Handball-Bundesliga
: Frisch Auf Göppingen findet neuen Hauptsponsor

Nach dem Ausstieg von Teamviewer springt jetzt die Salvia-Unternehmensgruppe ein. Neben der finanziellen Unterstützung soll auch ein Nachwuchszentrum entstehen.
Von
Wolfgang Karczewski
Eislingen
Jetzt in der App anhören
Handball: Überraschungs-Pressekonferenz von Frisch Auf, Seewiesenstraße 10, Eislingen Kesselhaus (Buntweberei) v. li. Peter Kühnle, Gerd Hofele,  Filippo Salvia, Dirk Jannausch

Freuen sich über die neue Partnerschaft (von links): Frisch Aufs stellvertretender Geschäftsführer Peter Kühnle, Geschäftsführer Gerd Hofele sowie Filippo Salvia und Dirk Jannausch, beide Geschäftsführer der Salvia-Unternehmensgruppe.

Giacinto Carlucci
  • Frisch Auf Göppingen findet nach Teamviewer-Ausstieg zwei neue Hauptsponsoren.
  • Neu dabei sind die Salvia-Unternehmensgruppe aus Eislingen und Enpal aus Berlin.
  • Die Partnerschaft mit Salvia gilt zunächst fünf Jahre – danach will man sehen.
  • Geplant ist eine strategische Kooperation mit Trikotsponsoring und Nachwuchsförderung.
  • Auf dem Salvia-Gelände entsteht ein Trainings- und Leistungszentrum mit Halle und Physio.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen hat nach dem endgültigen Ausstieg des bisherigen Hauptsponsors Teamviewer einen neuen Partner gefunden: die Salvia-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Eislingen. Zudem wird das bundesweit tätige Energie-Unternehmen Enpal aus Berlin neuer Premiumpartner. Das hat Frisch Auf an diesem Montag im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgegeben.

„Wir sind sehr froh, dass Salvia unser Hauptsponsor wird. Das ist ein tolles Signal für die Region“, sagte Peter Kühnle, der stellvertretende Geschäftsführer der Grün-Weißen. „Das ist eine Win-Win-Situation“, freute sich Filippo Salvia, einer der beiden Geschäftsführer der gleichnamigen Unternehmensgruppe, „Frisch Auf bekommt einen langfristigen Partner, wir bekommen den traditionsreichsten Verein“. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf fünf Jahre befristet. „Danach werden wir sehen“, so Salvia weiter. Über die Höhe der Zuwendungen sowohl von Salvia als auch von Enpal wurde Stillschweigen vereinbart.

Das Engagement der Eislinger Firma, deren operativer Schwerpunkt die technische Gebäudeausrüstung bildet, beschränkt sich jedoch nicht nur auf die finanzielle Unterstützung des Vereins. „Wir haben eine strategische Partnerschaft vereinbart“, erklärte Kühnle, „neben einem größeren Werbepaket, zu dem auch das Trikotsponsoring zählt, sollen auch unsere Nachwuchsteams gezielt gefördert werden“.

Neues Trainings- und Leistungszentrum mit Sporthalle

Wie berichtet sucht Frisch Auf schon seit längerer Zeit nach einer Sporthalle, um die unzureichenden Kapazitäten in der EWS-Arena in Göppingen zu entzerren. Auf dem Gelände von Salvia in der Eislinger Industriestraße wurde der Klub nun fündig. „Schon vor drei Jahren kam Peter Kühnle zum ersten Mal auf mich zu. Als Fußballer (Salvia ist VfB-Fan, d. Red.) habe ich mich zunächst damit schwer getan“, gestand Salvia schmunzelnd, „vor anderthalb Jahren wurden die Pläne dann konkreter. Wir hatten die Vision, das Areal weiterzuentwickeln, auch für die Jugend.“

Auf dem Gelände sollen nun ein Trainings- und Leistungszentrum mit Halle sowie Massage-, Physio- und Krafttrainingsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Kosten belaufen sich laut Frisch-Auf-Boss Gerd Hofele auf mehr als zehn Millionen Euro. Das Areal entwickelt Salvia, für die Finanzierung muss Frisch Auf auf Fremdkapital zurückgreifen. Die Göppinger haben einen Erbpachtvertrag mit dem Unternehmen abgeschlossen.

Geplanter Start Ende 2028

Wenn alles glatt läuft, könnte die Halle schon Ende 2028 in Betrieb genommen werden. Salvia-Co-Geschäftsführer Dirk Jannausch betonte die gesellschaftliche Verantwortung seines Unternehmens. Aus dem konkreten Bedarf heraus entstehe mit dem Bau ein Mehrwert, mit Trainings- und Entwicklungsmöglichkeiten für den Nachwuchs. „Wir wollen, dass dieses Projekt langfristig funktioniert“, erklärte Jannausch.

In der neuen Sporthalle sollen nicht nur die leistungsorientierten Frisch-Auf-Jugendmannschaften trainieren und auch spielen – die kleine Arena bietet Platz für 250 Zuschauer – sondern auch Breitensport-Teams. „Auch andere Vereine können die Halle nutzen. Sie steht 24/7 zur Verfügung“, sagte Kühnle. Nur die Zeit von 17 bis 20 Uhr sei für Frisch Auf vorgesehen, ergänzte Hofele. Auch die Profimannschaft könne punktuell dort trainieren. Ob auch der Schulsport dort Unterschlupf finden wird, steht noch nicht fest. Frisch-Auf-Chef Hofele äußerte sich auch zu den Bedingungen in der EWS-Arena: „Mittelfristig müssen wir auch in der Arena was tun, um konkurrenzfähig zu bleiben. Es gab Situationen, wo wir zwei Tage vor einem Spiel im Lautertal trainieren mussten. Das geht natürlich gar nicht.“

Keine Angst vor möglicher Kritik am Standort

Angst, dass die Traditionalisten den Standort Eislingen nicht akzeptieren – schließlich ist Frisch Auf ein Göppinger Verein –, hat Filippo Salvia nicht, denn der neue Standort sei nicht so weit von Göppingen entfernt. In einem Leserbrief hatte ein Göppinger die Pläne kritisiert und festgehalten, dass „Frisch Auf Göppingen doch zu Göppingen“ gehöre.

Immerhin bleibt die traditionelle grüne Trikotfarbe erhalten, was alle Fans zufriedenstellen dürfte. Oben auf Brust aller Frisch-Auf-Spieler – und zwar nicht nur auf denen der Profis, sondern auch aller Jugendteams – wird künftig das Salvia-Logo prangen, direkt darunter der Enpal-Schriftzug. Im Gegensatz zur Firma Teamviewer, die sich zunächst an den grün-weißen Trikots gestört hatte und durchsetzte, dass die Spieler in den Firmenfarben Blau und Weiß auflaufen, was für einigen Ärger sorgte, stört sich Salvia nicht an den traditionellen Frisch-Auf-Farben, obwohl Salvia ebenso wie Teamviewer in Blau und Weiß firmiert. „Wir können uns anpassen, die Trikots sollen ruhig so bleiben“, erklärte Filippo Salvia lächelnd.

Die Salvia-Unternehmensgruppe

Die Salvia-Unternehmensgruppe hat ihren Sitz in Eislingen. Unter der gemeinsamen Marke Salvia verbindet die Gruppe technische Gebäudeausrüstung, Unternehmensentwicklung und Beteiligungen sowie Immobilien- und Standortentwicklung. Den operativen Schwerpunkt bildet die technische Gebäudeausrüstung. Mit mehr als 2400 Mitarbeitern an über 30 Standorten in Deutschland und weiteren europäischen Niederlassungen zählt Salvia zu den führenden Anbietern ganzheitlicher Lösungen für Gebäude und technische Infrastruktur.