Basketball
: Trotz Hallenproblematik: Kirchheim will Projekt 1. Liga angehen

Nach der erfolgreichsten Saison ihrer Vereinsgeschichte haben die Knights Blut geleckt und streben nach Höherem. Doch nicht nur die Hallenfrage müssen die Ritter lösen.
Von
Wolfgang Karczewski
Göppingen/Kirchheim
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Göppingen EWS Arena Basketball Kirchheim gg Gießen

Die Basketballspiele der Kirchheim Knights werden von den Zuschauern in der Göppinger EWS-Arena sehr gut angenommen. Nach wie vor ist der Verein in Gesprächen mit den Göppinger Verantwortlichen über eine dauerhafte Nutzung der Halle.

Giacinto Carlucci
  • Kirchheim Knights peilen die 1. Liga an, trotz ungeklärter Hallenfrage und fehlender Strukturen.
  • Sportlich reichte es bis ins ProA-Finale, der Aufstieg scheiterte mangels BBL-Antrag.
  • Gründe laut Geschäftsführung: Hallenanforderungen, Budget, Organisation und Jugendarbeit.
  • Zwei Hallenoptionen stehen im Fokus – EWS-Arena Göppingen oder ein Neubau in Kirchheim.
  • BBL-Pokal: Erstrundenspiel in Göppingen, Termin ist Sonntag, 13. September, 17 Uhr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwölf Jahre nach dem Gewinn der Vizemeisterschaft in der  2. Basketball-Bundesliga (ProA) haben die Kirchheim Knights in dieser Runde sportlich noch eins draufgesetzt: Neben dem erneuten Einzug ins Finale, das die Mannschaft von Trainer Igor Perovic gegen die Hagen Phoenix nach Hin- und Rückspiel knapp verlor, konnten sich die Ritter zusätzlich für die erste Runde im deutschen Basketballpokal (BBL-Pokal) qualifizieren.

Sportlich hätten die Kirchheimer durch ihren Finaleinzug sogar das Recht, in der kommenden Spielzeit in der Bundesliga zu spielen, doch die Knights hatten keinen Antrag auf die Teilnahme an der BBL gestellt. Ein Grund dafür ist die nach wie vor ungeklärte Hallenfrage, denn den Rittern steht keine dauerhafte bundesligataugliche Heimspielstätte zur Verfügung. Da der Verband seine Kriterien in Bezug auf die Hallenanforderung künftig auch noch einmal verschärfen wird, droht in zwei Jahren sogar der Zwangsabstieg in die ProB, die dritthöchste deutsche Spielklasse (wir berichteten).

Allerdings ist die Hallenproblematik nicht der einzige Grund, warum die Kirchheimer keinen Antrag für die Bundesliga gestellt haben, erklärt Co-Geschäftsführerin Bettina Schmauder: „Da müssen wir offen und ehrlich sein. Das liegt auch am Budget, an der Organisation und der Struktur in Bezug auf die Jugendarbeit.“ Aber, so betont die Knights-Chefin: „Wir wollen das Projekt 1. Liga ernsthaft angehen.“

Geschäftsführerin: Wir arbeiten an Rahmenbedingungen

Dass es nach dieser Spielzeit zwar sportlich, aber eben nicht unter den anderen, nicht vorhandenen Voraussetzungen geklappt hat mit dem Erstliga-Aufstieg, findet Bettina Schmauder, die sich den Geschäftsführerposten mit Sportchef Chris Schmidt teilt, „semi-bitter“, wie sie sagt. „Wir dürfen unsere Leistung nicht reduzieren auf die Bundesliga-Quali. Die Meisterschaft ist ein hohes sportliches Ziel und mindestens gleichwertig. Wir haben alles dafür gegeben und haben uns mit der Vizemeisterschaft belohnt.“ Natürlich sei es schade, dass der Aufstieg von vornherein nicht möglich gewesen sei, so Bettina Schmauder weiter, „wir können die Rahmenbedingungen momentan jedoch nicht ändern, aber wir arbeiten dran“.

Damit rückt automatisch die Hallenfrage wieder in den Blickpunkt. Im Moment kristallisieren sich zwei Varianten heraus: der Umzug in die Göppinger EWS-Arena oder der Bau einer neuen Sporthalle in Kirchheim. In Göppingen bestreiten die Ritter schon seit einigen Jahren pro Saison mehrere Heimspiele, die von den Fans sehr gut angenommen werden. Ein kompletter Umzug in die große Arena ist jedoch sehr fraglich, weil die Hallenkapazitäten wegen des Vereins- und Schulsports sowie sonstiger Großveranstaltungen sehr begrenzt sind. Dennoch sei der Klub mit den Göppinger Verantwortlichen in Gesprächen, erklärt Bettina Schmauder. Das bestätigt auch die Göppinger Stadtverwaltung. „Als Sportstadt Göppingen liegt uns der Sport sehr am Herzen. Es ist uns grundsätzlich ein Anliegen, dass alle Vereine einschließlich der Kirchheim Knights bei uns gute Bedingungen vorfinden, um ihren Sport angemessen zu betreiben. Unser Ziel ist es immer, gemeinsam mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden, die den Interessen aller Sportvereine gerecht wird“, heißt es in einer Pressemitteilung. Allerdings, so die Stadtverwaltung weiter, könne man zu konkreten Details und dem weiteren Vorgehen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließende Auskunft geben.

Hallenneubau in Kirchheim noch nicht vom Tisch

In Kirchheim gab es bereits eine Machbarkeitsstudie, was den Bau einer neuen Halle betrifft. „Es ist ein offenes Geheimnis: Der Bedarf ist da, sowohl für den Vereins- und den Schulsport als auch für unser Team“, betont Knights-Geschäftsführerin Schmauder. Angesichts leerer Stadtkassen wollen die Ritter Investoren für einen Neubau begeistern. Allerdings müsse sich dieses Investment für potenzielle Investoren auch lohnen, stellt die Knights-Chefin klar. Bettina Schmauder: „Wir strecken die Fühler in verschiedene Richtungen aus. Es ist aber noch nichts spruchreif, aber wir arbeiten an einer kreativen Lösung.“

Erste Runde im BBL-Pokal in Göppingen

Die Zweitliga-Basketballer der Kirchheim Knights werden ihr Erstrundenspiel im BBL-Pokal in der Göppinger EWS-Arena austragen. Der genaue Spieltermin steht schon fest: Am Sonntag, 13. September, um 17 Uhr werden die Ritter einen Bundesligisten aus dem unteren Drittel der Beletage empfangen. Die Auslosung für die erste Runde findet im Juli statt.