Fußball-Bezirksliga: Kracher aus der Verbandsliga für Wachendorf

Als Stürmer sind die Qualitäten von Marco Sumser (links) bekannt, doch wie schlägt er sich künftig als Trainer des SV Wachendorf?
UlmerViele kennen ihn noch aus seiner Zeit beim Landesligisten FC Holzhausen: Torjäger Marco Sumser, der momentan für den Verbandsligisten FC 07 Albstadt auf Torejagd geht und nun wieder in den Bezirk Nördlicher Schwarzwald zurückkehrt. Der SV Wachendorf, aktuell Tabellensiebter der Bezirksliga, hat sich die Dienste des treffsicheren Stürmers gesichert.
Sumser wird Nachfolger von Wachendorfs Coach Markus Link, der nach vier Jahren beim SVW im Sommer zurücktreten wird. Das bestätigte Wachendorfs Abteilungsleiter Dietmar Nill auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE: „Er hat uns vom Fußballerischen überzeugt. Es ist zwar seine erste Trainerstation, aber durch seinen Beruf als Sportlehrer ist er belesen und weiß, wie man ein Team führt. Wir hatten noch zwei, drei andere Kandidaten auf dem Zettel, aber letztlich war er der Mann, der uns überzeugt hat.“
Und auch Marco Sumser war nach den Gesprächen mit den Wachendorfer Verantwortlichen vom Verein und der Mannschaft angetan: „Das ist genau die richtige Mannschaft für mich. Sie haben viele junge Spieler, denen ich was beibringen will. Es war mir wichtig, nicht eine Mannschaft mit nur alten Hasen zu übernehmen“, sagt Sumser.
Erste Station als Trainer
Für den 29-Jährigen wird der SV Wachendorf die erste Trainerstation im Aktiven-Bereich sein. Nur einmal stand er bisher als Coach an der Seitenlinie: Vor sechs Jahren bei den A-Junioren der Spvgg Bochingen. „Da bin ich dann auf die Idee gekommen, Lehrer zu werden“, erzählt er.
Im Lehramtsstudium eignete sich der 29-Jährige viel Wissen im Bereich Trainingslehre an, durchforstete Bücher zum Thema und entwickelte so nach und nach seine eigene Spielphilosophie, die er ab Sommer beim SV Wachendorf einbringen möchte. „Ich denke, die Bezirksliga ist dafür genau das Richtige“, sagt Sumser und erklärt: „Es geht in Richtung Ballbesitzfußball. Dafür brauchen die Spieler technische Fertigkeiten. Aber auch schnelles Umschalten ist mir wichtig. Ich muss mir aber erst noch ein paar Spiele von Wachendorf anschauen und meine Philosophie an die Stärken und Schwächen der Mannschaft anpassen.“
Für Wachendorf hat Sumser ein weiteres Angebot aus der Bezirksliga und eins aus der Kreisliga abgelehnt. „Das Drumherum hier passt. Was der ganze Verein auf die Beine gestellt hat, jeder arbeitet für jeden. Es sind auch Kleinigkeiten, die man bei anderen Vereinen vermisst: Zum Beispiel das gemeinsame Essen nach Heimspielen“, sagt der 29-Jährige zufrieden.
Als Ziel formuliert Sumser: „Ich will die jungen Spieler integrieren, guten Fußball spielen und nicht nur die Bälle nach vorne bolzen.“ Am Ende soll dann dabei möglichst ein einstelliger Platz im vorderen Tabellendrittel herauskommen.
Der Trainer selbst wird die Wachendorfer nicht nur von der Seitenlinie, sondern auch auf dem Feld als Spieler unterstützen. „Ich denke, ich werde den Schwung aus der Verbandsliga mitnehmen können“, sagt der 29-Jährige. Ob dem Trainer-Neuling ein Assistenzcoach zur Seite gestellt wird, ist noch nicht sicher: „Wir müssen noch schauen, wie wir es machen, aber es wird dann wohl eher eine interne Lösung geben“, sagt Sumser.
Sumsers Tore werden den Wachendorfern sicher weiterhelfen: Mit sieben Saisontreffern ist der Torjäger zusammen mit Pietro Fiorenza treffsicherster Albstädter in der Verbandsliga.
Doch der enorme Aufwand mit vier Trainingsterminen in der Woche ist dem 29-Jährigen zu viel geworden: „Mit 45 bis 60 Minuten Fahrt von Bochingen nach Albstadt war es nicht so einfach“, sagt Sumser. Ab Juli hat er es dann einfacher: Von Bochingen nach Wachendorf sind es nur noch 25 Minuten.