Das Aufstiegsfinale hatte noch gar nicht begonnen, da gab es bereits den ersten Aufreger, denn der Wettergott meinte es nicht gut mit den Akteuren und den 650 Zuschauern in Wäschenbeuren, es goss wie aus Kübeln. Hinzu kamen Blitz und Donner, weshalb der souverän leitende Unparteiische Jonathan Woldai die Partie zwischen dem Bezirksligisten TSV Denkendorf und dem FV Faurndau, Vizemeister der Kreisliga A 3, mit halbstündiger Verspätung anpfiff.

FV Faurndau kommt nur langsam ins Spiel

„Ich weiß nicht, ob es an dieser Verzögerung lag“, spekulierte Metin Kartal, warum seine Elf nur schleppend in die Begegnung fand. Der Trainer des FV Faurndau sah seine Mannen zunächst zu passiv, „wir hatten wenig Zugriff im Zentrum.“ Folglich war Denkendorf zunächst das bestimmende Team und hatte durch Mittelstürmer Sebastian Ullmann die erste Gelegenheit (9.), auf der Gegenseite verzeichnete Leu den ersten gefährlichen Abschluss (16.). Ullmann brachte den Bezirksligisten verdient in Führung, voraus ging ein Patzer von FVF-Keeper Skrzpiec, der an der Außenlinie den Ball vertändelte. Die folgende Flanke verwertete Ullmann unbedrängt (19.).

Nach Führungstor des TSV Denkendorf wachen die Fußballer aus Faurndau auf

Dieser Gegentreffer wirkte als Wachmacher für die Kartal-Truppe, die nun konzentrierter zu Werke ging, das Heft des Handelns immer mehr in die eigenen Hände nahm und bereits im ersten Durchgang in Führung hätte gehen könne. „Nach den Schwierigkeiten zu Beginn sind wir besser reingekommen“, merkte Kartal an und sah, wie sich Geburtstagskind Philipp Hänßler nach einer Flanke am höchsten schraubte und zum 1:1 einköpfte (32.). Dann scheiterten Leu und Mayer bei einer Doppelchance (38.) genauso wie Hänßler (45.) am starken TSV-Keeper Schulze.

Das 2:1 fällt direkt nach der Halbzeitpause

Doch auch der Schlussmann war nach dem Seitenwechsel machtlos: Nach einem kapitalen Fehlpass kam Michael Moll 15 Meter vor dem Gehäuse an den Ball und traf aus halbrechter Position mit einem trockenen Flachschuss zum 2:1 (47.). Damit war Denkendorf gefordert. Die Mannschaft von Übungsleiter Thorsten Schöllkopf zeigte eine Reaktion und hatte drei gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Das Tor allerdings fiel auf der anderen Seite, wo Patrick Haug an der Strafraumgrenze mit dem Rücken zum Tor angespielt wurde und aus der Drehung den Ball in die Maschen schlenzte (64.).

Nach dem dritten Gegentreffer scheint dem TSV der Glauben zu fehlen

Nach dieser kalten Dusche versuchte Denkendorf nochmals, ins Spiel zurückzufinden, doch den Angriffsbemühungen fehlte der letzte Glaube, dem Geschehen eine Wende geben zu können. Gegen die gut geordnete FVF-Defensive kam der TSV zu keinen nennenswerten Torraum-Situationen mehr und geriet nach 79 Minuten auch noch in Unterzahl. Spätestens mit diesem Platzverweis war das Relegationsfinale entschieden und Fans und Verantwortliche der Dittlau-Equipe bereiteten sich auf die Aufstiegsfeierlichkeiten vor.

David Leu macht in der 84. Minute den Sack zu

Bevor diese vollends starten konnten, setzte Routinier David Leu auf dem Rasen den Schlusspunkt und traf zum 4:1-Endstand (84.). Der Erfolg fiel vielleicht ein Tor zu hoch aus, war aber insgesamt hochverdient, wie Kartal resümierte: „Bis auf die Anfangsphase hatten wir das Spiel im Griff, das haben die Jungs super gemacht. Ihnen gebührt Hochachtung und Respekt nicht nur für diese 90 Minuten, sondern für die ganze Saison. Unser Ziel war von Anfang an der Aufstieg, den haben wir jetzt über die Relegation geschafft. Ich denke wir sind für die Bezirksliga gut gerüstet“, warf der 36-Jährige zum Schluss noch einen Blick nach vorne, bevor er die übliche Bierdusche über sich ergehen lassen musste.

FV Faurndau: Skrzpiec – Kurtcu, Baum, Pilz, Ponomartschuk, Leu (87. Lleshaj), Mayer (65. Nehir), Hänßler (82. Zimmermann), Malerba, Haug (87. Klein), Moll.

TSV Denkendorf: Schulze – Dunz (72. Ramser), Demaili, Kurka, Deuschle, Zahner, Brandner, Gil, Driessen (60. Buchwald), Kurz (77. Kukaj), Ullmann (60. Riccio).

Tore: 0:1 Ullmann (19.), 1:1 Hänßler (32.), 2:1 Moll (47.), 3:1 Haug (64.), 4:1 Leu (84.).

SR: Jonathan Woldai (Filderstadt). – Zuschauer: 650. – Rote Karte: Kukaj (79., Tätlichkeit).