „Die Deutschland-Pokale haben einfach Spaß gemacht. Da möchte ich wieder viele gute Auftritte hinlegen. Ich bin auch schon gespannt, wie meine ersten Leistungsvergleiche mit den Älteren werden.“ Nebenbei sollte auch die Schule nicht zu kurz kommen, merkt sie pflichtgemäß an. Dann wird es auch schon wieder Zeit für das Training, beide schultern die Ausrüstungstaschen mit den Rollski. „Das wird ein spannender Sommer und Winter für die beiden“, sagt Notz zum Abschied des Gesprächs mit der SÜDWEST PRESSE und lacht. Denn dann sei Tragen der schwarz-rot-goldenen Ausrüstung nicht mehr nur eine Anerkennung für erbrachte Leistungen, sondern „wird schnell eine Pflicht. Der Verband stellt strenge Regeln auf, wann die Ausrüstung getragen werden muss. Das hat mit den ganzen Sponsoren zu tun.“ Und wer weiß, wann die das erste Mal von Juliane Mettang oder Nico Füllemann auf dem Podest repräsentiert werden.

Bereit für die Einkleidung und die ersten Lehrgänge des Deutschen Skiverbands: Nico Füllemann, Dieter Notz und Juliane Mettang machen sich auf der Rollski-Anlage der Skizunft Römerstein bereit für eine weitere Trainingseinheit und die Leistungskontrollen des Dachverbands, die kommen werden.
Larissa Renz
