Einerseits ist es die erste Möglichkeit, um seine Leistungsfähigkeit im neuen Tischtennis-Jahr einzuschätzen. Andererseits ist das Städtepokalturnier des TSV Crailsheim ein beliebter Informations-Umschlagplatz unter Sportlern. „Unsere 52. Auflage lockt wieder Spieler aus einem Umkreis von 100 Kilometern und mehr an“, sagt Abteilungsleiter Wolfgang Schüler. „Obwohl es gleichzeitig zwei ähnliche Turniere bei Ulm und bei Würzburg gibt.“ Doch dort sind etwas weniger Spieler im Einsatz.

Am Sonntag in Crailsheim starten mehr als 100 Teams – Rekord. „Wir sind wieder auf dem Vormarsch“, freut sich der TSV-Vorsitzende Klaus-Jürgen Mümmler. Für sie sei es selbstverständlich, dass sie hier mitspielen, sagen vier Gnadentaler Spieler, die sonst in der Oberliga antreten.

Dabei geht es den Aktiven nicht ums Geld, auch wenn es bei den Herren A einen niedrigen dreistelligen Betrag zu gewinnen gibt. Nur monetär orientierte Akteure kommen seit einiger Zeit nicht mehr, für sie müssten vierstellige Beträge ausgelobt werden. So tummelt sich den ganzen Sonntag über das Who is Who des Hohenloher Tischtennissports in der Großsporthalle. „Sie ist optimal dafür geeignet“, sagt Dieter Brenner, zweiter Vorsitzender des TSV. „Wir haben 25 Platten aufgestellt.“

Die Zweier-Teams werden nach Spielstärke in Herren beziehungsweise Damen E bis A eingeteilt. Bei den Herren C haben sich mit 36 die meisten Teams angemeldet. Zuerst treten die Akteure im Einzel gegeneinander an (ebenfalls jeweils nach Spielstärke eingeteilt). Sollte es dann unentschieden stehen, muss das Doppel entscheiden. Einige Spieler nutzen zwischen den Partien die Möglichkeit, ihre Schläger neu belegen zu lassen. „Es läuft gut“, freut sich Jürgen Weniger vom Serviceteam. Sein Lächeln ist etwas gequält. „Allerdings erst, seitdem ich aus dem Turnier ausgeschieden bin.“

Starke Gnadentaler

Florian Herrmann (Westgartshausen) und Moritz Kouril (Satteldorf, beide 17) treten bei den Spielstärksten, den Herren A an. „Hinter den Gnadentalern ist alles offen“, vermutet Kouril. Herrmann schätzt seinen Kumpel und Mitspieler hoch ein: „Moritz ist blitzschnell und hat eine tolle Vorhand.“ Deshalb umläuft er auch oft die Rückhand. „Flo bringt viele Bälle zurück“, gibt sein Kamerad das Lob zurück. „Er kann den Gegner damit ziemlich nerven.“ Sollten sie zumindest einen kleinen Preis abräumen, so wollen sie sich gegenseitig ein Bier ausgeben. Und hätte das Schicksal sie vor die Wahl gestellt, am Tag darauf in die Schule zu gehen oder Tischtennis zu trainieren, würden sie zu Letzterem tendieren. Letztlich zeigen die beiden gute Partien, schaffen es aber nicht unter die Top 4. Aber immerhin: Die Sieger hatten sie richtig getippt.

Die Schwester von Florian gehört ebenfalls zu den bekannten Spielerinnen in der Region. Jessica Herrmann (22) spielt für Westgartshausen und tritt als Titelverteidigerin gemeinsam mit ihrer Verbandsklassen-Doppelpartnerin Eike Mühlbacher an die Platte. „Die anderen spielen noch höher“, schätzt Herrmann ihre Chancen eher als mäßig ein. Aber sie sei gut drauf, auch wenn „Weihnachten noch etwas in den Knochen“ zu spüren sei. Die beiden schaffen es ins Finale und müssen sich erst dort Annika Borsos und Alexandra Dollmann (VfR Altenmünster) beugen.

Abteilungsleiter Schüler kann im Eingangsbereich einige ehemalige Crailsheimer begrüßen: „Besonders freue ich mich auch über Björn Niebel.“ Der ist inzwischen Baubürgermeister in Krumbach und hat sichtlich Spaß an der Platte, auch wenn es nicht nach ganz vorne reicht. „Aber bei diesen beiden sieht man, dass man Tischtennis bis ins hohe Alter spielen kann“, erklärt Schüler. Niebels Spielpartner ist immerhin bereits 68 Jahre alt.

Während Schüler, der seit der 18. Turnierauflage dabei ist, dies sagt, schaut er kurz bei Nicole Ludwig vorbei. Die 28-Jährige frühere Crailsheimerin wohnt inzwischen in Kornwestheim,  kommt aber als Turnierschreiberin zurück in die alte Heimat und sagt lächelnd: „Ich bin mit diesem Turnier aufgewachsen, ich kenne es nicht anders.“

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Ergebnisse 52. Crailsheimer Tischtennis-Städtepokalturnier


Damen B
1. An. Gumbrecht/Ba. Nguyen NSU Neckarsulm
2. An. Richling/Le. Tannebaum TSV Vellberg
3. Ja. Mühlbacher/Al. Schöppler SV Westgartshausen
3. Ta. Papadopoulos/La. Streit Spvgg Weil der Stadt/SV Böblingen

Damen S/A
1. An. Borsos/Al. Dollmann VfR Altenmünster
2. Je. Herrmann/Ei. Mühlbacher SV Westgartshausen
3. Mi. Hofmann/Th. Nguyen NSU Neckarsulm
3. Ro. Brüchert/Le. Schultz CVJM Unterasbach/TSV Schillingsfürst

Herren B
1. Jo. Ritter/Je. Wiesner SC Nürnberg/TV Erlangen
2. Si. Kouril/Pa. Schweizer Spvgg Gröningen-Satteldorf
3. Ma. Ferner/Ti. Metzler FC Gundelfingen/SC Athletik Nördlingen
3. Th. Fersch/Er. Lorenz TSG Roth/TV Hilpoltstein

Herren C
1. Jo. Hofmann/Me. Köle NSU Neckarsulm
2. Lu. Moll/Th. Ruske TTF Laudenbach
3. Lu. Dambacher/Ca. Ott SSV Stimpfach
3. Ni. Renz/Al. Smyrnis TPSG-FA Göppingen

Herren D
1. Ha. Altintas/Nh. Tran TSV Nördlingen
2. Jö. Eberle/Sv. Herrmann SC Buchenbach
3. Th. Hanak/Ji. Koselka TSGV Grossbettlingen
3. To. Huber/Se. Seewald SV Magstadt/VfL Oberjettingen

Herren E
1. We. Arndt/Ju. Jusic ASV Scheppach-Adolzfurt
2. Si. Möhnle/Ro. Vierkorn Spvgg Ederheim/TSV Nördlingen
3. Ma. Schürle/Ro. Werneburg SV Onolzheim
3. Ro. Nawroz/Va. Walz TPSG-FA Göppingen

Herren S/A
1. Lu. Kramer/Lu. Petermann TTC Gnadental
2. Da. Horlacher/Fl. Saljani TTC Gnadental
3. Fl. Engert/Pa. Köhler SB Versbach
3. Ke. Birkmann/No. Speckner Spvgg Erlangen
(www.tsvcrailsheim.de)