Handball-Bundesliga: Leidenschaftlicher Auftritt der Göppinger wird nicht belohnt

Auf der Platte wurde gefightet bis zum Schluss. Hier nimmt der Kieler Veron Nacinovic Göppingens Kreisläufer Ludvig Jurmala in die Mangel.
Michael Schmidt/Eibner- Göppingen verlor zuhause knapp mit 31:32 gegen den THW Kiel – Halbzeit 15:13.
- Bis Mitte der zweiten Hälfte war Frisch Auf ebenbürtig, dann kippte die Partie.
- Knackpunkt: dritte Zeitstrafe gegen Victor Klöve beim Stand von 22:20 in Minute 45.
- Kiel drehte mit einer 6:1-Serie auf 28:24, brachte den Vorsprung über die Zeit.
- Spielerstimmen: Göppingen lobt Einsatz, ärgert sich über verpasste Chance gegen den Rekordmeister.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn die Zuschauer in der EWS-Arena sich nach der Schlusssirene von ihren Plätzen erheben und der Mannschaft so laut wie lange nicht mehr applaudierten, können die Bundesliga-Handballer von Frisch Auf Göppingen nicht viel falsch gemacht haben. Die 5100 Fans honorierten mit ihrem Beifall die starke Leistung der Mannschaft, die sich allerdings nach langer Führung dem deutschen Rekordmeister THW Kiel mit 31:32 (15:13) geschlagen geben musste.
Knackpunkt: Rot gegen Klöve
„Wir haben gekämpft und Emotionen gezeigt. Das war ein ordentlicher Schritt nach vorne“, sagte Rückraumspieler Oskar Neudeck mit dem Blick zurück auf die deutliche 18:31-Niederlage bei European-League-Sieger MT Melsungen. Das Göppinger Eigengewächs war mit fünf Toren neben Rutger ten Velde (5/3) bester Werfer seiner Mannschaft.
Knackpunkt der Partie gegen die Zebras war die dritte Zeitstrafe gegen Frisch-Auf-Abwehrstratege Victor Klöve beim Stand von 22:20 aus Göppinger Sicht in der 45. Minute. Durch die Hinausstellung des Dänen fehlte den Grün-Weißen bereits der zweite Abwehr-Spezialist, denn Kapitän Ymir Gislason konnte wegen einer Handverletzung erst gar nicht mitwirken. Danach glichen die Gäste durch zwei Tore von Elias Ellefsen à Skipagötu und Ben Szilagyi, dem Sohn von THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi zum 22:22 aus. Nach einem zwischenzeitlichen Treffer von Spielmacher Elias Newel zogen die Kieler mit 6:1-Serie innerhalb von nur drei Minuten die Begegnung auf ihre Seite und führten mit 28:24 (52.). Zwar gaben die immer müder werdenden Göppinger nicht auf, doch clevere Kieler brachten den Vorsprung wenn auch knapp bis zum 32:31 über die Zeit.
„Wir haben uns eine kurze Schwächephase geleistet“, erklärte Neudeck, „der THW macht es in dieser Phase richtig gut. Sie sind abgezockt.“ Sein Mitspieler Ole Pregler ärgerte sich nach der Partie über die vergebene Chance, endlich mal einen der ganz Großen zu schlagen. „Wir haben heute ein gutes Spiel gezeigt. Es war heute möglich, Kiel zu schlagen, das weiß jeder. Die Niederlage tut weh.“
Ebenso wie Frisch Auf kassierte auch der in dieser Saison noch ungeschlagene Rekordmeister eine Rote Karte. Nach einem Foul von Lukas Laube an Göppingens Marcel Schiller bei einem Tempogegenstoß wurde der Nationalspieler von den beiden Schiedsrichtern nach langem Sichten der TV-Bilder des Feldes verwiesen. Obwohl die Kieler, die die letzten 21 Spiele gegen Frisch Auf gewannen und an diesem Sonntag in dem wieder genesenen Emil Madsen (7/3) sowie Eric Johannsson (5) und Neuzugang Domen Makuc (5/1) ihre besten Torschützen hatten, danach ohne etatmäßigen Rechtsaußen agieren mussten, konnten sie die Hinausstellung besser kompensieren als die Gastgeber, weil sie vor allem in der Breite den qualitativ besseren Kader hatten. „Der THW konnte immer wieder Leute von der Bank bringen“, bemerkte Frisch-Auf-Trainer Ben Matschke, der mit der „schlechten Sequenz“ seiner Mannschaft nach dem Klöve-Rot haderte: „In diesen fünf Minuten haben wir die Zuordnung vermissen lassen. Das ist sehr ärgerlich. Kiel hat das gnadenlos ausgenutzt. Das war ein kleiner Wermutstropfen heute. Aber insgesamt bin ich sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Mit dieser Leistung hätten wir viele, viele Siege in der Bundesliga geholt.“

Kiels Keeper Gonzalo Perez de Vargas trug mit seinen spektakulären Paraden und einem Treffer in der zweiten Hälfte ins leere Frisch-Auf-Tor zum Sieg der Zebras in Göppingen bei. Im ersten Durchgang überragte sein Gegenüber Kristian Saeveras.
Michael Schmidt/EibnerLinkshänder-Neuzugang Max Beneke nannte das, was sich in der zweiten Hälfte abspielte, einfach nur brutal. „Wir haben immer mit zwei, drei Toren geführt. Aber das ist die Klasse von Kiel. Sie bleiben ruhig und warten auf ihre Chance.“
FA Göppingen: Saeveras, Buchele (bei zwei Siebenmetern); Neudeck (5), ten Velde (5/3), Klöve (2), Beneke (3), Goßner (n.e.), Brodbeck, Persson (3), Pregler (2), Schiller (1), Jurmala (3), Sunnefeldt (1), Lastro (3), Newel (3), Hanne (n.e.).
THW Kiel: Wolff (1.-25.), Perez de Vargas (1); Duvnjak, Reinkind (1), Köster (3), Madsen (7/3), Laube, Johansson (5), Ankermann, Dahmke (1), Zerbe (3/2), Szilagyi (2), Makuc (5/1), Pekeler, Ellefsen a Skipagötu (3), Nacinovic (1).
Schiedsrichter: Köppl/Regner (Frankfurt/Nieder-Olm).
Zeitstrafen: 8:2 Minuten.
Rot: Zerbe (21./Foul), Klöve (45./dritte Zeitstrafe).
Zuschauer: 5100.
