Fußball
: EM-Quartier in Freudenstadt: Die Dänen wollen kommen

Freudenstadt wird wohl offiziell Teil der Europameisterschaft 2024: Dänemark will sein Quartier im Hotel Fritz Lauterbad aufschlagen und im Hermann-Saam-Stadion trainieren.
Von
Moritz Hagemann
Freudenstadt

Die Lobby des Hotels in Freudenstadt.

Ulmer

Nun scheint klar: Der dänische Verband wird sein Quartier während der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Freudenstadt aufschlagen. Bereits am Freitag teilte Martin Borre, der verantwortliche Sprecher des Verbandes „Dansk Boldspil-Union“ (DBU), auf Nachfrage der NECKAR-CHRONIK mit, dass „die letzten Details des Vertrages noch nicht geklärt sind“. Für Anfang dieser Woche kündigte Borre eine Pressemitteilung an, in der dann alles offiziell gemacht werden soll.

Dänemark, das sich in der Qualifikation als Gruppensieger souverän durchsetzte, spielt bei der EM in Stuttgart gegen Slowenien (16. Juni), in Frankfurt gegen England (20. Juni) und in München gegen Serbien (25. Juni) - ein Quartier im Süden der Republik ist folgerichtig. Dem Vernehmen nach hatten die Dänen zwar zunächst damit gehadert, dass es in Freudenstadt nur einen Rasenplatz gibt, aber ansonsten über die Bedingungen geschwärmt. Schon zu Beginn der vergangenen Woche gab die DBU dann ihre formale Zusage, bis die letzten Details geklärt und die Verträge unterzeichnet waren, dauerte es aber noch einige Tage.

Am Samstag bestätigte Steffen Schillinger vom Hotel Fritz Lauterbad: „Wir haben zwischenzeitlich eine Zusage eines Teams.“ Welches, das durfte er zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht sagen. Daher war ein Zimmer im Hotel am Samstag bereits nicht mehr zu buchen, zuvor kostete ein Doppelzimmer mit Frühstück werktags rund 250 Euro pro Nacht. Das Hotel sei während der Zeit komplett für die Mannschaft exklusiv gebucht, so Schillinger. Was das den Verband kostet? „Die genauen Beträge sind tatsächlich abhängig von den finalen Leistungen, die erbracht werden“, erklärt er. „Daher kann und darf ich hierzu keine Auskunft geben.“

Vier Bundesliga-Kicker dabei

Die NECKAR-CHRONIK hatte bereits am Donnerstag bei der Stadt Freudenstadt angefragt, wie weit die Gespräche mit dem dänischen Verband sind? Stadtsprecher Volker Rath hielt sich bedeckt, bis Redaktionsschluss am Montagabend äußerte sich die Stadt nicht öffentlich dazu.

Jedenfalls dürfen sich die Fußballfans in der Region auf einige bekannte Namen freuen: In Yussuf Poulsen (RB Leipzig), Jonas Wind, Joakim Maehle (beide VfL Wolfsburg) sowie Frederik Rönnow (Union Berlin) standen zuletzt vier Bundesliga-Profis im Aufgebot des dänischen Nationaltrainers Kasper Hjulmand.

Neben Eriksen sind Torhüter Kasper Schmeichel (RSC Anderlecht), Innenverteidiger Andreas Christensen (FC Barcelona) und Pierre-Emile Højbjerg (Tottenham Hotspur, früher FC Bayern München) die bekanntesten Namen im dänischen Team.

Dänemark, derzeit auf Platz 19 der Weltrangliste, war bei der WM in Katar 2022 ohne Sieg in einer Gruppe mit Frankreich, Australien und Tunesien ausgeschieden - auch in Freudenstadt wird nun gehofft, dass die Verweildauer der Dänen im Turnier länger sein wird. Etwa so wie 1992, als „Danish Dynamite“ völlig überraschend den EM-Titel holte.

Tourismus: Dänemark bringt großes Potenzial

D as Ministerium f ür Wirt schaft, Arbeit und Tourismus freut sich über die Wahl des dänischen Verbandes: „Die Dänen sind sehr naturverbunden und affin für nachhaltiges Reisen. Das passt hervorragend zu Baden-Württemberg als Reiseziel“, erklärt eine Sprecherin gegenüber der NECKAR-CHRONIK. Dem werde man mit gezielten Marketingmaßnahmen durch die Tourismusmarketinggesellschaft Rechnung tragen. In einer datengestützten Analyse für Baden-Württemberg als Reiseziel belege Dänemark Platz 8 von 46 Märkten. Von Januar bis September 2023 sind 98702 Übernachtungen aus Dänemark in Baden-Württemberg registriert worden (Quelle: Statistisches Landesamt). „Dieses Potenzial gilt es zu nutzen“, sagt die Sprecherin. Gemeinsam mit der Deutschen Zentrale für Tourismus in Kopenhagen will das Stuttgarter Ministerium weitere Marketingmaßnahmen umsetzen, sobald die offizielle Bestätigung vorliegt.