Handball HBW: Abgezockte Schwaben schlagen Aufsteiger

Angeknüpft an die starke Serie vor der Winterpause hat am Sonntag der HBW Balingen-Weilstetten. Marcel Niemeyer (im Bild) & Co. verteidigten in Hamburg die Tabellenführung.
Angeknüpft an die starke Serie vor der Winterpause hat am Sonntag der HBW Balingen-Weilstetten. Marcel Niemeyer (im Bild) & Co. verteidigten in Hamburg die Tabellenführung. © Foto: Eibner
Balingen / Robin Meyer 11.02.2019
Zweitliga-Primus Balingen-Weilstetten setzte sich gegen Hamburg souverän mit 28:23 durch.

Es war der erhofft erfolgreiche (Rest-)Rückrundenauftakt für den HBW Balingen-Weilstetten. Die weite Auswärtsreise nach Hamburg gewann das Team von Trainer Jens Bürkle dank einer starken Schlussphase mit 28:23.

Mit dem Erfolg festigten die Schwaben die Tabellenführung im Bundesliga-Unterhaus – und das, obwohl die 3570 Zuschauer in der ausverkauften Hamburger Sporthalle „ganz lange eine sehr offene Partie“ sahen, sagte HBW-Trainer Bürkle. Dabei hatte seine Mannschaft bereits im ersten Durchgang den besseren Start erwischt, war schon früh mit 2:0 in Führung (2. Minute).

Den Vorsprung ließ sich Balingen-Weilstetten zwar in der gesamten ersten Hälfte nicht mehr nehmen, konnte ihn gleichzeitig aber auch nie mehr als auf maximal drei Tore ausbauen. „In der ersten Halbzeit haben wir es verpasst, uns abzusetzen“, ärgerte sich Bürkle. „Wir hätten durchaus mit vier oder fünf Toren Vorsprung in die Halbzeit gehen können.“ Stattdessen aber hielt Hamburg das Spiel offen, kam immer wieder ran und verkürzte mit der Pausensirene auf 13:15 (30.).

Nach dem Seitenwechsel waren es die Gastgeber, die besser aus der Kabine kamen. Eine Zeitstrafe gegen Marcel Niemeyer (34.) und drei Paraden von Hamburgs Torhüter Marcel Kokoszka ermöglichten dem HSV einen Vier-Tore-Lauf, mit dem die Hamburger zum ersten Mal in der Partie in Führung gingen (17:16, 38.). „Durch den knappen Spielstand war unsere Führung auf einmal weg und wir lagen hinten“, sagte Bürkle.

Er nutzte eine Auszeit, um sein Team wieder neu einzustellen – und hatte damit Erfolg: Der Lauf der Hamburger war beendet, Balingen antwortete auf die Gegentreffer nun immer wieder mit dem direkten Ausgleich (19:19/46.) und ließ den Gegner nicht davonziehen.

Mit der enormen Kulisse im Rücken warf sich Hamburg zunächst noch erneut mit 20:19 in Führung. Danach schlichen sich aber zunehmend Fehler in das Spiel der Hanseaten ein. Die „Gallier“ nutzten die Gunst der Stunde und bestraften die zahlreichen Unaufmerksamkeiten und Ballverluste mit effektiven Tempogegenstößen.

Begünstigt durch zwei Überzahlsituationen und gleich mehreren Paraden von Torhüter Tomas Mrkva, brachte der HBW nun seine ganze Klasse auf die Platte und stellte unter Beweis, warum man das Klassement anführt. Die Hamburger wirkten überfordert und konnten Balingen in diesen Minuten nichts mehr entgegensetzen, sodass der Ex-Bundesligist mit einem 7:1-Lauf zwischen der 47. und der 56. Minute zum 21:26 für die Vorentscheidung sorgen konnte.

„In der entscheidenden Phase haben wir ein paar Dinge sehr richtig gemacht“, lobte Trainer Bürkle. „Es macht mich sehr, sehr stolz, wie wir zum Schluss zurückgekommen sind.“ Den Schlusspunkt zum 23:28 setzte ausgerechnet Matthias Flohr, der viele Jahre im Trikot der Hamburger aufgelaufen war und zugab: „Ich bin heute sehr emotional.“

Für ihn zeigte sich am Sonntag dennoch klar, worin der Unterschied zwischen den beiden Teams gelegen hatte. „Hamburg hat es uns sehr schwer gemacht“, sagte Flohr. „Am Ende war es dann eine Energieleistung von uns. Wir waren einfach einen Tick abgezockter.“

Da machte es den Balingern auch nichts aus, dass Verfolger Coburg gegen das Schlusslicht Rhein Vikings deutlich mit 37:22 gewann – die Spitzenposition war durch die zwei Punkte in Hamburg erfolgreich verteidigt worden. Das sei auch die Devise für die kommenden Wochen, insbesondere für das Topspiel am Samstag zu Hause gegen Hamm-Westfalen, kündigte Coach Jens Bürkle an: „Wir werden weiter unser Bestes geben.“

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