Paralympics 2024: „Werden rückwärts schwimmen“ – Wieder Probleme mit der Seine

Nicht die Wasserqualität der Seine ist derzeit Thema unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Paralympics, sondern ihre Geschwindigkeit.
David Goldman/AP/dpaEs war eines der prägendsten Themen während der Olympischen Spiele in Paris: die Wasserqualität der Seine. Zahlreiche Trainingseinheiten mussten abgesagt, der Start der Triathleten gar um einen Tag verschoben werden. Zu schlecht waren die Messwerte, zu groß die Gefahr für Athletinnen und Athleten, sich mit einem gesundheitsgefährdenden Keim anzustecken.
Kaum waren die Spiele vorbei, war auch die Seine kein Thema mehr – bis jetzt! Denn mit den Paralympics vor der Tür gilt auch wieder ein eher besorgter Blick in Richtung des Flusses, der das Stadtbild der französischen Hauptstadt so stark prägt, ein Publikumsmagnet während der Olympischen Spiele war und auch bei den Paralympics Austragungsort zahlreicher Wettbewerbe sein wird.
Doch wie sollte es auch anders sein, droht den Organisatoren erneut Ärger mit der Seine. Hauptärgernis ist dieses Mal weniger die Wasserqualität, sondern vielmehr die Fließgeschwindigkeit. „Das Hauptproblem ist die Strömung“, sagte vor dem offiziellen Beginn der Spiele Martin Schulz, deutsche Goldhoffnung im Triathlon, dessen Wettbewerb am 1. September stattfinden soll.
„Viele werden rückwärts schwimmen“
Der Olympiasieger von Rio (2016) und Tokio (2021) kritisierte, dass die starke Strömung schon bei den Spezialisten Ende Juli/Anfang August sehr „grenzwertig“ gewesen sei. „Für viele Para-Athleten ist es unmöglich, stromaufwärts zu schwimmen. Im Idealfall bleibt man auf der Stelle stehen. Viele werden aber auch rückwärts schwimmen“, führt er weiter aus.
Das Bild der Olympischen Spiele vor ein paar Wochen droht, sich zu wiederholen: Ein anderes Datum des Wettbewerbs steht ebenso im Raum wie ein Schwimmen stromabwärts oder – im schlechtesten Fall – ein Duathlon, bestehend aus Laufen, Radfahren und nochmals Laufen. Allerdings: „Es würde ein fader Beigeschmack bleiben“, betonte Schulz: „Man macht Triathlon, weil man in allen drei Sportarten gut ist. Es ist eine andere Sportart. Das ist wie, wenn man beim Zehnkampf fünf Disziplinen weglassen würde.“
Wasserqualität droht erneut zu kippen
Dadurch wiederum steige das Risiko einer Wettbewerbsverzerrung, sagt der Präsident des Deutschen Behindertensportverbands, Julius Beucher. Und Schulz ergänzt: Es gebe „den einen oder anderen Nutznießer oder den einen oder anderen, der das Nachsehen hat“, sagte Schulz: „Im Para Triathlon ist es noch spezieller, weil die Klassifizierung einen Triathlon berücksichtigt.“
Und zu allem Überfluss droht nun auch das Thema Wasserqualität noch einmal anzuklopfen. Aktuell scheint zwar die Sonne in Paris und der Sommer zeigt sich von seiner besten Seite, doch ausgerechnet in Richtung Wochenende droht Regen – genau dann, wenn die Triathleten am 1. und 2. September in die Seine springen sollen...

