Schon nach dem Rücktritt der Interimstrainer Bernd Bauer und Jörg Schreyeck (nun Spielertrainer in Krauchenwies) vor der Winterpause waren die beiden jeweils als mögliche Nachfolger gehandelt worden.

Beide hatten aber gegenüber unserem Blatt zunächst abgesagt – Braun, der im vergangenen November als externer Berater zur TSG kam und im rund eine Stunde entfernten Löffingen wohnt, aus beruflichen Gründen. Und Foelsch, der seit Sommer die A-Lizenz besitzt, schloss den Cheftrainerposten mit der Begründung aus, dass die Mannschaft im Abstiegskampf der Regionalliga Südwest nun einen erfahrenen Coach und keinen Trainernovizen wie ihn selbst brauche. Ob die Balinger Klubführung schon von Anfang an einen der beiden nun neuen Trainer in Amt und Würden hatte nehmen wollen, blieb offen, weil sich die TSG-Funktionäre zu ihrer Trainersuche nicht äußern wollten.

Foelsch soll mittelfristig für Braun übernehmen

Mit der internen Doppellösung hat der Kreisstadtverein einen Kompromiss gefunden. Braun, der demnächst im Wirtschaftssektor selbstständig tätig sein und dennoch mehrere Tage pro Woche in Balingen zu sein plant, wird durch Foelsch wohl zeitlich einerseits entlastet. Andererseits soll der frühere Bundesliga-Spieler seinen „Co“ sozusagen weiter ausbilden. Denn: Erklärtes Ziel sei es, Foelsch mittelfristig als Cheftrainer aufzubauen, das teilte der Regionalliga-Klub am Dienstag mit, an dem gleichzeitig der Auftakt zur Wintervorbereitung fiel.

TSG-Sportvorstand Alexander Schreiner spricht von Ideallösung

Man wolle dem Eigengewächs mit Unterstützung durch den erfahrenen Ex-Profi und früheren Villingen-Trainer Braun die notwendige Zeit geben, um in die Position hineinzuwachsen, so Sportvorstand Alexander Schreiner. „Lukas Foelsch ist unsere Ideallösung nach dem Muster früherer Beispiele im eigenen Verein, aber auch bei Ligakonkurrenten oder gar im internationalen Fußball“, erklärte dieser. Dabei spiele eine zentrale Rolle, dass der frühere Aalener als Leistungsträger auf dem Platz aktuell unverzichtbar sei.

Volkwein, Bauer – und nun ein neues Duo

Braun ist nach Ralf Volkwein (im Oktober freigestellt) und Interimstrainer Bernd Bauer (kehrte auf eigenen Wunsch zur U18 zurück) bereits der dritter Balinger Chefcoach in dieser Runde. Foelsch, im Hauptberuf Realschullehrer, coachte bei der TSG schon früh Jugendteams, ist im Aktivenbereich aber noch ohne Trainererfahrung. Der 32-Jährige hatte zuvor mit dem Landesligisten TSV Straßberg kokettiert und verhandelt, der den Mittelfeldspieler gerne für die neue Runde als Spielertrainer zu sich geholt hätte. Die Balinger Verantwortlichen hatten zudem auch mit Alexander Eberhart gesprochen, der aber seinen bis zum Saisonende laufenden Vertrag beim FC 07 Albstadt erfüllen wird.

Vier Assistenztrainer als alte Bekannte

Unterstützt werden die beiden A-Lizenz-Inhaber von den bisherigen Co- und Spezial-Trainern Fabian Fecker, Stefan Vogler, Herbert Harsch und Artur Stopper. In die eigentliche Vorbereitung auf die Restrückrunde steigt der Regionalligist am 13. Januar ein – bereits in dieser Woche finden vorbereitende Leistungstests statt.

Brauns beachtliche Vita

Martin Braun war Profifußballer beim SC Freiburg, 1. FC Köln, Rapid Wien, Karlsruher SC und VfR Aalen. Zudem bekleidete er Funktionärsämter in Freiburg, Aalen und bei den Stuttgarter Kickers, wo er im Juni letzten Jahres allerdings als Sportchef entlassen wurde.

Foelsch mit Profivergangenheit in Aalen

Lukas Foelsch stammt aus dem Nachwuchs des TSV Laufen, wechselte als C-Junior zur TSG Balingen. Er stieg mit den Aktiven als Meister in die Oberliga auf und schloss sich 2009 für zwei Spielrunden dem damaligen Regionalligisten VfR Aalen an, mit dem er zudem WFV-Pokalsieger wurde. Nach seiner Rückkehr zur TSG war Lukas Foelsch Teil der Meistermannschaft, die 2018 den Aufstieg in die Regionalliga erreichte. In Balingen ist der verheiratete Vater eines Sohnes als zentraler Mittelfeldspieler eine prägende Figur auf dem Spielfeld und als Mitglied des Mannschaftsrates eines der Sprachrohre des Teams, dessen aktuell erfolgreichster Torschütze (6 Saisontore) er ist.

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