Franklyn Aunitz gehörte zu den sieben Urspringer Basketballern, die über Weihnachten für ein paar Tage den Westen der USA bereist haben. Für den 18-Jährigen war es nach 2017 bereits der zweite Trip in die Sport verrückten Staaten. Aufs Neue erweiterte der Aufbauspieler, der ursprünglich aus Schwäbisch Hall stammt, seinen persönlichen und spielerischen Horizont. Was den Doppellizenzspieler besonders beeindruckte, erzählte er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Ihre Mannschaft hat sich während des USA-Aufenthalts mit Teams der College-Vorstufe gemessen und die Glitzerstadt Las Vegas sowie das kalifornische Palm Springs besucht. Was war speziell?

Franklyn Aunitz: Beim Herumreisen ist mir der große Kluft zwischen Arm und Reich aufgefallen. Da steht man zwischen mächtigen Hochhäusern und Bankengebäuden und ein paar Straßen weiter sieht man, wie Obdachlose in Zelten auf dem Gehweg leben. Das hat mich bereits beim ersten Mal betroffen gemacht, und jetzt erneut. In den Hallen fällt auf, dass ein ganz anderer Boden verlegt ist. Es ist Parkettboden, der teilweise nach jedem Spiel gereinigt wird. Man merkt, dass die Eltern und Zuschauer, die reinrufen, eher eine Ahnung von Basketball haben. Der Sport hat einfach einen höheren Stellenwert.

Welche Kulisse hattet ihr bei den Turnieren?

Aunitz: Als es darum ging, dass Spieler und Teams bewertet wurden, da waren schon mal 500 Zuschauer da. In Palm Springs haben wir ja im Finale gespielt und hier schauten sicherlich 200 Leute zu. Das war ordentlich.

Amerikanischer Basketball ist physischer – welche Erfahrung haben Sie gemacht?

Das Spiel ist weniger von Taktik geprägt, der Basketball ist aggressiver und gleichzeitig werden weniger Fouls gepfiffen. Nach einem Spielzug folgt im Prinzip gleich eine Eins-zu-Eins-Situation oder der offene Wurf. Darum geht es verstärkt um Ballsicherheit, ein härteres Finish und eine insgesamt aggressivere Verteidigung.

Ist es jetzt in der NBBL wieder ein Umgewöhnen nötig?

Eine Umstellung ist es schon, vor allem muss man wegen den strengeren Foulregeln wieder auf seine Hände aufpassen. Aber die anderen und ich profitieren von den Erfahrungen aus Spielen bei internationalen Turnieren. Nicht viele haben diese Option. So etwas gibt es nur in Urspring.

Reizt Sie eine Rückkehr ans College und ein Studium in den USA?

Nach dem Abitur möchte ich mich auf jeden Fall um einen Platz bewerben. Außer Kevin Yebo hat es eigentlich jeder meiner Mitspieler in der ProA so gemacht. In den Staaten lassen sich Studium und Training besser miteinander vereinbaren, als es in Deutschland möglich ist. Ich möchte einmal Richtung Sportmanagement gehen.

Wie schaut es mit einer Karriere als Basketballer aus?

Mein Trainer Domenik (Reinboth, Anm. Red.), der in Austausch mit den Colleges steht, sagte mir, dass ich auf jeden Fall auf ProA-Level spielen könne. Ins jetzige Team finde ich mich immer besser ein. Ich merke auch im Training, dass ich nicht nur eine Passstation bin, sondern auch mal eine Chance bekomme, etwas zu zeigen. Als Gianni Otto krank war, habe ich gegen Baunach zwölf Minuten gespielt. Und da habe ich bewiesen, dass ich auf diesem Niveau mithalten kann.

Welche Ziele haben Sie sich in dieser Saison gesteckt?

Mit dem NBBL-Team wollen wir in die Playoffs einziehen. Als aktueller Tabellenfünfter ist das auch noch möglich.