Schwäbisch Hall / Viktor Taschner Der SC Steinbach sichert sich den Stadtmeistertitel bei den Aktiven. Gailenkirchen gewinnt bei den Ü32-Senioren. Die Sportfreunde Hall siegen mit ihrer E-Jugend.

Er wehrt den Ball nach vorne ab und reckt dann die Faust nach oben. Dann verschwindet er im Jubelpulk seiner Mitspieler. Alle Steinbacher Spieler hüpfen vor Freude und drücken ihren Torwart Michael Schwenger an die Hallenwand, während auf der Tribüne der Hagenbachhalle die Fans des SC Steinbach ihre Siegesgesänge anstimmen. Soeben haben die Steinbacher die Stadtmeisterschaft gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall in einem dramatischen 11:10 nach Neunmeterschießen gewonnen.

„Wir waren in den vergangenen Jahren oft knapp dran. Diesmal haben wir es wirklich geschafft. Dass ich das noch einmal erleben darf ...“, sagt Michael Schwenger, der Held des Abends, nach Turnierschluss. Der 33-Jährige glänzt nicht nur mit seinen Paraden, sondern gehört auch zu den drei Steinbachern, die sowohl im Halbfinale gegen die SSV Hall als auch im folgenden Endspiel die Strafstöße schießen. „Man entscheidet sich intuitiv für eine Ecke“, erklärt Schwenger mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.

Koch und Kolegov treffen

Zufrieden kann Schwenger sein, denn seine Steinbacher schlagen im Finale die favorisierten Sportfreunde. Der Landesligist tritt im Gegensatz zum Vorjahr mit etlichen Stammspielern wie Nico Sasso, Daniel Martin oder Chris Baumann an. Im Finale gehen die Sportfreunde zunächst in Führung, als Yannik Winker den Ball quer passt und Dennis Koch aus kurzer Distanz einschiebt. Trotzdem lässt sich der A-Ligist Steinbach nicht entmutigen und kommt durch Daniel Kolegov zum Ausgleich. Nach einer dreiminütigen Verlängerung hat Steinbach vom Punkt das bessere Ende für sich.

Lukas Vanneste stammt aus Oberrots Partnergemeinde Zweisimmen. Beim Jugend-Eurocup lief er für den FC Thun auf.

Die große Freude über den Titel bei den Steinbachern, die vollbesetzte Halle und die rassigen aber fairen Partien zeigen, dass die Stadtmeisterschaft von den Teams ernst genommen wird, obwohl es keine Punkte für die Feld­runde gibt. In der Halle haben die wendigen, technisch versierten Spieler Vorteile. Auch die Klassenunterschiede zwischen den Mannschaften machen sich auf dem engeren Hallenfeld kaum oder gar nicht bemerkbar. Das temporeiche Spiel mit Bande geht aber bei allen auf die Kondition. Ungefähr für drei oder vier Minuten reicht die Puste bei den meisten, dann folgt ein fliegender Wechsel wie im Eishockey.

Alle Mannschaften nehmen nun langsam wieder das Training für die Rückrunde auf. Beim TSV Hessental hat Marian Föll bei den Stadtmeisterschaften quasi seinen Einstand als Spielertrainer gefeiert. In der Winterpause hat er das Team, das derzeit einen Abstiegsplatz in der Bezirksliga belegt, in neuer Funktion übernommen. „Ich hatte vor, nach der Karriere ins Trainergeschäft zu wechseln, daher hat das jetzt gut gepasst.“

Seit Sommer spielt der Verteidiger am Einkorn. „Ich wohne seit April in Michelbach. Daher bin ich schnell am Vereinsgelände.“ Natürlich sei er sich der Schwere der Aufgabe bewusst: sechs Punkte Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze. „Wir müssen uns taktisch verbessern, defensive Stabilität haben und in der Offensive variabler werden.“ Für mehr Torgefahr soll Julian Schwerdt sorgen, der vom SC Bibersfeld nach Hessental gewechselt ist.

Im Gegensatz zu den Aktiven, die Fünf gegen Fünf spielen, stehen bei den Ü32-Senioren jeweils sechs Akteure auf dem Feld. Auch dort sind die Teams vom Niveau her nah beieinander. Beide Halbfinals werden erst nach Neunmeterschießen entschieden. Senioren-Titelverteidiger Steinbach wirft so den TSV Hessental aus dem Wettbewerb, danach haben die Gailenkirchener die besseren Nerven gegen den Ausrichter TSV Sulzdorf. Auch im Finale rechnen schon viele wieder mit einem Strafstoßschießen, als Gailenkirchen zwei Minuten vor Schluss in Führung geht. Die Steinbacher drängen in der Schlussminute auf den Ausgleich, kassieren aber dann noch das 0:2.

Der dritte Stadtmeistertitel des Tages geht bereits am Vormittag an die E-Junioren der Sportfreunde Hall. Auch sie setzen sich sowohl im Halbfinale als auch im Endspiel nach Sechsmeterschießen durch. „Das kostet schon viele Nerven“, sagt E-Jugendtrainer Niklas Leonberger. Er hätte sich gewünscht, dass auch die Kleinen mit Bande auf einem größeren Feld spielen und nicht mit Seitenaus. „So war der Platz bei Fünf gegen Fünf ziemlich eng.“ Das trübte aber nicht die Freude über den Turniersieg. Damit alle Kinder glücklich nach Hausen gehen, hat der Stadtverband für Sport an alle E-Jugendlichen der acht Mannschaften Eintrittskarten fürs Haller Schenkenseebad verteilt.

Der Ausrichter TSV Sulzdorf zeigt sich am späten Samstagabend auch erfreut über den Turnierverlauf. „Es gab keine größeren Verletzungen“, berichtet Abteilungsleiter Christoph Heinz. Insgsamt 50 freiwillige Helfer für drei Schichten hat der Verein finden müssen – obwohl die Sulzdorfer zwei Großereignisse am selben Wochenende stemmen müssen. Am Freitag und zeitgleich am Samstag hat der Verein seine Winterfeiern. Viele sind an beiden Orten im Einsatz. „Wenn es hier in der Hagenbachhalle vorbei ist, dann haben wir noch keinen Feierabend.“

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