Lokalsport
: Die SG Vöhringen ist raus

1:5 (0:3)-Heimniederlage gegen eine starke SG Herzogsweiler-Durrweiler, die ihre Ambitionen zumindest auf Platz 2 deutlich unterstrich.
Von
Jürgen A. Klemenz
Vöhringen

Daniel Heggenberger bejubelt seinen Treffer für die SG Herzogsweiler-Durrweiler zum zwischenzeitlichen 3:0.

Ulmer

Recht zufrieden ging gestern nach einer überzeugenden Leistung Herzogsweilers Spielertrainer Dein Smajovic vom Platz. So eben hatte seine Mannschaft die vermeintlich schwere Hürde bei Verfolger Vöhringen mit 5:1 genommen. Neben Vöhringen blieben gestern auch Wachendorf und Ergenzingen auf ihren 50 Punkten sitzen, während die SG mit der punktgleichen Spielgemeinschaft Felldorf/Bierlingen, die allerdings nur noch ein Spiel hat, 56 Zähler auf dem Konto hat. „Wir haben jetzt noch zwei Endspiele gegen Freudenstadt und in Empfingen. Ich schaue derzeit gar nicht auf die Tabelle, wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Aber ich denke, wenn man 26 oder 27 Spieltage immer vorne dabei ist, dann hätten wir das auch verdient.“ Mit „das“ meint Trainer Dein Smajovic zumindest Platz 2, den man übrigens auch im Vorjahr erreicht hat.

Bei der heimischen SG waren die Ausfälle der drei Führungsspieler Marc Geiser, Tobias Tews und Paul Sieg sowie von Keeper Frans Dorner nicht zu ersetzen. In der Abwehr hatte Trainer Markus Bradtke Benni Hauser in der Innenverteidigung reaktiviert, der hielt hinten den Laden noch einigermaßen zusammen. Einen rabenschwarze erste Halbzeit hatte Keeper Daniel Dittmann, der zumindest an den ersten beiden Toren der Gäste kräftig mithalf. Smajovic drückte das so aus: „Wir lagen zur Pause 3:0 vorn, das hat uns der Gegner sehr leicht gemacht.“

Dem 1:0 in der 6. Minute ging ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld voraus. Den zirkelte der ganz starke Abwehrchef Michael Züfle in den Strafraum. Dittmann stieg hoch, ließ den Ball fallen, der erste Schuss von Wladislav Weber wurde auf der Torlinie noch abgewehrt, der Nachschuss von Gerhard Melewzik saß. Das 2:0 in der 38. Minute machte nach einer Ecke und einer ganz unglücklichen Faustabwehr von Dittmann der aufgerückte Verteidiger Daniel Heggenberger, der auch kurz vor dem Pausenpfiff den dritten Treffer für die Gäste machte. Wieder ging ein Eckball voraus, diesmal klebte Dittmann auf der Linie. Drei Standards - drei Tore, viel effektiver geht’s nicht.

Allerdings wussten die Gäste auch spielerisch zu überzeugen. Die Abwehr ließ kaum etwas zu, im Mittelfeld hatten Benjamin Joswig und Dario Schmidt ein deutliches Übergewicht, auf der Zehn lieferte Melewzik eine ganz starke Partie ab und vorne sorgten Smajovic und Weber für Gefahr.

Nach der Pause agierten die Hausherren ein bisschen engagierter, ohne aber so richtig in die gefährliche Zone vor das Gästetor zu kommen. Unter der insgesamt sehr guten Leitung des jungen Schiedsrichters Daniel Dosch (Spvgg Aldingen) ließen es die Gäste ein bisschen ruhiger angehen, kontrollierten aber jederzeit die Begegnung. Dem 4:0 durch Gerhard Melewzik ging ein sehenswerter Angriff mit einem Diagonalpass von Dario Schmidt auf Smajovic voraus, der das Leder nach links zu „Mele“ weiterleitete, der Dittmann mit seinem zweiten Treffer bezwang (63). Der SG Vöhringen gelang mit einem schnellen Konter der 1:4-Ehrentreffer. Vorausgegangen war ein Solo von Herzogsweilers Abwehrchef Michael Züfle bis zur gegnerischen Eckfahne. Dadurch war die Gästeabwehr hinten mal unsortiert. Das nutzte Edwin Sieg im zweiten Versuch gegen den A-Jugendlichen Kevin Stahl im Tor der Gäste, der zuvor glänzend gegen Deniz Dursun gerettet hatte.

Einzige strittige Situation des Schiedsrichters gab es kurz vor Schluss, als er einen Elfmeter für die Gäste hätte pfeifen müssen. Benni Hauser hat da mit überzogenem Körpereinsatz Gerhard Melewzik im Strafraum abgeräumt. Der fünfte Treffer fiel aber auch so. Nachdem Dein Smajovic ein Abseitstor zu Recht aberkannt wurde (88.), stellte Dario Schmidt mit toller Einzelleistung in der Nachspielzeit den auch in der Höhe verdienten 5:1-Endstand her.

Vöhrigens Trainer Markus Bradtke sah das nicht ganz so. „Der Sieg fiel ein oder zwei Tore zu hoch aus. Wir waren nicht so schlecht unterwegs. Wenn man allerdings drei solche Tore kriegt, wird’s schwierig. Aber wir haben insgesamt eine gute Runde gespielt, sollten jetzt halt schauen, dass wir nicht noch auf Platz 6 oder 7 durchgereicht werden. Denn das wäre echt schade.“

Dein Smajovic sah „eine gute Vorstellung meiner Mannschaft. Nach der 3:0-Führung zur Pause haben wir nur noch das gemacht, was wir machen mussten. Dennoch hatte der Gegner keine großen Chancen.“