Die torlose Verlängerung im Endspiel des Hallenfußball-Stadtpokals Ulm /Neu-Ulm zwischen den beiden Klubs TSG Söflingen und SV Lilijan Ulm war am Sonntag bereits beendet. Beim Stand von 2:2 hätte der Sieger im Zehn-Meter-Schießen ermittelt werden sollen. Doch bevor es dazu kommen konnte, eskalierte die Situation in der Kuhberghalle – allerdings nicht auf dem Spielfeld.

Flasche geworfen: Söflinger Spieler mit Platzwunde in Klinik

Hauptschauplätze waren die Seitenbande und die Zuschauerränge. Dort kochten die Gemüter zwischen Anhängern von Srbija Ulm und Söflinger Spielern über. Erst wurden rassistische Äußerungen gegenüber TSG-Akteur Kidane Nahom geäußert, dann folgte ein Bananenwurf in Richtung des 25-jährigen Bezirksliga-Kickers. Daraufhin entwickelte sich ein Handgemenge zwischen Spielern und Zuschauern, das nur schwer aufzulösen war. Aus der Schlägerei heraus warf ein Fan aus dem Srbija-Lager eine Flasche und traf TSG-Spieler Moritz Fichter am Kopf. Er wurde mit einer Platzwunde vom Rettungswagen abtransportiert.

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Schwäbisch Hall

Viele Zuschauer beim Stadtpokal sind völlig fassungslos

Grund für die Eskalation war das vorangegangene Endrundenspiel zwischen der TSG  Söflingen und dem FC Srbija (3:2). Dort hatten sich Srbija-Spieler – unter anderem vom Schiedsrichter – ungerecht behandelt gefühlt. Bereits in diesem Duell war zum ersten Mal Fichter der Leidtragende. Ihm spuckte ein Srbija-Akteur ins Gesicht.

„Mit Fußball hat das nichts zu tun“, sagte Edin Mandzukic, der gemeinsam mit Lisa Hartmann das Turnier organisiert und geleitet hatte, über Mikrofon. Die überwiegende Mehrheit der Zuschauer, welche die Finalisten zuvor lautstark angefeuert hatten, konnten das Geschehen kaum fassen. Es wurde sehr still in der Kuhberghalle. Letztlich wurde die Polizei alarmiert und der Flaschenwurf aufgrund von Körperverletzung zur Anzeige gebracht.

Stadtpokal-Endspiel nach Eklat nicht gewertet

Der sportliche Wert des 39. Hallencups löste sich durch die unschönen, völlig unnötigen Ereignisse in Luft auf. Der FC Birumut Ulm hatte das Spiel um Platz fünf gegen den SV Thalfingen 4:1 gewonnen. Srbija Ulm wurde Dritter, der Bezirksliga-Aufsteiger bezwang das Team des Ausrichters SV Offenhausen 7:4.

Das Endspiel wurde nicht gewertet. Erstmals in der Historie des Hallenturniers gibt es zwei „Sieger“, da beide Mannschaften nach den Vorfällen auf das Zehn-Meter-Schießen verzichteten. Bester Torschütze des Stadtpokals wurde Novica Stanic (Srbija, 13 Treffer).