In der Regel schauen rund 400 Zuschauer die Spiele des TSV Ilshofen an. Für Dario Caeiro, Vorstand Fußball beim TSV, war das Auswärtsspiel daher „das diesjährige Highlight für unsere Fans. Es sind viele in das tolle Stadion mitgereist“.

Und auch sonst waren die Ausgangsbedingungen vergleichbar mit dem letzten Auftritt der Ilshofener auf der Waldau. Im WFV-Pokalfinale, als man gegen den SSV Ulm um den Pokalsieg spielte, war es auch diesmal ein Gegner mit ruhmreicher Vergangenheit. Gegen die Stuttgarter Kickers waren die Hohenloher der klare Außenseiter. Die Kickers thronen nach ihrem Abstieg aus der Regionalliga nach mühsamem Start mittlerweile souverän an der Tabellenspitze der Oberliga Baden-Württemberg. Es sieht nach direktem Wiederaufstieg aus. Trotzdem wollte es der TSV in seinem zweiten Spiel auf der Waldau besser machen, als beim 0:3 gegen die Ulmer Spatzen.

Ausgeglichenes Hinspiel

Dass das kein reines Wunschdenken war, hat das Hinspiel in Ilshofen gezeigt, als man das Spiel lange ausgeglichen halten konnte und nur knapp mit 0:1 verlor. Doch gefühlt ist dieses Spiel schon sehr lange her. Die Ausbeute im Fußballjahr 2019 beträgt bisher maue vier Punkte. Keine Frage, dass da ein Überraschungserfolg gegen den Goliath der Liga guttun würde.

Momentan tut sich die Kettemann-Truppe sehr schwer, Torchancen zu kreieren. Caeiro kennt auch den Grund dafür: „In der Rückrunde bekommen wir es nicht mehr hin, offensiv richtig gefährlich zu werden. In den entscheidenden Räumen vor dem gegnerischen Tor schaffen wir es nicht mehr, die Bälle zu halten und verlieren diese zu leichtfertig.“

Das Spiel bei den Stuttgarter Kickers begann denkbar schlecht, schließlich geriet man nach sechs Minuten in Rückstand. Nach Vorarbeit von Kickers-Torjäger Mijo Tunjic vollendete Valentino Stepcic zur frühen Führung. In der Folge zogen die blauen Hausherren ihr Spiel auf und ließen den TSV Ilshofen kaum zur Entfaltung kommen. Nach einer knappen halben Stunde erhöhte Tunjic dann selbst auf 2:0, was gleichzeitig auch den Halbzeitstand bedeutete.

Die Gäste aus Ilshofen hatten ihre beste Phase ab der 35. Minute, als die Kickers etwas nachlässig wurden und den Aufsteiger ins Spiel kommen ließen. Doch es passte ins Bild, dass daraus kein Kapital geschlagen werden konnte. Die beste Gelegenheit hatte TSV-Angreifer Benjamin Kurz, der aber in Kickers-Schlussmann Ramon Castellucci seinen Meister fand.

Miftari staubt zum 3:0 ab

Nach der Pause waren die Gastgeber wieder konzentrierter und gaben weiterhin den Ton an. An diesem Tag war der Gegner für Ilshofen zu übermächtig. Nach gut zehn gespielten Minuten im zweiten Abschnitt konnte Karel Nowak nach einer Ecke durch eine Glanzparade zunächst noch Schlimmeres verhindern. Der daraus resultierende Abpraller fiel Shkemb Miftari jedoch direkt vor die Füße. Es stand 0:3.

Für die Kickers aber noch nicht genug. Die Heimmannschaft präsentierte sich vor den zahlreichen Anhängern weiter in Torlaune. Das wohl schönste, weil toll herausgespielte, Tor sollte in der 64. Minute folgen. Der erneute Torschütze Stepcic leitete die Situation selbst ein, spielte den Ball weiter auf Miftari. Der Linksaußen hebelte durch einen Lupfer die komplette Abwehrkette des TSV aus und fand Michael Klauß. Der mitgelaufene Verteidiger marschierte bis zur Grundlinie durch, legte den Ball zurück auf Initiator Stepcic, der überlegt abschloss. Den Schlusspunkt unter das einseitige Spiel setzte dann der eingewechselte Sebastian Schaller mit dem fünften Streich in der 72. Minute.

Angesichts dieser Packung war Dario Caeiro nach dem Spiel geknickt. „Wir sind schwer in die Partie gekommen und fangen dann direkt das frühe Gegentor. Das Endergebnis ist natürlich bitter und tut weh, weil wir spielerisch gut mitgehalten haben. Im Angriff fehlt uns aber einfach die Klasse und auch das Glück, selbst Tore zu erzielen.“

Für den TSV stehen nun zwei Heimspiele in Folge an, in denen sie gegen die direkten Konkurrenten Pforzheim und Friedrichstal die so wichtigen Punkte für den Klassenerhalt holen können.

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So spielten sie


Stuttgarter Kickers –
TSV Ilshofen

5:0

Tore: 1:0 Valentino Stepčić (6.), 2:0 Mijo Tunjic (29.), 3:0 Shkemb Miftari (54.), 4:0 Valentino Stepčić (64.), 5:0 Sebastian Schaller (72.)

Ilshofen: Karel Nowak, Maximilian Egner, Ralf Kettemann, Lamar Yarbrough, Ramazan Kandazoglu, Benjamin Kurz (62. Sangar Aziz), Carl Murphy (76. Lars Fischer), Niklas Wackler, Simon Wilske (85. Marcel Hossner), Lukas Lienert, Daniel Schelhorn (69. Jonas Lausenmeyer)