American Football „Konkret wurde es nur mit ihm“

Jadrian Clark im Trikot der New Yorker Lions Braunschweig. In der kommenden Saison führt der 24-Jährige die Schwäbisch Hall Unicorns als Quarterback an.
Jadrian Clark im Trikot der New Yorker Lions Braunschweig. In der kommenden Saison führt der 24-Jährige die Schwäbisch Hall Unicorns als Quarterback an. © Foto: Fabian Uebe
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 20.11.2018
Quarterback Jadrian Clark wurde von drei Teams umworben. Der 24-Jährige hat sich für den vierfachen Deutschen Meister Schwäbisch Hall entschieden. 2019 will er mit den Unicorns erneut den Titel holen.

Lange hat es nicht gedauert, bis der Nachfolger von Marco Ehrenfried als Quarterback der Schwäbisch Hall Unicorns feststand. Jadrian Clark übernimmt die Rolle des Spielmachers des vierfachen deutschen Meisters. Der 24-Jährige hatte auch Angebote der Braunschweiger und aus Dresden, entschied sich aber für die Einhörner.

Clark führt dafür mehrere Gründe an. Er schreibt: „Der erste Grund ist, für Jordan Neuman zu spielen. Unter seiner Führung hat das Team mehrere Jahre in Folge den German Bowl erreicht.“ Zudem würden die Unicorns ein Offensiv-System spielen, das „perfekt zu meinen Fähigkeiten passt“. Clark hat sich im Vorfeld über seinen neuen Verein informiert. „Jeder, mit dem ich gesprochen habe, hat die Unicorns-Kultur besonders hervorgehoben.“

Gesprochen hat Jadrian Clark vor allem mit Jordan Neuman. Der Headcoach der Unicorns hatte von Beginn an das Gefühl, „eine sehr gute Verbindung zu ihm zu haben“. Clark hatte das Angebot, bei den Lions in Braunschweig eine weitere Saison zu spielen. Auch die Dresden Monarchs waren interessiert. In Braunschweig führte Clark statistisch betrachtet die beste Offense der GFL an. Im Schnitt gelangen den Lions 37,6 Punkte pro Spiel. 79 Touchdowns waren ebenfalls der beste Wert der gesamten GFL im Jahr 2018.

Irischer Pass ist möglich

Neuman berichtet, dass er Clarks Videos studiert und mit vielen aus der GFL über ihn gesprochen hat. Das Bild, das er von dem 24-Jährigen dadurch erhalten hat, überzeugte ihn. „Nachdem Marco Ehrenfried uns mitgeteilt hatte, dass er nicht mehr zur Verfügung steht, hatten wie zunächst natürlich mehrere Kandidaten im Blick. Konkret aber wurde es nur mit Jadrian.“

Neuman war von Clark, den ­eigenen Angaben nach, so überzeugt, dass er ihn auch als ­Quarterback haben wollte, falls dieser nicht den irischen Pass bekommt. Auf seiner Seite auf europlayers.com gibt Jadrian Clark unter dem Stichwort „citizenship“ (Staatsbürgerschaft) neben den USA noch Irland an. Das macht ihn für deutsche Vereine noch inte­ressanter, als er ohnehin schon ist. Denn wenn Clark als Ire aufliefe, könnten die Unicorns die nach dem GFL-Reglement zwei gleichzeitig auf dem Spielfeld erlaubten Nicht-EU-Ausländerplätze anders besetzen. Allerdings besitzt Jadrian Clark derzeit ausschließlich den US-amerikanischen Pass. „Es gibt für ihn nun verschiedene Dinge zu regeln“, erklärt Neuman. Bis 2005 hatte die Republik Irland ein sehr liberales Einbürgerungsrecht, doch dann wurde es geändert. Wenn Clarks Vater bei Jadrians Geburt noch seinen irischen Pass besaß, dann dürfte die Einbürgerung möglich sein.

In Kirchdorf und Braunschweig spielte Clark als US-Amerikaner. Dazu wollte diese Zeitung auch Troy Tomlin, den Headcoach der Braunschweig Lions, befragen. Der versprochene Rückruf blieb am Montag aber aus.

Mit Jadrian Clark erhält Hall einen starken Quarterback. Seine Qualitäten hatten auch die Braunschweiger deutlich gemacht, als sie ihren neuen Quarterback Brendon Connette vorstellten. Man habe sich mit Clark über eine weitere gemeinsame Saison nicht einigen können.

Jadrian Clark hat sich für die Saison 2019 einiges vorgenommen. Er will mit den Unicorns den German Bowl gewinnen und die Nummer 1 mit der Offense in Europa sein.

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Bisher zwei Stationen in Deutschland

Jadrian Clark spielte in Deutschland 2017 in der zweiten Liga für die Kirchdorf Wildcats, die er zum Aufstieg in die GFL führte. In diesem Jahr war er der Spielmacher der Braunschweig ­Lions. Mit ihnen gewann er den Eurobowl und unterlag im Halbfinale der GFL erst nach Verlängerung Frankfurt Universe. Vor seinem Wechsel nach Europa führte Clark das NCAA-Divi­sion-I-Team der Weber State University in Ogden (Utah) in die Play-offs und wurde zweimal in die Conference-Auswahl berufen. ruf

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