GZ-Pokal: Gleich 13 Teams spechten auf den Pott

Die SG Bad Überkingen/Hausen holte sich im Vorjahr erstmals den Henkelpott.
Thomas MadelUm es frei nach Roland Kaiser zu sagen: Es geht schon wieder los, das kann doch wohl nicht wahr sein. Ist es aber: Vor elfeinhalb Monaten standen sich im Finale des GZ-Pokals in Gosbach die SG Bad Überkingen/Hausen und der SC Geislingen II im Finale gegenüber, am Ende jubelten die Täleskicker, die die favorisierten Kicker aus dem Eybacher Tal mit einem 3:1 in die Schranken gewiesen hatten. Nun wird ab Mittwoch, 24. Juli, der neue Champion gesucht, dann steigt in Deggingen die 39. Auflage des Fußball-Traditionsturniers. Insgesamt 13 Teams sind am Start, gespielt wird zunächst in vier Vorrunden-Gruppen, denen sich dann die K.o.-Runde mit den Halbfinals anschließt. Das Auftaktspiel bestreiten um 19 Uhr Ausrichter und Gastgeber TV Deggingen und der TKSV Geislingen.
Vierergruppe mit zwei Favoriten
In Gruppe I sind vier Teams am Start: Außer Deggingen und dem TKSV noch Croatia Geislingen und der FTSV Bad Ditzenbach-Gosbach. Nominell sind Croatia und Deggingen die klaren Favoriten dieser Gruppe. Deggingen wurde in der vergangenen Runde souverän Meister der B9, korrigierte damit umgehend den Betriebsunfall Abstieg und kehrt mit dem kompletten Erfolgsteam in die A3 zurück. Der ambitionierte A3-Ligist Croatia hat nach dem eher enttäuschenden siebten Platz der vergangenen Runde den ohnehin schon starken Kader noch einmal verstärkt. Bei den Neuen finden sich im Beritt so prominente Namen wie Davor Tiborc von Bezirksligist FC Donzdorf oder Ramiz Önder von der TG Böhmenkirch (B9). Der FTSV Bad Ditzenbach-Gosbach braucht sich aber hinter den beiden Teams keinesfalls verstecken. Der B9-Vierte der vergangenen Spielzeit, bei dem zu dieser Runde Frank Fink das Traineramt von Ilir Ramaj übernommen hat, hat wie jedes Jahr Potenzial für den Aufstieg – auch wenn in Dominik Dzirson (nach Asselfingen) ein torgefährlicher Angreifer den Verein verlassen hat. Nur Außenseiterchancen dürfte der TKSV Geislingen haben, der nach dem Abstieg aus der A3 vor zwei Jahren sportlich noch nicht wieder richtig auf die Beine gekommen ist, vorige Runde landete er auf einem abgeschlagenen elften Platz in der B9.
Zwei Mitfavoriten werden auf der Strecke bleiben
„Todesgruppe“ wird schon jetzt die Gruppe II genannt. Warum, wird beim Blick auf die Teams schnell deutlich: SC Geislingen II, SG Bad Überkingen/Hausen und SV Westerheim – und damit drei der vier Halbfinalisten des letztjährigen GZ-Pokals. Dabei wird sich der Cup-Verteidiger seiner Haut heftig erwehren müssen: Die Westerheimer feierten in der vergangenen Runde die Meisterschaft in der A1 Donau/Iller, gingen dort mit 15 Punkten Vorsprung auf den Bezirksliga-Absteiger FC Neenstetten über die Ziellinie. Das mit Offensivpower gespickte Team von Trainer Frank Klingler steht bei vielen ganz oben auf der Favoritenliste. Und gleich dahinter die U23 des SC Geislingen, die in der vergangenen Saison nach dem Abstieg aus der Bezirksliga von manchem schon totgesagt wurde, es aber allen zeigte und im Saisonendspurt nicht nur spielerisch überzeugte, sondern auch im Duell mit dem großen Liga-Favoriten FV Faurndau mit mentaler Stärke aufwartete und am letzten Spieltag mit einem 3:0 in Rechberghausen die Meisterschaft in der A3 klarmachte. Überkingen/Hausen landete dort in der Endabrechnung auf Rang zehn, im zweiten Jahr der Liga-Zugehörigkeit war schnell klar, dass sich der sechste Platz des Vorjahres nicht wiederholen lasse, die Mannschaft aber auch nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Zur neuen Runde hat die SG einige Leistungsträger ziehen lassen müssen, dürfte aber unter dem bisherigen spielenden Co- und nun Cheftrainer Sebastian Wiedmann dennoch eine gute Rolle in der Liga spielen. Die Konstellation in Gruppe II bedeutet allerdings auch, dass zwei hochgehandelte Teams schon vorzeitig die Segel streichen müssen.
Der Favoritenschreck hat Heimvorteil
Womöglich zur Freude eines Teams aus Gruppe III, TV Deggingen II, FTSV Kuchen und SG Nellingen/Aufhausen. Deggingens Zweite, in der vergangenen Runde auf Platz vier der B8 und nach dem einjährigen Intermezzo zurück in der B9, hat bekanntlich einen Heidenspaß daran, beim GZ-Pokal die Favoriten zu ärgern, kam im Vorjahr zu einem 0:0 gegen Croatia sowie zu einem 2:0 gegen den TSV Obere Fils und zog damit ins Halbfinale ein. Gespannt sein darf man auf den FTSV Kuchen, bei dem nach der vorigen Runde mit dem Abschied der Braunmiller-Brüder von der Trainerbank eine Ära zu Ende gegangen ist. Regie an der Seitenlinie führt nun der in der Region unbekannte Patrick Gunesch (zuletzt Trainer beim Nordschwarzwald-Bezirksligisten SV Gündringen). Kuchen war 2022 aus der Bezirksliga ab-, postwendend wieder auf- und nun erneut abgestiegen. Personell hat der FTSV nach wie vor das Zeug zum Top-Team in der A3. Erstmals in dieser Konstellation dabei ist die SG Nellingen/Aufhausen aus der B2 Donau/Iller, 2016 war noch der SV Aufhausen am Start. Die SG spielte zuletzt in der B1 eine starke Saison, mischte lange mit im Titelrennen, musste dann abreißen lassen, beendete nach Platz sieben in der Spielzeit davor die Runde nun aber auf einem starken dritten Platz, punktgleich mit dem hoch gehandelten Zweiten, Berghülen.
Drei Teams mit drei neuen Coaches
In Gruppe IV mit dem TV Altenstadt, dem TSV Obere Fils und dem TV Eybach trägt klar die Elf vom Mittleren Boden das Favoritenschild. Zwar hatte der TVA in der B9 nichts mit der Meisterschaft zu tun, was aber an der recht durchwachsenen Hinrunde lag. In der zweiten Halbserie spielten die Altenstädter furios auf, waren zweitbestes Rückrunden-Team und holten dabei nur vier Zähler weniger als der spätere Meister aus Deggingen. Man darf gespannt sein, ob es dem neuen Coach Mustafa Görkem bis zum GZ-Pokal gelingt, der Mannschaft seine Handschrift zu verpassen. Letzteres gilt auch für den TV Eybach, bei dem nun Rückkehrer Dennis Kock (von Überkingen/Hausen) als Spielertrainer wirbelt. Die Eybacher, die letztmals vor fünf Jahren beim Pokal-Turnier dabei waren, kehren nach einem einjährigen Intermezzo in der B8 – dort standen sie in der Endabrechnung auf Platz sieben – in die B9 zurück. Der TSV Obere Fils schließlich komplettiert die Gruppe. Nach dem Abstieg aus der A3 begann der TSV stark, mühte sich aber danach mehr oder weniger durch die B9-Runde und landete in der Endabrechung auf einem – gemessen an den eigenen Erwartungen – enttäuschenden Rang neun. Auch die Wiesensteiger haben einen neuen Übungsleiter: Burak Selcuk, Urgestein der Oberen Fils, ist vom Co in die Position des Cheftrainers aufgerückt und löst damit Umut Güner ab.
Der GZ-Pokal im Überblick
Die Gruppen
Gruppe I: TV Deggingen, TKSV Geislingen, Croatia Geislingen, FTSV Bad Ditzenbach-Gosbach.
Gruppe II: SC Geislingen II, SG Bad Überkingen/Hausen, SV Westerheim.
Gruppe III: TV Deggingen II, FTSV Kuchen, SG Nellingen/Aufhausen.
Gruppe IV: TSV Obere Fils, TV Eybach, TV Altenstadt.
DER SPIELPLAN
Mittwoch, 24. Juli
TV Deggingen I – TKSV Geislingen (19)
Donnerstag, 25. Juli
FTSV Bad Ditzenb.-Gos. – Croatia Geislingen (18)
SC Geislingen II – SV Westerheim (19.15)
Freitag, 26. Juli
TSV Obere Fils – TV Eybach (18)
TV Deggingen II – SG Nell./Aufhausen (19.15)
Montag, 29. Juli
SG Bad Überkingen/Hausen – SC Geislingen II (18)
FTSV Bad Ditzenb.-Gos. – TKSV Geislingen (19.15)
Dienstag, 30. Juli
TV Eybach – TV Altenstadt (18)
FTSV Kuchen – SG Nellingen/Aufhausen (19.15)
Mittwoch, 31. Juli
TV Deggingen I – Croatia Geislingen (18)
SG Bad Überk./Hausen – SV Westerheim (19.15)
Donnerstag, 1. August
TV Deggingen II – FTSV Kuchen (18)
TV Altenstadt – TSV Obere Fils (19.15)
Freitag, 2. August
TV Deggingen I – FTSV Bad Ditzenb.-Gos. (18)
Croatia Geislingen – TKSV Geislingen (19.15)
Montag, 5. August
Sieger Gruppe I – Sieger Gruppe III (18)
Sieger Gruppe II – Sieger Gruppe IV (19.15)
Mittwoch, 7. August
Finale (18.30)
DER MODUS
Jede Partie läuft zweimal 30 Minuten, in den K.o.-Spielen wird bei Gleichstand nach regulärer Spielzeit der Sieger direkt im Anschluss per Elfmeterschießen ermittelt. Im Finale gibt es zuerst zweimal zehn Minuten Verlängerung, ehe es dann ins Elfmetrschießen geht.