Deutsche Meisterschaften im Halbmarathon
: Persönliche Bestleistungen trotz Sturmböen

Im Rahmen des Frankfurter Mainova-Halbmarathons wurden am Sonntag die Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften ausgetragen. Auch einige Älbler waren dabei.
Von
Sabine Zeller-Rauscher
Metzingen
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Leah Hanle (TSV Holzelfingen) und ihre Mitstreiterinnen mussten sich in Frankfurt mit sturmähnlichem Wind messen, der durchaus messbaren Einfluss auf die erzielten Endzeiten im Ziel hatte.

Leah Hanle (TSV Holzelfingen) und ihre Mitstreiterinnen mussten sich in Frankfurt mit sturmähnlichem Wind messen, der durchaus messbaren Einfluss auf die erzielten Endzeiten im Ziel hatte.

Sabine Zeller-Rauscher
  • Deutsche Halbmarathon-Meisterschaften in Frankfurt bei stürmischem Wind ausgetragen.
  • Leah Hanle (TSV Holzelfingen) wird 7. von 309 Frauen in 1:14:09 Std.
  • Silvan Rauscher (TSG Münsingen) 26. von 702 Männern in 1:07:52 Std.
  • Weitere Ergebnisse: Göhler 1:10:58 (Rang 72), Diehl 1:16:35 (Rang 201), Heimberger 1:30:35.
  • Titel: Richard Ringer 1:03:25 (Männer), Esther Pfeiffer 1:10:37 (Frauen).

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Frankfurter Skyline hat einfach was. So richtig genießen konnten die Teilnehmer der Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften sie allerdings nicht. Alle wollten den Anblick so schnell wie möglich hinter sich lassen, um den Einlauf im Deutsche Bank Park, der Heimat von Eintracht Frankfurt, zu genießen. Starke, windige Passagen entlang der Strecke machten vielen Athletinnen und Athleten jedoch einen Strich durch die Rechnung und verwehten ihnen die angestrebten Zielzeiten.

Für eine starke Leistung sorgte dennoch Leah Hanle vom TSV Holzelfingen. Für sie fühlte sich ein Halbmarathon im Vollgas-Modus immer noch irgendwie wie Neuland an. Umso bemerkenswerter ihr Ergebnis: Mit Platz sieben unter 309 gestarteten Frauen platzierte sie sich souverän mit einer Zeit von 1:14:09 Stunden im Top-ten-Feld. Bis Kilometer elf lief Hanle noch in der Gruppe, anschließend musste sie das Rennen allein bestreiten. Besonders die windanfälligen Abschnitte zwischen Kilometer 16 und 18 kosteten spürbar Kraft und Zeit. Ihre Sub-1:14-Zeit verpasste sie zwar, zeigte sich im Ziel aber dennoch happy mit ihrer Leistung, die ihr Motivation für kommende Rennen gibt.

Auch Silvan Rauscher von der TSG Münsingen bekam die Bedingungen wie alle anderen zu spüren. Mutig lief er eine 65er-Zeit an und konnte diese bis Kilometer zehn halten, was ihm auf der zweiten Hälfte dann allerdings nicht mehr gelang. „Alb-Rauschers“ Zielzeit stoppte bei 1:07:52 Stunden, womit er den 26. Platz unter den 702 Männern bei der DM belegte. Richtig zufrieden zeigte sich Rauscher hingegen mit seinem Athleten David Heimberger. Dieser erreichte nach 1:30:35 Stunden das Ziel (Platz 487) und bestätigte damit seine kontinuierliche Leistungsentwicklung der vergangenen Monate. „Im Januar lief er diese Pace noch über zehn Kilometer“, freute sich Coach Rauscher über den erfreulichen Fortschritt.

Ebenfalls solide präsentierte sich sein früherer Schützling Benjamin Diehl, der für die LAV Stadtwerke Tübingen am Start war. Mit 1:16:35 Stunden belegte er bei seinem Halbmarathondebüt Platz 201 und gestand sich im Anschluss ein, dass er etwas zu schnell angegangen ist. „Anfängerfehler“, so Diehl, der sich zwei Wochen zuvor die Hand gebrochen hatte und somit nicht die beste Vorbereitung hatte. Timo Göhler, der einstige Lokalmatador von der Alb, der seit Jahren in Berlin lebt, lief in 1:10:58 Stunden auf Rang 72. Für Göhler kein befriedigendes Ergebnis, wollte er mit einer 69er-Zeit doch deutlich schneller laufen. Aber eine Standortbestimmung für den anstehenden Marathon in Hannover, den er in drei Wochen angehen will. Dort soll es dann auf jeden Fall schneller zur Sache gehen.

Sabrina Mockenhaupt fand nach ihrem Rennen deutliche Worte. Sie war das Rennen zu schnell angegangen und brach entsprechend früh ein. Bereits nach fünf Kilometern kamen erste Selbstzweifel. In den sozialen Medien kommentierte sie selbstkritisch, sie habe sich den Lauf genauso eingeteilt, „wie man es nicht machen sollte“, und warnte andere davor, diesen Fehler zu wiederholen. Am Ende belegte sie in 1:19:13 Stunden Platz 23 und zeigte sich damit dennoch glücklich. Das konnte sie auch sein, denn in ihrer Altersklasse (W45) war keine Frau schneller als Mockenhaupt

Den Titel bei den Männern sicherte sich souverän Richard Ringer vom LC Rehlingen. Ringer lief ein ganz spezielles Rennen, begann zunächst kontrolliert und steigerte sich kontinuierlich. Er überholte Rauscher nach Kilometer sieben und finishte in 1:03:25 Stunden. Bei den Frauen holte sich Esther Pfeiffer vom Düsseldorf Athletics in 1:10:37 Stunden den Meistertitel.