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Schwäbisch Hall Unicorns
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer  Uhr
2011 nahm letztmals eine deutsche Nationalmannschaft an einer Football-Weltmeisterschaft teil. Vieles deutet daraufhin, dass sich daran so schnell nichts ändern wird.

Wer als Sportinteressierter an Weltmeisterschaften denkt, der sieht in diesen Wettbewerben das Maximale, das ein Sportler erreichen kann. Nicht nur für Fußballer stellt der WM-Titel den Gipfel dar. Die Teilnahme an der Qualifikation zu einer WM oder einer Europameisterschaft ist in den allermeisten Mannschaftssportarten für Deutschland eine Selbstverständlichkeit.

Nicht aber im American Football.

Das alles hat mit einem immer noch nicht ausgestandenen Konflikt zwischen dem Weltverband IFAF und dem deutschen Verband AFVD zu tun. So sind auch die Schwäbisch Hall Unicorns davon betroffen.

Der Ruder-Olympiasieger von London 2012 Maximilian Reinelt ist tot. Der gebürtige Ulmer starb beim Ski-Langlaufen in St. Moritz. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt.

2011 noch nahm die deutsche Nationalmannschaft an der vierten Weltmeisterschaft teil. Mit einigen Unicorns, darunter Felix und Simon Brenner, Thomas Rauch und Waldemar Schander, belegte Deutschland Rang 5. Damals ahnte niemand, dass es der vorerst letzte Auftritt eines deutschen Teams bei einer WM werden sollte.

Verbandschef tritt zurück, oder doch nicht?

Heute stehen sich National- und Weltverband mindestens skeptisch gegenüber. Die Gründe dafür sind vielschichtig und beginnen mit einem Ausfall: Der damalige Weltverbandspräsident Tommy Wiking musste die WM 2015 absagen.

Der Schwede konnte seine Versprechungen – große Stadien, mehr Mannschaften – nicht einhalten und trat zurück.

Der deutsche Präsident Robert Huber, bis dahin ein deutlicher Kritiker von Wiking und dessen hochtrabenden Plänen, hatte Interesse an der Weltverbandsführung, doch die USA übernahmen den Vorsitz. Wiking wollte nun von seinem Rücktritt nichts mehr wissen und fand mit Robert Huber auf einmal einen Freund an seiner Seite. Es entstanden im Prinzip zwei Weltverbände, eine Sektion in den USA, eine in Paris unter Wiking, zu der sich der AFVD bekannte. Das Problem nun war, dass Verbände, die sich zur Pariser Sektion bekannten, nicht gegen Mannschaften der anderen Sektion spielen durften, ohne mit Strafen rechnen zu müssen. Beide Sektionen reklamierten den Alleinvertretungsanspruch für sich.

Erst 2018 machte der Internationale Sportgerichtshof dem Wirrwarr ein Ende und stellte die Rechtmäßigkeit des von New York aus geführten Weltverbands fest.

Wiking war ausgeschaltet und Robert Huber stand ziemlich alleine da, weil schon vor der Entscheidung einige Verbände von der Pariser Sektion sich New York zuwandten.

Zwei Männer haben an einem Waldrand bei Haslach im Ortenaukreis eine Ziege geschlachtet und gegrillt - und damit einen Polizeieinsatz ausgelöst.

Neue Forderungen des Fottball-Weltverbandes

Das erklärt, warum der deutsche Verband mit viel Skepsis vom Weltverband beäugt wird. Eine Zeit lang war es ruhig, doch nun flammt der Konflikt wieder auf. Ende des vergangenen Jahres hieß es, dass die deutsche U-19-Nationalmannschaft an der EM teilnehmen könne. Das meldete der deutsche Verband nach Gesprächen mit der IFAF. Doch über Weihnachten habe es neue Forderungen des Weltverbands gegeben, die der AFVD eigener Aussage nach nicht akzeptieren konnte. Die EM-Qualifikationsspiele wurden veröffentlicht, Deutschland fehlte dabei. Der Weltverbandspräsident Richard McLean wird damals zitiert: „Leider ist Deutschland nach wie vor nicht in gutem Ruf und das hindert die Athleten daran teilzunehmen.“

Deutschland habe Gebühren nicht bezahlt.

Die Schwäbisch Hall Unicorns spielen um die GFL-Meisterschaft gegen Frankfurt Universe. Die Umstände sind außergewöhnlich.

Spekulationen, dass der deutsche Verband den von 1000 auf 3000 Euro erhöhten Beitrag für die Vollmitgliedschaft nicht bezahlt habe, tritt Tom Aust, Presse- und Kommunikationsdirektor des AFVD, entgegen. „Der AFVD hat selbstverständlich die Beitragsrechnung der IFAF für 2019 über 3000 Euro bezahlt, um den Status der ‚Full Membership’ zu bewahren. Allerdings sieht der AFVD das neue abgestufte Mitgliedschaftssystem sehr kritisch.“ Denn so würden Verbände ausgegrenzt. In einer Pressemitteilung kritisierte der deutsche Verband, dass es nun ein mehrstufiges Mitgliedssystem im Weltverband gibt, das mit unterschiedlich hohen Beiträgen und gewichtetem Stimmrecht verknüpft ist.

Keine Gespräche mehr?

Weltverbandspräsident Richard McLean schreibt Mitte Januar hinsichtlich des deutschen Verbands: „Meines Wissens haben sie sich bemüht, den Status eines Vollmitglieds für 2019 zu sichern.“ Details zu den Verhandlungen und Gesprächen will er nicht nennen. „Ich kann bestätigen, dass Vertreter der IFAF sich mit Vertretern des AFVD getroffen haben und es einen ständigen Dialog zur Lösung von Problemen gegeben hat.“ Laut AFVD habe man von deutscher Seite aus weitere Gespräche angeboten. „Die IFAF hat zuletzt geantwortet, an weiteren Gesprächen nicht interessiert zu sein“, berichtet Tom Aust.

Eine Lösung scheint nicht in Sicht. Denn nur kurz darauf meldete der deutsche Verband, dass er nun alle fünf Nationalmannschaften, für die in diesem Jahr Europameisterschaften anstehen, beim Weltverband angemeldet hat. Zugleich heißt es, dass der AFVD nur die Zulassung aller Teams akzeptieren werde. In der Pressemitteilung wird dem Weltverband eine Frist gesetzt. Bis zum 18. Januar sollte sich der Weltverband erklären. Der aber hat wohl Besseres zu tun gehabt. Tom Aust schreibt auf Nachfrage dieser Zeitung: „Mir ist nicht bekannt, dass es zu dieser Meldung eine neue Entwicklung gibt.“

Die Vereine können dem Treiben momentan nur zuschauen. Auf die Unstimmigkeiten angesprochen, schüttelt Unicorns-­Headcoach Jordan Neuman mit dem Kopf. „Es ist so schade, da die Spieler natürlich für Deutschland auflaufen wollen.“

Laut sagen will es keiner, aber angesichts der Vorgeschichte glaubt momentan kaum jemand daran, dass deutsche Teams an den nächsten EMs und WMs teilnehmen werden können.

Nach Kritik aus der Nachbarschaft und einem Rundgang durch den Erotikbetrieb kommt jetzt doch kein Bordell nach Neu-Ulm in die Boschstraße - zumindest vorerst.

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