Medaillenspiegel der Leichtathletik-EM 2024: Ergebnisse und Endstand nach dem Finale der Europameisterschaft

Malaika Mihambo holt am letzten Tag der Leichtathletik-EM die einzige Goldmedaille für Deutschland.
Oliver Weiken/dpaBei der Leichtathletik-EM 2024 in Rom kamen knapp acht Wochen vor den Olympischen Sommerspielen die besten Leichtathletinnen und Leichtathleten Europas zusammen. Bei den Wettkämpfen in der italienischen Hauptstadt wurden vom 7. bis 12. Juni in 49 Entscheidungen Medaillen vergeben. Wie sieht der Endstand aus?
In diesem Artikel findet ihr alle wichtigen Infos rund um die Ergebnisse sowie den finalen Medaillenspiegel.
Medaillenspiegel der Leichtathletik-EM 2024
Deutschland belegt nach EM-Gold für Mihambo zum Abschluss der EM den 12. Medaillen-Rang bei der Leichtathletik-EM. So sieht der aktuelle Medaillenspiegel nach 49 von 49 Wettbewerben aus:
Mihambo holt erstes EM-Gold für Deutschland
Malaika Mihambo hat sich zum zweiten Mal zur besten Weitspringerin Europas gekürt und der deutschen Leichtathletik–Auswahl am letzten EM-Tag in Rom noch das erste Gold beschert. Dort gewann die 30–Jährige von der LK Kurpfalz mit überragenden 7,22 Metern wie schon 2018 in Berlin den Titel. Die Olympiasiegerin und zweimalige Weltmeisterin blieb am Mittwoch im Olympiastadion nur acht Zentimeter hinter ihrer Bestweite.
Zweite wurde die Italienerin Larissa Iapichino mit 6,94 Metern. Auf Rang drei kam die Portugiesin Agate de Sousa mit 6,91 Metern. Die zweite deutsche Final–Teilnehmerin Mikaelle Assani wurde mit 6,91 Metern Vierte.
Auch Zernikel holt deutsche Medaille
Oleg Zernikel hat beim nächsten Titel von Stabhochsprung-Star Armand „Mondo“ Duplantis noch für eine deutsche Medaille bei der Leichtathletik–EM in Rom gesorgt. Der 29-Jährige aus Landau meisterte 5,82 Meter und teilte sich Rang drei mit dem Türken Ersu Sasma. Zernikel hatte mit WM–Rang fünf 2022 seine bislang beste Platzierung verbucht.
Duplantis siegte zum Abschluss der EM am Mittwochabend mit 6,10 Metern vor dem Griechen Emmanouil Karalis, der 5,87 Meter meisterte. Für den Schweden ist es der dritte Europameister-Titel. Er ist auch Olympiasieger und zweimaliger Weltmeister.
Außer dem 24-Jährigen bezwang kein anderer Springer die sechs Meter. Der nächste Weltrekord gelang Duplantis nicht, er scheiterte dreimal an der Höhe von 6,25 Metern.
Torben Blech kam mit 5,75 Metern auf Rang sechs. Bo Kanda Lita Baehre war zwei Jahre nach EM-Silber in München diesmal bereits in der Qualifikation ausgeschieden.
Kaul landet am Dienstag im Zehnkampf auf Platz vier
Titelverteidiger Niklas Kaul hat den Zehnkampf bei den Leichtathletik–Europameisterschaften in Rom auf Platz vier beendet. Nach seiner umjubelten Aufholjagd zu EM-Gold 2022 in München konnte der Mainzer am zweiten Tag seinen Rückstand zu den Medaillenplätzen nicht mehr ganz aufholen. Den Titel holte sich der Este Johannes Erm vor Sander Skotheim aus Norwegen und Makenson Gletty aus Frankreich.
Speerwerferin Hussong EM–Vierte — Dreispringer Heß Fünfter
Ex–Speerwurf–Europameisterin Christin Hussong hat sich bei der Leichtathletik–EM in Rom mit einem starken vierten Platz zurückgemeldet. Die 30–Jährige warf gleich im ersten Versuch mit 61,92 Metern Saisonbestleistung. Den Sieg sicherte sich die Österreicherin Victoria Hudson mit 64,62 Metern. Dreispringer Max Heß landete acht Jahre nach dem Gewinn des EM–Titels mit 17,04 Metern auf Platz fünf. Gold holte sich der Spanier Jordan Alejandro Díaz Fortun mit herausragenden 18,18 Metern.
Angelica Moser holt EM-Gold am Montag
Stabhochspringerin Anjuli Knäsche (Stuttgart) hat bei der EM in Rom erwartungsgemäß nicht in den Kampf um Gold, Silber und Bronze eingreifen können. Die 30-Jährige übersprang im Finale am Montag lediglich 4,43 m und wurde damit Vorletzte.
Titelverteidigerin Wilma Murto (Finnland/4,43) scheiterte ebenfalls früh. Zur neuen Europameisterin krönte sich Angelica Moser aus der Schweiz, die mit 4,78 m einen nationalen Rekord aufstellte. Silber ging an die griechische Ex-Weltmeisterin Katerina Stefanidi (4,73) vor der britischen Hallen-Weltmeisterin Molly Caudery (beide 4,73).
Jacqueline Otchere (Mannheim) war in der Qualifikation ausgeschieden. Die bisher letzte EM-Medaille im Stabhochsprung für Deutschland hat Lisa Ryzih 2016 mit Silber gewonnen, der Titel ging noch nie an eine DLV-Athletin.
Titelverteidiger Kaul beim EM-Zehnkampf zunächst Zwölfter
Nach drei Disziplinen belegt Titelverteidiger Niklas Kaul beim Europameisterschafts-Zehnkampf in Rom Platz zwölf. Der Leichtathlet aus Mainz sammelte bislang über 100 Meter, im Weitsprung und im Kugelstoßen insgesamt 2502 Punkte, am Montag folgen noch der Hochsprung und die 400 Meter.
Für Kaul ist es in diesem Jahr der erste komplette Zehnkampf, am zweiten Tag kommen für den einstigen Weltmeister noch starke Disziplinen. Er hatte den Auftakttag vor dem Start in Rom als Wundertüte bezeichnet.
Bester Deutscher ist bisher Manuel Eitel als Fünfter mit 2642 Punkte, Felix Wolter ist Zehnter mit 2566 Punkten und Tim Nowak 17. mit 2461 Zählern. In Führung liegt zunächst der Franzose Makenson Gletty mit 2788 Punkten.
Nach Gold-Wirrwarr: Gesa Krause "froh über Ergebnis"
Erst Silber, dann Gold, und doch wieder Silber: Nach einem nervenaufreibenden Hin und Her hat Gesa Felicitas Krause erst tief in der Nacht zu Montag Gewissheit über die EM-Medaille bei ihrem Meisterschaftscomeback erhalten. Die Hindernisläuferin gewann – wie ursprünglich angenommen – den Vize-Titel. Neue Europameisterin ist Alice Finot. Die Französin war vor Krause als Erste ins Ziel gelaufen, anschließend jedoch disqualifiziert worden, da sie nach dem letzten Wassergraben mehrfach auf eine Bahnmarkierung getreten war. Ein französischer Protest brachte anschließend die Entscheidung. Nach einer nervenaufreibenden Nacht in Rom bleibt es bei EM-Silber für Gesa Felicitas Krause, der Sieg des Sports über die Regeln macht auch das deutsche Hindernis-Ass glücklich. „Es war für mich eine emotionale Achterbahnfahrt. Ich bin froh, dass das Ergebnis jetzt so steht und das Sportliche Vorrang hat“, sagte Krause am Montag.

