Paris-Traum geplatzt: „Ich könnte heulen“ - Reaktionen auf das Olympia-Aus von Manuel Eitel

Reaktionen auf Olympia-Aus von Manuel Eitel.
Matthias Kessler„Wie bitte?“, lautete die erste Reaktion von Florian Wacker, Mitglied der Abteilungsleitung Leichtathletik des SSV Ulm. Die Nachricht vom plötzlichen Olympia-Aus von Manuel Eitel hatte ihn noch gar nicht erreicht. Er sucht nach Worten. „Ich bin wirklich sprachlos“, ist das einzige, was Wacker in dem Moment herausbekommt. Seine Reaktion steht sinnbildlich für alle, die Zehnkämpfer Eitel auf seinem Weg zu den Olympischen Spielen begleitet haben.
Am Dienstagnachmittag teilt der Deutsche Leichtathletik Verband (DLV) mit, dass Manuel Eitel krankheitsbedingt auf seinen Zehnkampf verzichten muss, später bestätigt der 27-Jährige selbst: Er hat Corona und hat mit seinem Ärzteteam die schwere Entscheidung getroffen, seinen Start in Paris abzusagen. Wolfgang Beck, der langjährige Cheftrainer und spätere Abteilungsleiter der Leichtathleten des SSV Ulm, ist schockiert. „Ich könnte heulen. Jetzt hat man das ganze Jahr aufgepasst, rund ums Training immer mit Maske. Er war nicht auf dem Schwörmontag, und dann sowas.“ Schon die offizielle Verabschiedung Eitels am Vortag hatte der Verein spontan abgesagt.
Große Anteilnahme nach Olympia-Aus auf Instagram
Auf Instagram veröffentlichte Eitel am frühen Dienstagabend einen emotionalen Post. Darin: Ein schwarzes Bild, gefolgt von einem zweiten, mit den Leistungen seines bis dato besten Zehnkampfes aus dem vergangenen Jahr. 8537 Punkte. „Heute ist einer der schlimmsten Tage meines Lebens“, schreibt der Ulmer dazu.
Darunter sammeln sich minütlich neue Kommentare. Sie reichen von gebrochenen Herz-Emojis von Weitspringerin Malaika Mihambo und 400-Meter-Sprinterin Alica Schmidt, bis hin zu aufmunternden Worten. „Wir fühlen und leiden mit dir. Wir hätten dir so gerne zugeschaut und zugejubelt beim olympischen Zehnkampf. Jetzt bleibt uns nur, gute Besserung und comebackstronger zu wünschen. Wenn einer weiß, wie das geht , dann du,“ schreibt der DLV. Zehnkampf-Urgestein Frank Busemann tröstet mit den Worten "Ich weine mit dir, mein Lieber. Es ist grausam und kacke". Julian Weber versucht derweil aufbauende Worte zu finden: „Tut mir Leid Champ, du wirst stärker zurückkommen.“
Auch einige Zehnkampf-Kollegen melden sich zu Wort. Der Norweger Markus Rooth schreibt „I'm so sorry for you man“ (Es tut mir so leid für dich), Janek Oiglane aus Estland ergänzt "that is heartbreaking" (Das ist herzzerreißend).
Eitel zeigt sich derweil als fairer Sportsmann. „Ich will Till Steinfort, der Ersatzmann ist, die Chance geben, tolle Olympische Spiele zu erleben“, sagt Eitel. Auch wenn es der 27-Jährige, der sich als drittbester Deutscher über die Rangliste (Bestleistung 8357) für Olympia qualifiziert hat, verdient gehabt hätte.

