Horb · Tennis: Klug auf den Punkt gehen

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Nicht gesetztSelbst der 20-fache Grand-Slam-Sieger Roger Feder weiß, dass ein Tennisspiel erst zu Ende ist, wenn man den Matchball verwandelt hat - das jüngste Wimbledon-Finale lässt grüßen. Diese Erfahrung hat gestern auch die Kroatin Tena Lukas in der ersten Runde des AHG-Cups auf der Anlage des TC Bildechingen gemacht. Die an Nummer drei gesetzte Spielerin führte beim mit 25 000-US-Dollar dotierten Turnier gegen das Schweizer Talent Simona Waltert mit 6:3 und 5:3. Dort hatte die Kroatin ihren ersten Matchball, den die Schweizerin abwehrte, den nächsten wehrte sich dann in der Manier eines Champions ab. Den Aufschlag von Lukas drosch die Schweizerin mit ihrer Vorhand ins Eck. „Das war so gewollt. Ich habe nicht einfach nur draufgehauen und gehofft, dass der Ball ins Feld geht“, sagte Waltert nach dem Spiel.
Doch die Kroatin hatte ja eine weitere Chance. Aber, sie schaffte es nicht, ihr Aufschlagsspiel zum Match durchzubringen, die Schweizerin schaffte das Break und glich weniger später zum 5:5 aus. Als dann beide ihre Services durchbrachten, musste der Tie-Break die Satzentscheidung bringen. Dort führte Lukas schnell mit 3:0, schaffte es aber nicht, den Vorsprung zu halten. Die Schweizerin kämpfte sich zurück und gewann den Satz noch mit 7:5. Im dritten Durchgang sprach nun wieder alles für die Kroatin, die ein schnelles Break machte und bei 5:3 weitere Matchbälle hatte. Alle nicht genutzt. Danach lief nicht mehr viel im Spiel der Kroatin und die Schweizerin verwandelte ihren ersten Matchball zum 3:6, 7:6, 7:5-Erfolg.
„Ich bin zunächst gar nicht in das Match gekommen und habe viele Fehler gemacht“, sagte Waltert nach dem Spiel. Schnell lag sie 1:5 hinten. „Dann habe ich aber schon gemerkt, dass es besser wird.“ Diese Sorgen hatte die deutsche Carmen Schultheiss gestern nicht. Im Quali-Finale siegte die Waldau-Spielerin ganz souverän gegen Jenny Duerst (Schweiz) mit 6:0 und 6:1. Der Erfolg ist umso erstaunlicher, weil Schultheiss im April noch gegen ihre jetzige Gegnerin bei einem Turnier in Antalya in drei Sätzen unterlegen war. „Ich hatte diese Niederlage aber gar nicht im Hinterkopf gehabt. Ich wollte einfach mein Ding durchziehen. Das ist mir sehr gut gelungen“, sagte Schultheiss zufrieden.
Damit hat die Waldau-Spielerin den Sprung in das Hauptfeld geschafft. Dort trifft sich heute auf die Brasilianerin Nathaly Kurata. Wenn Schultheiss ihre Punkte aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen will oder sogar noch ausbauen möchte, ist heute ein Sieg gegen Kurata pflicht. Denn die Deutsche hatte im vergangenen Jahr die zweite Runde in Bildechingen erreicht.
Heute wird zudem auch Titelverteidigerin Katharina Gerlach zum Schläger greifen. Sie spielt nicht vor 15 Uhr gegen Angelina Wirges.