Leichtathletik Muswiesenlauf: Sieger hat fast eine Minute Vorsprung

Rot am See / Frank Maier 09.10.2018
Leichtathletik: 477 Teilnehmer haben beim Muswiesenlauf das Ziel erreicht. Der Teilnehmerrekord aus dem Vorjahr wird um fast 90 Starter getoppt.

Mit was hatten die Teilnehmer des Laufs auf der Muswiese in den vergangenen Jahren nicht alles schon zu kämpfen: Regen, Wind, Matsch, eine von Wasserpfützen übersäte Strecke. Typisches Muswiesenwetter eben. Und dieses Jahr? „Total schwierig war der Lauf, warm und staubig, das war schon ungewöhnlich“, wunderte sich nicht nur der mit der Muswiese und dem Rennen praktisch aufgewachsene Ralph Burkhardt, an dessen Elternhaus in Hilgartshausen der Fünf-Kilometer-Lauf vorbeiführt.

Erst seit zwei Jahren aktiv

Ein aus Afrika stammender Läufer kam mit diesen ganz speziellen Bedingungen am besten zurecht. Luel Gebrengus – in der regionalen Läuferszene schon seit zwei Jahren als starker Läufer bekannt – gewann den Zehn-Kilometer-Lauf in neuer Streckenrekordzeit von 34:13 Minuten. Seit drei Jahren lebt der aus Eritrea stammende Sportler, der in Westgartshausen wohnt, in Deutschland. Das Laufen hat er erst spät für sich entdeckt. „In Afrika bin ich gar nicht gelaufen“, erzählte Gebrengus freundlich lächelnd nach seinem ersten Start überhaupt in Musdorf.

„Ich habe erst 2016 in Deutschland damit angefangen“, fügte er hinzu. Das mag man angesichts seiner starken Zeit von nur etwas mehr als 34 Minuten kaum für möglich halten. Aber möglicherweise ist der 25-jährige Gebrengus, der sonst für die TSG Schwäbisch Hall startet, auch einfach nur eines dieser vielen afrikanischen Naturtalente, die man aus Kenia oder Äthiopien kennt, und die seit Jahren auf den Mittel- und Langstrecken Weltklasse verkörpern.

Fast eine Minute hinter dem Sieger kam am Samstag Muswiesenlauf-Rekordchampion Günter Seibold ins Ziel. Die Crailsheimer Läufer-Ikone, gut doppelt so alt wie sein afrikanischer Kontrahent, konnte zunächst noch das Tempo mitgehen und blieb dem Führenden lange Zeit auf den Fersen. „Bis Kilometer sieben bin ich mit ihm mitgelaufen, aber dann hat er etwas mehr Dampf gemacht“, schilderte Günter Seibold danach die aus seiner Sicht ausschlaggebenden Momente des Rennens. Gebrengus setzte sich mit dieser Tempoverschärfung, die Seibold nicht mehr kontern konnte, auf dem letzten Teil der Strecke schließlich entscheidend ab. Für den Crailsheimer blieb so am Ende wie schon im Vorjahr Platz 2.

Über zwei Minuten hinter Seibold überquerte Bernd Ruf (LAC Essingen) in 37:18 Minuten als Drittplatzierter über zehn Kilometer die Ziellinie.

Titelverteidigerin fehlt

Eine Premierensiegerin auf der Muswiese gab es auch bei den Frauen. Die Vorjahreszweite Sylvia Bach vom Team Hercules nutzte in Abwesenheit der Titelverteidigerin Veronica Hähnle-Pohl die Gunst der Stunde und sicherte sich in 43:20 Minuten in überlegener Manier
den Sieg vor Madlin Bußinger (45:38 Minuten).

Eine herausragende Zeit über die 5000 Meter war kurz zuvor der Öhringer U-18-Läufer Till Federolf gelaufen, der den kleinen Hauptlauf in gerade einmal 17:00 Minuten bewältigte und damit seinen eigenen Strecken­rekord aus dem Vorjahr um über eine halbe Minute verbesserte.

Auf sehr großes Zuschauerinteresse waren bereits am frühen Nachmittag auch schon die Schüler- und Jugendläufe gestoßen. Beiderseits der etwa 100 Meter langen Zielgeraden standen die zahlreichen Zuschauer Spalier und trugen die jungen Läuferinnen und Läufer auf den letzten Metern mit lautem Klatschen und aufmunternden Zurufen förmlich ins Ziel.

Die auffälligste Läuferin der gewohnt stimmungsvollen Kinderwettbewerbe war dabei in der Altersklasse U 8 Julia Ullrich von der TSG Schwäbisch Hall, die den 1000-Meter-Streckenrekord von Salome Kochendörfer (4:32 Minuten) aus dem Jahr 2014 regelrecht pulverisierte und das Zielbanner unter dem tosenden Beifall des Publikums in einer sensationellen Zeit von knapp unter vier Minuten erreichte.

Das Gymnasium Gerabronn nahm zum zehnten Mal am
Muswiesenlauf teil. 111 Hobby­sportler gingen für die Schule
an den Start – in eigens gestalteten T-Shirts. Hans Bauer,
Sportlehrer am Gymnasium,
organisierte die Teilnahme.

179

Starter, 52 Frauen und 127 Männer, haben sich am Samstag beim Muswiesenlauf auf die anspruchsvolle 10 000-Meter-Strecke rund um Musdorf gewagt.

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