Frisch Auf Göppingen
: Kein Test wie jeder andere

Auf dem Papier war es nur das vierte Vorbereitungsspiel der Göppinger Handballer vor der neuen Bundesliga-Saison. Doch beim Vergleich mit Sporting Lissabon ging es um mehr.
Von
Wolfgang Karczewski
Göppingen
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GER, FRISCH AUF! Goeppingen vs. Sporting Lissabon, Handball, Testspiel Vorbereitung, Spielzeit 2026/2027, 02.08.2026,: Elias NEWEL (FRISCH AUF! Goeppingen, #40) erzielt ein Tor, Aktion, Torwurf

GER, FRISCH AUF! Goeppingen vs. Sporting Lissabon, Handball, Testspiel Vorbereitung, Spielzeit 2026/2027, 02.08.2026,

Foto: Eibner-Pressefoto/Oliver Schmidt

Frisch-Auf-Spielmacher Elias Newel wirft sich ins Getümmel. Die Göppinger lieferten Sporting Lissabon einen großen Kampf und verloren nur knapp.

Oliver Schmidt/Eibner
  • Frisch Auf Göppingen testete in Neu-Ulm gegen Sporting Lissabon und verlor 28:29.
  • 4200 Zuschauer sorgten für Europapokal-Atmosphäre – 350 Frisch-Auf-Fans bildeten eine grüne Wand.
  • Der Verein sieht Neu-Ulm als Wachstumschance, Heimspiele bleiben aber in Göppingen.
  • Kühnle meldete ein leichtes Plus bei Einnahmen und hofft auf mehr Partner und Fans.
  • Vorspiel: Der TSV Heiningen schlug die TSG Söflingen 42:28; zuvor siegte Frisch Auf 31:22.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Europapokal-Atmosphäre herrschte in der Neu-Ulmer Ratiopharm Arena, als sich Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen mit dem portugiesischen Double-Gewinner Sporting Lissabon in einem Freundschaftsspiel duellierte. 4200 Zuschauer wollten die Costa-Brüder Francisco „Kiko“ und Martim auf der Platte wirbeln sehen und sich gleichzeitig ein Bild von der Leistungsstärke der Göppinger machen. Wie bei der Premiere in Neu-Ulm vor einem Jahr, als die Göppinger dem Starensemble von Paris St. Germain in einem tollen Spiel ein 30:30 abtrotzten, verwandelten 350 Frisch-Auf-Fans in ihren grünen T-Shirts die Stehplatztribüne in eine grüne Wand. Vor der Begegnung zückten alle ihr Handy, machten die Taschenlampen an und sangen das Liverpooler Kultlied „You'll never walk alone“. Das Ergebnis – Frisch Auf verlor gegen den Champions-League-Viertelfinalisten der vergangenen Runde hauchdünn mit 28:29 (11:16) – stand nicht im Vordergrund.

„Mit der Besucherzahl bin ich sehr zufrieden“, sagte Göppingens stellvertretender Geschäftsführer Peter Kühnle, „das zeigt, dass Ulm den Frisch-Auf-Handball annimmt“. Für den Verein sei dies ein wichtiges Signal, will man doch weiter wachsen, wie Kühnle betont: „Wir wollen der Region was bieten. Hier ist handball-technisch Wachstumspotenzial vorhanden, weil es keinen anderen Bundesligisten gibt. Wir wollen neue Zuschauer und weitere Partner gewinnen.“

Dass gegen Paris die Ratiopharm Arena mit 5000 Zuschauern ausverkauft war, führt der Frisch-Auf-Marketingchef auf den Namen des Klubs zurück. „Paris ist dann doch vielleicht noch eine Kragenweite höher.“ Insgesamt 200 Unternehmensvertreter waren bei dem Gastspiel in Neu-Ulm zugegen – zum Teil auf Einladung, zum Teil wurden jedoch auch Logen verkauft. Mit den Zuschauereinnahmen komme man auf ein leichtes Plus, berichtet Kühnle. Aber viel wichtiger sei, mit mehr Partnern und mehr Fans nachhaltige Effekte zu erzielen.

Heimat bleibt in Göppingen

Trotz aller Euphorie um den internationalen Test versicherte Kühnle, dass Frisch Auf seine Heimat in Göppingen habe und auch künftig dort seine Heimspiele austragen werde. Weitere Vergleiche in der Saisonvorbereitung mit internationaler Konkurrenz in Neu-Ulm seien jedoch angedacht. Kühnle: „Wir wollen das verstetigen. Zunächst werden wir zusammen mit der Ratiopharm Arena Bilanz ziehen. Aber es bleibt unser dauerhaftes Interesse, dort zu spielen.“

Die Frisch-Auf-Spieler hätten sicher nichts dagegen. „Das hat Riesenspaß gemacht. Es ist geil, gegen die besten Mannschaften zu spielen“, sagte Rückraumspieler Victor Klöve. „Es ist schön, gegen eine solche Topmannschaft zu spielen“, pflichtete ihm Oskar Sunnefeldt bei. Ob es künftig mal wieder Pflichtspiele auf europäischem Parkett geben könnte, sei zwar ein Traum, so Klöve, allerdings sei das aber nicht unbedingt das Ziel: „Wir konzentrieren uns auf die Entwicklung der Mannschaft.“

Beneke: Europapokalplatz nicht realistisch

Neuzugang Max Beneke, der nach seiner langwierigen Ellbogenverletzung das zweite beschwerdefreie Spiel für die Grün-Weißen bestritt, würde zwar auch gerne mit Frisch Auf europäisch spielen, hält dies jedoch im Moment nicht für möglich: „Man muss realistisch bleiben, schließlich haben die Topteams extrem gute Kader.“ Mit wie viel Geld die Konkurrenz jonglieren kann, merkte man jetzt am Beispiel der SG Flensburg-Handewitt, die an diesem Sonntag die Verpflichtung der beiden Costa-Brüder für 2027 bekanntgab.

FA Göppingen: Saeveras, Buchele (n.e.); Neudeck (5), Klöve (4), Beneke (2), Goßner (n.e.), Herberger (n.e.), Persson (2), Pregler (1), Schiller (4/3), Jurmala (3), Sunnefeldt (3), Lastro (1), Gislason, Newel (3), Hanne.

Testspielsieg gegen Eulen – TSV Heiningen entscheidet Vorspiel für sich

Wie im vergangenen Jahr standen sich auch dieses Mal Regionalligist TSV Heiningen und Oberligist TSG Söflingen im Vorspiel in der Ratiopharm Arena gegenüber. Die Staren gewannen mit 42:28 (17:13). Bester Torschütze war Niklas Herberger mit 10/5 Treffern.

Zwei Tage vor dem Testspielkracher gegen Sporting Lissabon hatte Frisch Auf ein weiteres Vorbereitungsspiel bestritten. In der heimischen EWS-Arena bezwangen die Göppinger Zweitligist Eulen Ludwigshafen mit 31:22. Die Partie fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.