Wäre sie ein in der Marktwirtschaft erwerbbares Gut, sie würde Höchstpreise erzielen, denn die Nachfrage ist riesig und das Angebot begrenzt: die Konstanz. Jeder will sie, keiner hat sie: so lässt sich die auf die Fußball-Oberliga übertragene Situation beschreiben, wo es jede Woche zu überraschenden Ergebnissen kommt und die Abstände im Klassement gering sind.

Mittendrin ist der Göppinger Sportverein, der trotz dreier Heimniederlagen in Folge weiterhin an der Tabellenspitze thront. „Jedes Team ist auf der Suche nach der Konstanz, da gehören auch wir dazu“, konstatiert Daniel Budak, der am Montag und Mittwoch für seinen privat verhinderten Chef Gianni Coveli die Übungseinheiten leitete. Für den Co-Trainer sind die Heimniederlagen in gewisser Weise auch der Fluch der guten Tat, denn die Kontrahenten reisen mit großem Respekt und dementsprechend defensiver Ausrichtung an. „Wir gehören zu den Gejagten. Das Spiel zu machen ist bei der Qualität der Gegner in der Oberliga schwierig. Hinzu kommt, dass wir zuletzt Fehler gemacht haben, die zu den Gegentoren führten, und dann verliert man. Priorität muss zukünftig wieder haben, dass die Null steht.“

Aufwärtstrend trotz Niederlage

Trotz der 0:1-Niederlage zuletzt erkennt Budak dennoch einen Aufwärtstrend, denn die Vorstellung war in Ordnung. „Unsere Leistung war nicht so schlecht. Ravensburg ist ein starker Gegner und sie hatten einfach einen besseren Tag als wir.“ Mit den enttäuschten Fans – auch gegen Ravensburg kamen 750 Zuschauer – kann der ehemalige SV-Kapitän mitfühlen, „auch ich hätte lieber die drei Begegnungen zuhause gewonnen und dafür auswärts verloren.“ Aber ändern lassen sich die jüngsten Resultate nun eben nicht mehr, „mit 25 Punkten sind wir trotzdem mehr als im Soll“, zieht er das Positive aus der hervorragenden Zwischenbilanz und will beim SV Oberachern Wiedergutmachung betreiben.

Kampf in Oberachern annehmen

Was seine Truppe dort erwartet, weiß der 35-Jährige von den letzten drei Vergleichen (ein Sieg, zwei Niederlagen): „Es wird wie immer sehr kampfbetont werden, diesen Kampf müssen wir annehmen. Wir werden darauf eingestellt sein.“ Die von Ex-Profi Marc Lerandy gecoachten Gastgeber zeigten am vergangenen Wochenende Moral und drehten einen 0:2-Rückstand beim FC Nöttingen in einen 3:2-Sieg. Mit 20 Zählern nimmt der SVO den achten Tabellenrang ein und befindet sich auf einem gutem Weg, nach einem großem personellen Umbruch eine sorgenfreie Saison zu spielen.

Stammkräfte fehlen beim Sportverein

Die Göppinger müssen in Oberachern die Stammkräfte Kevin Dicklhuber und Patrick Schwarz (beide im Urlaub) ersetzen. Auch Lukas Rösch fällt aus, der Mittelstürmer wurde beim Aufwärmen gegen Ravensburg am Kopf getroffen und erlitt eine Gehirnerschütterung. Unwahrscheinlich ist darüber hinaus der Einsatz des Quartetts Tarik Serour, Michael Renner, Domenic Brück und Arta Vardanyan, so dass die Rot-Schwarzen mit einem arg dezimierten Aufgebot anreisen. „Zur Not laufe ich auf, ich bin immer bereit“, kommmentiert Budak die Situation schmunzelnd. Auch wenn er auf dem Rasen nicht gebraucht wird, hat Budak genug zu tun, denn der Co-Trainer ist während der 90 Minuten fleißig am Tablet und tippt Statistiken ein. „Ich notiere beispielsweise Eckbälle, Freistöße, Abseitspositionen, Vorlagen, Torschussvorlagen und mache  Notizen zu Spielzügen und Szenen. Gianni legt auf Statistiken großen Wert und mit den Daten hat man Vergleiche von Spiel zu Spiel und auch zu den vergangenen Spielzeiten“, so Budak, „außerdem kann man den Spielern gegenüber werthaltigere Aussagen treffen und mit Zahlen belegen.“

Info Es besteht Mitfahrgelegenheit im Teambus, Abfahrt um 11 Uhr am SV-Stadion. In der SV-Vereinsgaststätte „Platzhirsch“ wird die Partie um 15 Uhr live übertragen.

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