Fußball-Oberliga Ilshofen verliert unglücklich gegen Reutlingen

Ilshofens Niklas Wackler (rot) behauptet sich im Zweikampf gegen einen Reutlinger Spieler. Im Hintergrund sind die mitgereisten Fans des ehemaligen Zweitligisten zu sehen.
Ilshofens Niklas Wackler (rot) behauptet sich im Zweikampf gegen einen Reutlinger Spieler. Im Hintergrund sind die mitgereisten Fans des ehemaligen Zweitligisten zu sehen. © Foto: Rolf Müller
Ilshofen / Viktor Taschner 03.12.2018
Trotz einer guten Leistung unterliegt der TSV Ilshofen dem favorisierten SSV Reutlingen 1:2. Die beiden Gegentreffer fallen erst kurz vor Schluss.

Auch im letzten Pflichtspiel des Jahres haben die Ilshofener Fußballer ein packendes Spiel abgeliefert. 87 Minuten lang haben sie den Favoriten aus Reutlingen im Griff gehabt. Nach dem Schlusspfiff sinken die Männer in Rot aber enttäuscht zu Boden, denn sie stehen ohne Zählbares in der Hand da. Trotz Führung bis zur 86. Minute verlieren sie in der Schlussphase mit 1:2.

Die erste Überraschung des Tages zeigt sich beim Blick auf die Aufstellungen. Der Name Kettemann fehlt bei den Gastgebern in der Startformation. „Ich habe beim Abschlusstraining einen Pferdekuss abbekommen. Deswegen konnte ich nicht spielen“, klärt Ralf Kettemann auf. Sein Fehlen fällt jedoch am Samstagnachmittag vor rund 450 Zuschauern kaum auf, da der TSV mal wieder eine couragierte Defensivleistung zeigt. Mit dem nötigen Biss und der läuferischen Arbeit setzen sie dem SSV Reutlingen zu. Der ehemalige Zweitligist kommt nur ganz schwer ins Spiel. Lediglich nach zehn Minuten lassen die Ilshofener eine Torchance zu, als Cristian Gilés Sanchez für Reutlingen aus kurzer Distanz vergibt. Es sollte die einzige Möglichkeit der Gäste in Hälfte ein bleiben. Auffälliger als die Gästemannschaft sind vielmehr die rund 50 Gästefans, die an der Gegengeraden lautstark ihren SSV unterstützen. Da die Reutlinger Ultras nicht immer friedlich gewesen sind in der Vergangenheit, stehen an diesem Tag auch mehrere Polizeiwagen und rund 50 Beamte im und um den Sportplatz bereit, um im Ernstfall einzugreifen.

Kandazoglu mit der Führung

Auf dem Rasen nutzt dann die Heimelf seine erste Möglichkeit. Nach einem Eckball steigt Baba Mbodji hoch und köpft den Ball aufs Tor. Den abgewehrten Ball drückt dann Ramazan Kandazoglu über die Linie. Auch danach bestimmt der TSV bis zur Halbzeit das Spiel, indem er defensiv stabil agiert und die Mehrzahl der Zweikämpfe für sich entscheidet.

Auch nach dem Seitenwechsel verändert sich das Geschehen nicht. Die enttäuschenden Reutlinger finden keine Lücke und keine Mittel, die gut organisierten Ilshofener ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Einmal liegt der Ball zwar nach rund 70 Minuten im TSV-Tor, aber der souverän leitende Schiedsrichter entscheidet auf Abseits – was die Reutlinger Anhänger mit wütenden Tritten gegen die Werbebande quittieren.

Die möglichen und durchaus verdienten drei Punkte entgleiten den Ilshofenern kurz vor dem Ende. Der Ausgleich fällt ähnlich wie das 1:0. Ein Eckball segelt in den Strafraum. Der TSV bekommt den Ball nicht weg. Im Getümmel schafft es dann der eingewechselte Onesi Kuengienda, das Spielgerät ins Netz zu setzen. Der Treffer setzt nun bei den Reutlingern weitere Kräfte frei, während die Hausherren angeknockt wirken. Tatsächlich gelingt es den Gästen, Ilshofen nach einer weiteren Standardsituation den K.O.-Schlag zu versetzen. Der bis dato unauffällige Gilés Sanchez, der acht Spiele lange wegen einer roten Karte gesperrt war, trifft bei seinem Comeback in der 90. Minute zum 1:2. Die komplette SSV-Mannschaft, Ersatzspieler und Betreuer rennen über den halben Platz zu den Reutlinger Fans und lassen sich feiern. Auch nach dem Schlusspfiff stimmen sie ihre Gesänge für einen sehr glücklichen Auswärtssieg an.

„Es war ganz schwierig auf diesem Platz Fußball zu spielen“, sagt Reutlingens Trainer Teodor Rus über den tiefen, weichen Boden. „Es war wichtig, dass wir daran geglaubt haben und mit dem Willen zurückgekommen sind. Ilshofen hat eine ganz starke Mannschaft“, zollt Rus dem Gegner Respekt. „Das ist irgendwie normal, dass die Mannschaft, die den späten Ausgleich macht, dann nochmal Rückenwind bekommt“, sagt Ilshofens Spielertrainer Ralf Kettemann. „Ich glaube nicht, dass uns heute  die Kraft ausgegangenen ist. Es gibt viele Fußballspiele, bei denen die Platzbedingungen gut sind und man trotzdem am Ende Standardtore kassiert.“ Dennoch ist Kettemann „maximal zufrieden“ mit der Leistung seiner Elf. „Es war ein sehr starkes Spiel von uns, weil wir wenig zugelassen haben.“

Zum Abschluss der Hinrunde spricht der Spielertrainer seiner Mannschaft ein großes Kompliment aus: „Es lief quasi perfekt, Hut ab davor. Wir wissen wer bei uns spielt und können es deshalb am besten einschätzen. Das ist herausragend.“ Ilshofen überwintert als Aufsteiger auf Platz 10 mit 28 Punkten, weit entfernt von den Abstiegsrängen.

So spielten sie

TSV Ilshofen – SSV Reutlingen

1:2

Tore: 1:0 Ramazan Kandazoglu (18.), 1:1 Onesi Kuengienda (87.), 1:2 Cristian Gilés Sanchez (90.)

Ilshofen: Karel Nowak, Dominik Rummler (77. Simon Wilske), Lamar Yarbrough, Maximilian Egner, Baba Mbodji, Carl Murphy (83. Michele Varallo), Daniel Schelhorn, Ramazan Kandazoglu, Niklas Wackler, Sangar Aziz (89. Kevin Lehanka), Lukas Lindner (70. Benjamin Kurz)

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel