Radrennen Alb-Extrem: Klassiker zieht nicht mehr so

Ottenbach / Wolfgang Karczewski 25.06.2018
Knapp 2500 Pedaleure nahmen an der 35. Auflage der Alb Extrem teil – rund 800 weniger als im vergangenen Jahr.

Ein wenig ratlos wirkte Ingrid Schleicher vom MRSC Ottenbach, der den Radmarathon Alb Extrem gestern zum 35. Mal ausrichtete, im Zielbereich. Nur knapp 2500 Radfahrer nahmen in diesem Jahr die ­Strapazen auf sich und quälten sich die ­Berge hinauf. 2017 und 2016 waren es noch 3300, 2015 und in vielen Jahren ­zuvor sogar 3500.

„Das müssen wir jetzt erst mal analysieren“, sagte die enttäuschte Ottenbacherin, die gemeinsam mit 400 weiteren Helfern wie immer für einen reibungslosen Ablauf des Radklassikers sorgte. Die Konkurrenz unter den Radmarathon-Veranstaltungen ist groß. Am selben Tag fand der Drei-Länder-Giro rund um Nauders/Österreich statt. „Außerdem wollen viele junge Radler lieber Mountainbikerennen fahren“, meinte Ingrid Schleicher, „und manche haben zu wenig Trainingskilometer in den Beinen, da bringt es nichts, bei uns in Ottenbach zu starten“.

Um die Attraktivität der Alb Extrem zu steigern, hatten die Macher eine weitere, kürzere Strecke über 165 Kilometer in das Programm aufgenommen, die laut Schleicher auch sehr gut angenommen wurde. Dennoch blieb die Teilnehmerzahl deutlich hinter den Erwartungen. In den kommenden Wochen wollen sich die Organisatoren nun zusammensetzen. „Mal sehen, in welche Richtung es dann geht“, ist Ingrid Schleicher gespannt, in welcher Form sich die Alb Extrem im kommenden Jahr präsentieren wird.

Diejenigen, die sich am frühen Sonntagmorgen oberhalb von Ottenbach auf die Strecke begaben, waren im Ziel voll des Lobes. „Die Strecke war wieder einmal neu“, erklärte Frieder Kopper aus Waldstetten, „dieses Mal war es interessanter, weil es nicht so lange geradeaus ging“, meinte der 64-Jährige, der seit 2002 bei der Alb Extrem an den Start geht und die 165-Kilometer-Schleife absolvierte. Auch Martin Göring aus Eisenach lobte die neue Streckenführung. „Ich bin immer wieder überrascht, welche neuen Örtchen man sieht“, sagte der 31-Jährige.

Bernhard Bürkle aus Unterböhringen nahm gemeinsam mit seiner Frau Margot die 205 Kilometer lange Route in Angriff. „Die Strecke war gut zu fahren. Es gab keine Engstellen, die in der Vergangenheit immer wieder gefährlich waren“, berichtet der 52-Jährige. Jahr für Jahr fuhren die Alb-Extrem-Teilnehmer an ihrem Haus vorbei. Das war für die Bürkles vor mehr als zehn Jahren der Anlass, es selbst mal zu versuchen. Heuer gingen sie bereits zum elften Mal an den Start.

Ein weiterer Alb-Extrem-Dauergast, Stephan Heilig aus Karlsruhe, freut sich Jahr für Jahr auf das Großereignis, an dem er mit seinen zwei Brüdern und einigen Freunden teilnimmt. Ein großes Lob zollt der 50-Jährige dem MRSC: „Alles war super organisiert, von der Verpflegung bis zu den Streckenposten.“ In die gleiche Kerbe schlägt Jochen Leister. „Es ist schon toll, dass sich die Veranstalter bei der Streckenplanung immer wieder etwas Neues einfallen lassen“, freute sich der 53-jährige Stuttgarter.

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