Olympia-Star kündigt Karriereende an
: Kombinierer Manuel Faißt hört nach WM 2027 auf

Manuel Faißt (SV Baiersbronn) spricht über sein abgebrochenes Weltcup-Comeback. Der Olympia-Silbermedaillen-Gewinner 2022 erklärt zudem, warum er im nächsten Jahr seine Karriere beenden will.
Von
Sascha Eggebrecht
Baiersbronn
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Seine Siegerpose gab es in der jetzigen Wetcup-Saison nicht zu sehen. Der Grund: Nach seinem Achillessehnenriss war Kombinierer Manuel Faißt nicht in Bestform.

Seine Siegerpose gab es in der jetzigen Wetcup-Saison nicht zu sehen. Der Grund: Nach seinem Achillessehnenriss war Kombinierer Manuel Faißt nicht in Bestform.

Eibner/Memmler
  • Kombinierer Manuel Faißt beendet Karriere nach der WM 2027
  • Achillessehnenriss 2025; Weltcup-Comeback nach sechs Monaten, frühzeitig beendet
  • Grund für Abbruch: fehlende Schnellkraft, Springen noch nicht auf altem Niveau
  • Ziel bis 2027: mehr Spritzigkeit und besseres Skispringen für WM-Nominierung
  • Zur Frauen-Olympiafrage: Petition wichtig, Einfluss aufs IOC wohl gering

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als sich der Nordische Kombinierer Manuel Faißt im Sommer 2025 beim Fußball-Aufwärmen die Achillessehne gerissen hatte, war eigentlich klar: Die Saison ist gelaufen. Doch mit eisernen Willen kämpfte sich der 33-Jährige zurück und tauchte im Februar sogar wieder im Weltcup auf. Im Gespräch erklärt der Athlet, warum er seinen Comebackversuch dann doch frühzeitig abgebrochen hat.

SÜDWEST PRESSE: Vor den Olympischen Spielen gab es eine Petition, um das IOC davon zu überzeugen, die Frauen in der Nordischen Kombination ins olympische Programm aufzunehmen. Wie haben Sie diese Initiative wahrgenommen?
Manuel Faißt: Es war ein weiterer Versuch, die Aufmerksamkeit zu steigern. Es ist natürlich wichtig, dass die Frauen nicht aus dem Programm fliegen, weil dann die ganze Sportart aus dem olympischen Programm gestrichen wird. Am Ende entscheidet aber nur das IOC.

Glauben Sie, dass eine solche Petition tatsächlich Einfluss auf Entscheidungen des IOC haben kann?
Es ist sicherlich nicht von Nachteil, wenn viele Leute hinter der Aufnahme der Frauen ins olympische Programm stehen. Ob es am Ende einen Einfluss haben wird, glaube ich nicht. Gut ist aber, dass alles probiert wird.

Was müsste aus Ihrer Sicht passieren, damit die Nordische Kombination der Frauen zeitnah olympisch wird?
Das ist scher zu beantworten. Denn am Ende wissen nur die IOC-Entscheider, welche Faktoren sie bei der Entscheidung mit einfließen lassen werden.

Bleiben wir beim Thema Olympia. Bobfahrerin Lisa Buckwitz hat eine Befragung zur post olympischen Depression durchgeführt. Wurden Sie in diesem Zusammenhang ebenfalls befragt?
Nein.

Können Sie aber nachvollziehen, dass Sportlerinnen und Sportler nach einem olympischen Höhepunkt in ein emotionales Loch fallen?
Ja, klar. Denn jahrelang arbeiten die Athleten auf diesen großen Höhepunkt hin. Wenn das Event dann vorbei ist, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Sportler eine Leere fühlen und nicht wissen, wie es weiter gehen soll.

Haben Sie selbst schon erlebt, dass nach einem großen Saisonhöhepunkt oder nach ihrem Achillessehnenriss eine gewisse Leere da war?
Nein. Von meiner Verletzung habe ich mich ja schnell erholt und ich habe mich sofort der Herausforderung gestellt, wenngleich mir die Gesamtsituation natürlich genervt hat.

Wie sehr schmerzt es persönlich, nicht selbst bei Olympischen Spielen dabei gewesen zu sein?
Es ging. Ich hatte ja ein halbes Jahr Zeit gehabt, mich auf diese Situation einzustellen. Als die Spiele dann angefangen haben, war mein Schmerz schon verheilt. Zudem war es ja auch gut, dass die Besten hingefahren sind.

Welche Gedanken gingen Ihnen durch den Kopf, als Sie die Wettkämpfe im Fernsehen verfolgt haben – vor allem das Unglück in der Teamstaffel?
Vor allem hatten die Kombinierer großes Pech mit dem Wetter und dem Neuschnee bei den Spielen. Der Sturz von Geiger, der kann in diesem Schnee und wenn man dann etwas müde ist, schnell passieren. Wäre er nicht gestürzt, hätte es sicher für eine Medaille gereicht.

So sind die Kombinierer nach 1998 erstmals wieder ohne Medaille geblieben. Steht Bundestrainer Frenzel nun zur Disposition?
Glaube ich nicht, weil ansonsten die Leistungen der deutschen Kombinierer im Weltcup ja gestimmt haben.

Sie sind nach dem Riss der Achillessehne schon nach sechs Monaten wieder in den Weltcup zurückgekehrt. War diese schnelle Rückkehr im Nachhinein ein Fehler oder warum haben Sie die Saison dann doch frühzeitig abgebrochen?
Nein. Ich habe mich im Training läuferisch gut gefühlt und habe insgesamt gut trainiert. Dass ich beim Springen noch nicht auf dem früheren Level sein konnte, war klar. Ich wollte einfach meine Restchance auf Olympia nutzen. Ich habe es wenigstens versucht. Die Saison habe ich dann beendet, weil mir doch die Schnellkraft gefehlt hat.

Ist es nach so einer Verletzung und im Alter über 30 Jahren schwieriger, Schnellkraft wieder aufzubauen?
Ich war schon immer eher der Typ mit einer geringen Schnellkraft. Meine Trainer am Stützpunkt versuchen nun, mit unspezifischen Übungen neue Reize zu setzen. Sie hoffen, dass ich dann vielleicht sogar spritziger sein werde als vor der Verletzung. Ich habe jetzt ja genügend Zeit zum Trainieren.

Nun wartet im Jahr 2027 der nächste Höhepunkt mit der Weltmeisterschaft. In welchen Bereichen müssen Sie jetzt besonders hart arbeiten, damit es mit einer Nominierung klappt?
Wie gesagt, an meiner Spritzigkeit arbeiten und natürlich muss sich mein Niveau beim Springen von der Schanze verbessern. Wenn das alles zusammenpasst, werde ich konkurrenzfähig sein und dann hoffentlich eine gute Saison mit einer guten WM als Abschluss haben.

Als Abschluss - heißt es, dass Sie nach der Saison 2027 aufhören werden?
Ja, dann werde ich 34 Jahre alt sein. Dies ist ein gutes Alter, um aufzuhören.