Langenburg / Ralf Mangold

Eine Arbeitsgruppe „Spielbetrieb“ hat Bezirksspielleiter Hartmut Megerle beim letzten Staffeltag des Fußballbezirks Hohenlohe ins Leben gerufen. Nun stellt er beim Halbzeitstaffeltag in Langenburg die ersten Ergebnisse vor, die nicht nur an diesem Abend für reichlich Gesprächsstoff bei den Vereinen sorgen dürften.

„Das sind alles nur Vorschläge. Macht euch jetzt mal Gedanken und dann wird das Thema beim nächsten Staffeltag im Sommer noch mal auf den Tisch kommen. Dort können wir gemeinsam beschließen, ob wir es so machen wollen oder nicht“, gab Megerle den Fußballabteilungsleitern mit auf den Weg. Zudem muss auch noch der Verband den beinahe revolutionären Veränderungen zustimmen.

Doch um was geht es eigentlich? Nach rund 35 Jahren soll es eine grundlegende Veränderung der Staffeleinteilungen geben, „die alten Einteilungen der A- und B-Ligen sind inzwischen völlig überholt. Es gibt immer weniger Mannschaften im Spielbetrieb und das sollte man auch bei der Einteilung berücksichtigen“, betont Megerle. „Die Fahrstrecken dürfen nicht zu lang werden.“

Die Neueinteilung der Staffeln nach regionalen Gesichtspunkten könnte schon zur Saison 2020/2021 erfolgen. Zudem soll die Staffelsollgröße der drei A-Ligen von 15 auf 14 reduziert werden, „da würden wir vier Spieltage einsparen und könnten so beispielsweise die Ostertage spielfrei halten“. Dies würde allerdings einen verstärkten Abstieg in der Saison 2019/2020 bedeuten. Da es dann möglicherweise mehr B-Ligisten gibt, könnte auch wieder eine B5 eingeführt werden. „Da gibt es auch die Überlegung, die Bezirksliga-Reserven wieder in eine Staffel zusammenzupacken“, erklärt Megerle.

„Spielabsagen bei der Reserve sollten die absolute Ausnahme sein“, fordert er die Vereine auf, hier möglichst einvernehmliche Lösungen für eine Verlegung zu suchen, statt einfach ein Spiel abzusagen. Außerdem wünscht sich der Bezirksspielleiter, dass wieder mehr Reservemannschaften gemeldet werden, statt die zweiten Mannschaften „als Kanonenfutter“ im regulären Punktspielbetrieb mitlaufen zu lassen. Es bestehe zudem die Möglichkeit für die Bezirksligisten – wie Braunsbach in dieser Saison –, an einer A-Liga-Reserverunde teilzunehmen.

Schirimangel ein Problem

Ein großes Problem für den Fußballbezirk ist der Schiedsrichtermangel. „Wir können nicht mehr alle Reservespiele besetzen“, berichtete Bezirksschiedsrichterobmann Volker Stellmach, „also meldet für den Neulingskurs.“ Gut angenommen wurde hingegen der neue Kinderschiedsrichterkurs. Einen Tag lang werden die 12- bis 14-Jährigen im Vorfeld geschult und dürfen dann E-Junioren-Spiele pfeifen. Die Idee hierbei ist, dass der ein oder andere Gefallen an dem Ehrenamt findet und später einen „richtigen“ Schiedsrichterkurs belegt. „Auch in diesem Jahr ist wieder ein Kurs für Kinder geplant.“ Stellmach appelliert an die Vereine, mehr Verständnis für die Neulinge zu haben.

Bewährt haben sich die Spielsperren statt der Zeitsperren, erklärte Michael Kukolic, Vorsitzender des Sportgerichts. Nur bei schweren Vergehen gebe es noch Zeitsperren. Die Spielsperren gelten auch über die Spielpause hinweg oder bei einem Vereinswechsel. Ausgenommen hiervon sind allerdings die Testspiele.

Für ein Problem hatte Kukolic allerdings auch keine zufrieden­stellende Lösung parat. Nicht alle Vereine haben eine Reservemannschaft. So kann es sein, dass ein Spieler, der beispielsweise in der Reserverunde eine Rote Karte bekommen hat und vier Spiele dafür gesperrt wurde, insgesamt sieben Wochen auch bei der ersten Mannschaft pausieren muss, da er bis zur Verbüßung der Sperre in dem Wettbewerb, in dem er den Platzverweis erhalten hatte, an keinem anderen Pflichtspielwettbewerb teilnehmen darf.

Keine wetterbedingten Ausfälle

In seinem Rückblick auf die Hinrunde freute sich Bezirksspielleiter Hartmut Megerle, dass es keine wetterbedingten Spielausfälle gab. Ein nicht hinnehmbares Ärgernis sei allerdings, dass die verbalen oder gar tätlichen Aggressionen gegenüber den Referees ständig zunähmen, „das muss sich schnell ändern“.

Die zuletzt vom Verband beschlossene neue Abstiegsregelung stellte Megerle vor. „Es kann theoretisch bis zu sieben Direktabsteiger aus der Bezirksliga geben.“ Es könnte auch in einer A-Liga mehr als zwei Absteiger geben. Um dies aufzufangen, wären allerdings auch hier Umgruppierungen möglich. Dies muss allerdings der Verbandsausschuss noch genehmigen.

Auslosung der Relegation

Der letzte freie Platz in der Bezirksliga wird zukünftig in einem Halbfinale und einem Finale ausgespielt. Öffentlich wurden die Partien beim Halbzeitstaffeltag von Staffelleiterin Gaby Söllner als Glücksfee ausgelost. Der Relegationsteilnehmer aus der Bezirksliga trifft somit auf den Zweiten der Kreisliga A3. Die Tabellenzweiten der A2 und A1 spielen folglich den zweiten Endspielteilnehmer aus. Für die Ausrichtung der Relegationsspiele kann man sich noch bewerben.

Erdinger-Meister-Cup in Hohenlohe

Der nächste Neulingskurs für Schiedsrichter startet am 16. März und findet in Niederstetten und Blaufelden statt. Geplant sind weitere Lehrgänge im Mai bei der Schiedsrichtergruppe (SRG) Künzelsau/Öhringen und im Oktober bei der SRG Schwäbisch Hall.

Das erste Relegationsspiel am Ende dieser Runde ist für den 13. Juni angesetzt, das letzte findet am 21. Juni statt. Die Vorrunde des Erdinger-Meister-Cups ist am 15. Juni in Niedernhall. Weitere wichtige Termine sind am 8. Juli die Pokalauslosung im HT-Forum in Crailsheim und am 19. Juli der nächste Staffeltag in Matzenbach.