Für die fünfmalige Skisprung-Weltmeisterin Carina Vogt sind die Titelkämpfe in Oberstdorf vorzeitig beendet. Die 28-Jährige wurde von Bundestrainer Andreas Bauer nicht für das Einzel auf der Großschanze am Dienstag (17.15 Uhr/ZDF) nominiert und kann damit bei der Heim-WM nicht mehr starten. „Ich habe überhaupt keinen Zugriff. Bissl traurig bin ich. Es hat irgendwie nicht ganz gereicht“, sagte Vogt nach dem entscheidenden Training am Montag. Zuvor war die erfolgreichste Springerin Deutschlands schon für den Teamwettbewerb der Frauen auf der Normalschanze gestrichen worden.
„Sie ist einfach von der gesamten Physis nicht in der Lage, einen erfolgreichen Einzelwettkampf bestreiten zu können“, sagte Chefcoach Bauer. Bei Vogt, die sich 2019 einen Kreuzbandriss zuzog und viele Probleme hatte, könnte nach Bauers Aussagen nach der WM noch einmal ein Eingriff am Knie notwendig sein, „damit wir die Probleme noch in den Griff bekommen“.

Langläuferin startet bei WM in kurzen Hosen

Unterdessen haben Deutschlands Langläuferinnen bei frühlingshaften Temperaturen einen Top-Ten-Platz zwar verpasst, dafür aber neuen Auftrieb gefunden. Teamchef Peter Schlickenrieder wertete das Resultat seiner Athletinnen, von denen Victoria Carl am Dienstag beim nächsten Triumphzug der Norwegerin Therese Johaug als Beste Rang 14 belegte, als Zwischenerfolg. „Das Ergebnis heute tut einfach gut“, sagte Schlickenrieder nach dem Zehn-Kilometer-Rennen in der freien Technik. Pia Fink schaffte es als zweitbeste Deutsche auf den 20. Platz.
Beim Gold-Lauf Johaugs sorgten das warme Wetter dafür, dass unter anderen die Amerikanerin Jessica Diggins in kurzen Hosen an den Start ging. Carl nannte das Rennen „richtig hart“. Die 25-Jährige hatte noch gar nicht alle Fragen beantwortet, da sagte sie schon: „Ich muss jetzt ganz schnell in den Schatten und Flüssigkeit nachfüllen.“