Die German Football League (GFL) sieht die derzeit offenbar enstehende European League of Football (ELF) offenbar als eine Gefahr für den eigenen Betrieb. So klingt eine Nachricht aus dem GFL-Newsletter. Darin heißt es, der Ligavorstand habe die Gründung der ELF mit Interesse zur Kenntnis genommen. Das Konzept der Initiatoren dieser Liga sehe ein Franchise-System für Kapitalgesellschaften außerhalb den Strukturen des organisierten Vereinssports in Deutschland und Europa vor.
Darum sehe der GFL-Ligavorstand die ELF als Mitbewerber um Spieler, Sponsoren, Fans und Spielstätten. So wollen die Stuttgart Scorpions offenbar eine Franchise-Gesellschaft errichten. Andere Standorte seien in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Hildesheim/Hannover und Ingolstadt vorgesehen.

GFL-Ligavorstand sieht Erfolgsaussicht des neuen Konzepts fraglich

„Die ELF will mit ihren Investoren als Unternehmen außerhalb des in Deutschland und Europa organisierten Sports tätig werden“, sagt GFL-Ligavorstand Axel Streich, der auch der Pressesprecher des GFL-Teams Schwäbisch Hall Unicorns ist. Es sei zu befürchten, dass sich die ELF an den von den deutschen Vereinen ausgebildeten Spielern und geschaffenen Strukturen bedienen möchte, so die Nachricht. „Es ist offensichtlich, dass bei diesem Ansatz die Gewinnerzielung im Vordergrund steht und nicht die Förderung und Entwicklung des Sports, seiner Strukturen sowie seiner aktiven Sportler“, so Streich.
Es gebe Synergiepotenziale und ähnliche Zielen bei den Ideen der ELF-Initiatoren. „Wenn man die heben will, muss mann allerdings miteinander sprechen“, so Streich.
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Außerdem seien die Aussichten auf Erfolg einer solchen Profiliga fraglich: „Auf der Grundlage unserer Erfahrungen, die wir in vielen Jahren in Deutschland und Europa mit unserem Sport gesammelt haben, sind wir aktuell und mittelfristig durchaus skeptisch bezüglich der Finanzierbarkeit einer reinen Football-Profiliga“, sagt GFL-Ligavorstand Carsten Dalkowski. „Hierzu gab es auch in der Vergangenheit schon verschiedene Versuche, die allesamt wirtschaftlich nicht erfolgreich waren.“ Dabei spielt er offenbar auf die gescheiterte NFL Europe an, die von der NFL in Europa betrieben wurde. 2007 wurde der Spielbetrieb nach 15 Saisons eingestellt.
„Wir können nur davor warnen, dass sich Vereine zu blauäugig in dieses Abenteuer stürzen“, so GFL-Ligavorstandsmitglied Christoph Wolk. „Bei allen Chancen, die man als Verein oder Spieler in den Plänen der ELF vielleicht sehen mag, darf man die Risiken dabei nicht aus dem Auge verlieren und unterschätzen. Letztendlich steht dabei die Existenz von über viele Jahre gewachsenen und mühsam aufgebauten Vereinen auf dem Spiel.“ Die GFL schlage derzeit einen Weg ein, bessere Bedingungen für den Sport zu schaffen.