Die Stuttgarter Kickers und die TuS Metzingen haben eine Handballspielgemeinschaft gegründet. Alle Mädchen- und Frauenmannschaften der beiden Vereine laufen ab der neuen Saison 2022/2023 gemeinsam unter dem Namen HSG Stuttgart-Metzingen auf. Ausgenommen bleibt das Erstligateam der TuS Metzingen.
Die Spielgemeinschaft wird ihre Spiele wechselweise an beiden Orten austragen. Trainiert wird sowohl in Metzingen als auch in Stuttgart-Möhringen. In der HSG Stuttgart-Metzingen trainieren 240 Mädchen und Frauen. Voraussichtlich werden 17 Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen.
Die jüngsten Spielerinnen spielen in den E- und D-Jugenden. Sie gehen zur neuen Saison im Handballbezirk Achalm-Nagold auf Torejagd. Die ersten Mannschaften der C- bis A-Jugenden sollen in den höchsten Jugendligen auflaufen – so das sportliche Ziel der HSG. Ob dieses Ziel erreicht wird, entscheidet sich schon bis Juli. Denn alle Jugendmannschaften spielen bis zu den Sommerferien Qualifikationsturniere, die über die Zugehörigkeit in die betreffende Liga entscheiden. Die meisten Frauenmannschaften sind derzeit noch im Spielbetrieb, Auf- und Abstiege sind noch nicht entschieden.
Die Verantwortlichen beider Vereine kennen sich seit langem. Seit Dezember planen sie die Zusammenarbeit. „Die Gespräche mit den Kickers haben sich als sehr positiv herausgestellt“, erzählt Ferenc Rott, Geschäftsführer der TusSies Metzingen. „Die Kickers sind mit einem guten Konzept an uns herangetreten und wir haben nach einer internen Beratung schnell Nägel mit Köpfen gemacht.“
Die Metzinger zeigen sich überzeugt, für die kommenden Jahre sowohl im leistungsorientierten Bereich als auch im Breitensport gut aufgestellt zu sein. „Wir gründen mit dieser Spielgemeinschaft eine Allianz für die Zukunft des Mädchenhandballs“, ist sich Robert Schenker sicher. Schenker ist Abteilungsleiter der Kickers-Handballer und zukünftig Hauptverantwortlicher der HSG. „Um im ganzen Mädchenbereich weiter zu wachsen und unseren Erfolg im leistungsorientierten Bereich langfristig zu stabilisieren, haben wir einen starken Partner gebraucht“, so Schenker. Rott pflichtet bei: „Mit den Stuttgarter Kickers haben wir einen ambitionierten Partnerverein gefunden, der dieselben Ziele verfolgt wie wir.“
Freuen könnten sich auf alle Fälle alle Spielerinnen. „Wir können nun jeder Spielerin eine für sie passende Perspektive bieten“, betont Schenker. „Innerhalb der HSG ist für jede Handballerin das richtige Team dabei.“ Ein Grund für das Zusammengehen der beiden Handballabteilungen ist auch die Mitgliedersituation. Auch der Handball leidet unter fallenden Mitgliederzahlen und Nachwuchssorgen. „Seit Beginn der Pandemie hat sich der Trend verstärkt“, erklärt Schenker. Gerade im leistungsorientierten Handball werden es zusehends weniger Kinder, ergänzt Rott. „Die Kräfte zu bündeln, ist daher ein wichtiger Schritt.“
Nicht alle Mannschaften werden pendeln. Die Spielerinnen im breitensportlichen Bereich gehen auch in Zukunft dort ihrem Sport nach, wo sie es seither getan haben, erklärt Schenker. „Und in den unteren Altersklassen werden die Kinder weiterhin wohnortnah trainieren.“ Die ganz jungen Spielerinnen würden aber immer wieder zu gezielten Talentfördertrainings eingeladen. „Dazu sind Kinder und Eltern stets bereit, etwas Fahrzeit auf sich zu nehmen“, weiß Schenker.