American Football Schwäbisch Hall Unicorns: McCray hört als Spieler auf

Daniel McCray jubelt auf dem Haller Rathausbalkon über die deutsche Meisterschaft 2017. Auch 2018 gewinnt er mit den Unicorns den German Bowl. Nun hat er sein Karriereende verkündet.
Daniel McCray jubelt auf dem Haller Rathausbalkon über die deutsche Meisterschaft 2017. Auch 2018 gewinnt er mit den Unicorns den German Bowl. Nun hat er sein Karriereende verkündet. © Foto: Archiv/Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Viktor Taschner 24.10.2018
Nach Christian Rothe verkündet mit Daniel McCray der zweite Kapitän der Unicorns seinen Rücktritt.

„Ich habe fünf Jahre alles für Hall gegeben, aber jetzt ist Schluss“, sagt Unicorns-Linebacker Daniel McCray. Der 32-Jährige, bisher einer von vier Mannschaftskapitänen der Haller, hat auf Facebook sein Karriereende verkündet. Sehr viele alte Weggefährten haben seinen Eintrag kommentiert, sich bei ihm bedankt und ihm alles Gute für die Zukunft gewünscht.

Den Entschluss, das Footballfeld definitiv zu verlassen, trifft McCray nach dem German-Bowl-Sieg – des Vorjahres. „Drei Wochen nach dem Sieg gegen Braunschweig stand für mich fest: Die nächste wird meine letzte Saison.“ Headcoach Jordan Neuman und Defense Coordinator Johannes Brenner seien in seinen Plan eingeweiht gewesen, auch die Mitspieler hätten gewusst, dass er aufhören möchte. „Natürlich wollten mich viele überreden, weiterzumachen, aber es war definitiv meine letzte Saison.“

Sehen Sie hier den German Bowl XL noch einmal in der Wiederholung:

Happy End gegen Braunschweig

Dieser Titelgewinn 2017 ist für McCray das persönliche Highlight. Für ihn sei diese Meisterschaft schöner gewesen als die diesjährige – weil es gegen Braunschweig war, gegen die es dreimal zuvor nicht geklappt hatte, und weil Devin Benton, dessen Papa in jenem Jahr verstorben war, den entscheidenden Fieldgoal-Versuch des Gegners geblockt hat. „Da kam alles zusammen, es war ein perfektes Happy End.“

Das Traurigste in seiner Karriere sei es, nun aufzuhören bei den Unicorns. „Hall ist ein besonderer Verein. Die Leute machen ihn so besonders. Als mein Sohn Ely drei Wochen alt war, war er zum ersten Mal bei einem Heimspiel dabei. Die Unicorns-Mitarbeiter haben sich immer super um ihn gekümmert“, sagt McCray dankbar. So hat er sich aufs Spielen konzentrieren können und Mama Valentina als Zuschauerin feuerte ihn an. „Ely ist jetzt zweieinhalb. Im Kindergarten singt er jetzt unser Team-Lied ‚The U, the U, it’s all about the U’, wenn wir ihn abholen“, lacht McCray.

Mit Christian Rothe und ihm werden nun zwei von vier Kapitänen in der kommenden Spielzeit nicht mehr für Hall auflaufen. Auch Routinier Danny Washington wird nicht mehr für die Unicorns antreten. Mitkapitän und Quarterback Marco Ehrenfried wird möglicherweise berufsbedingt auch in der neuen Saison kürzertreten müssen. Können die Unicorns diese Abgänge von erfahrenen Spielern ohne Weiteres verkraften? „Es wird ein positiver Umbruch werden, da bin ich mir sicher“, sagt der zweifache deutsche Meister McCray. Die jüngeren Spieler hätten viel gelernt von den Älteren. „Sie wissen, worauf es ankommt. Sie nehmen zum Beispiel das Training und das Videoschauen des nächsten Gegners sehr ernst“, lobt Daniel McCray die junge Haller Garde. „Das Team wird den Verlust der erfahrenen Spieler wahrscheinlich schon am Anfang merken, aber sie werden jetzt nicht in ein riesiges Loch fallen.“ Schließlich seinen ja auch noch etablierte Spieler wie Simon Butsch oder Cody Pastorino da, die vorangehen werden.

So ganz kann der 32-Jährige den Footballsport aber nicht loslassen. „Ich habe mich vor Kurzem entschlossen, die U.19 der Mannheimer Rhein-Neckar Bandits zu coachen.“ Leicht sei ihm diese Entscheidung nicht gefallen, beteuert McCray. Auch Jordan Neuman wollte ihn als Coach bei den Unicorns halten. „Aber ich habe in den letzten Jahren viel fahren müssen. Das wollte ich nun nicht mehr“, erklärt McCray, der in Sandhausen wohnt und daher in der Rhein-Neckar-Region beheimatet ist. Bevor er bei den Bandits als Jugendtrainer zugesagt hat, fragt McCray erst am Telefon Neuman, ob es in Ordnung gehe. „Ich habe ja den Unicorns als Jugendcoach abgesagt. Da wollte ich nochmal das Gespräch suchen, bevor ich zu einem anderen Verein gehe. So ist aber sicher, dass ich zumindest einmal im Jahr in Hall bin, wenn wir mit Mannheim dort spielen“, sagt McCray mit einem Lächeln.

14 Jahre erste Liga

Nun will er Werte wie Disziplin, Arbeitsmoral und Teamgeist der Mannheimer U.19 vermitteln – eben die Werte, die er in 18 Jahren Football, davon 14 Jahre in der GFL bei den Weinheim Longhorns, Marburg Mercenaries, Saarland Hurricanes, Rhein-Neckar Bandits und den Unicorns selbst aufgesogen hat.

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