Ab zum Fanblock, die La-Ola-Welle starten. Dann die Freudengesänge anstimmen wie „Die Nummer 1, die Nummer 1 der Stadt sind wir“ oder „Einmal Steinbach, immer Steinbach, hey, hey“. Die meisten Spieler des SC hatten dieses Glücksgefühl bereits vor einem Jahr. Auch heuer ging der Titel des Stadtmeisters bei den Aktiven an den SCS.

Dass das Team von Trainer Marc Greiner an diesem Samstagabend in der gut besuchten Hagenbachhalle den besten Hallenfußball gezeigt hat, war augenscheinlich. Auf dem engen und ziemlich rutschigen Hallenfeld sind kleine, wendige und technisch gute Spieler im Vorteil und die Steinbacher haben eine Mehrzahl davon in ihren Reihen. „Es war ein hochverdienter Turniersieg“, fasste Greiner zusammen. Warum spielt sein Team in der Halle so stark auf? „Es gibt ja nicht viele Titel zu holen in der Saison, daher nehmen wir die Stadtmeisterschaft schon ernst“, erklärt Greiner.

Das einzige Team, das den Steinbachern Paroli bieten konnte, waren die Sportfreunde Hall, die mit einer verstärkten U 19-Truppe teilnahmen. Bereits am frühen Nachmittag gewannen die Sportfreunde ein Testspiel auf dem Kunstrasen Schenkensee gegen die TSG Backnang mit 3:1. In der Halle am Abend trug dann nur Günter Schmidt aus der Landesliga-Stammformation das Sportfreunde-Trikot.

Rangelei nach Schiri-Entscheidung auf Handspiel

Im Finale stellte Steinbach schon in der ersten Minute die Weichen auf Sieg. Nach nur 15 Sekunden geriet ein Rückpass der Sportfreunde auf den Torwart zu kurz und Steinbachs Torjäger Dario Patané schob zum 1:0 ein. Gerade mal eine Minute war gespielt, als Steinbach nach einer Freistoßvariante auf 2:0 durch Benjamin Bühler erhöhte. Nach 3:30 Minuten stand es dann 3:0. Angelo Callerame staubte per Kopf einen zurückprallenden Ball vom Innenpfosten ab. Die jungen Sportfreunde ließen sich aber nicht unterkriegen und kamen sogar auf 2:3 durch Tore von Dogukan Kaplan und Johannes Haderecker heran.

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Sehr hektisch wurde es in der Schlussminute. Die Sportfreunde nahmen den etatmäßigen Torhüter raus und stellten einen fünften Feldspieler ins Tor, der mit nach vorne gehen sollte. Bei einem Steinbacher Eckball ging der neue Torwart in seinem Strafraum mit der Hand zum Ball. Da er jedoch nicht ein anderes Trikot trug als seine Mitspieler und somit nicht klar war, wer der Torwart ist, entschied der Schiedsrichter auf Neunmeter. Da beide Teams in blauen Trikots spielten, mussten die Haller Trainingsleibchen anziehen. Die Sportfreunde protestierten beim Referee, einige Steinbacher mischten sich in die Diskussion ein, eine kleine Schubserei von beiden Seiten inbegriffen. Beim Stadtpokal in Ulm eskalierte eine solche Situation – das Finale musste abgebrochen werden. Als die Fronten zsichen Steinbach und den Sportfreunden geklärt waren, drosch Benjamin Bühler den Strafstoß in den linken Winkel zum 4:2, was dann auch der Endstand war.

Individuelle Fehler brechen den Sportfreunden das Genick

„Wenn der fünfte Feldspieler sein Leibchen ausgezogen hätte, dann hätte er ein blaues Trikot gehabt wie der Gegner. Das war das Problem. Deswegen hat er sein Leibchen angelassen. Aber es war dann auch mein Fehler“, beschreibt Sportfreunde-Trainer Marco Dahmen den kuriosen Strafstoß. Er betreut die U 19 der Haller und ist Co-Trainer der Landesliga-Elf. „Im Finale haben wir am Anfang zu viele individuelle Fehler gemacht, aber insgesamt haben die Jungs heute eine gute Leistung gezeigt“, lobt Dahmen.

Ebenfalls ein starkes Turnier spielte Bibersfeld, das sich Rang 3 sicherte. Dabei musste der SC einen Schreckmoment verdauen, als sich im Halbfinale Torwart Willi Eifeld und Sportfreunde-Spieler Liburn Memeti nach einem unglücklichen Zusammenprall verletzt liegen blieben. Von den Sanitätern gestützt und mit aufmunterndem Applaus von den Rängen verließ der Bibersfelder Schlussmann das Feld. Beim Spiel um Platz 3 musste ein Feldspieler ins Tor. Auch Memeti fehlte im Finale. Jedoch sei die Knieverletzung nicht so gravierend, hieß es nach Turnierende aus dem Kreis der Bibersfelder.

Am Vormittag fuhr der SC Steinbach bereits den ersten Stadtmeistertitel den Tages ein. In einem spannenden und ausgeglichenen Finale der D-Junioren gewann der SC gegen die Sportfreunde mit 2:1. Den Titel-Hattrick verpassten die Kicker von der Comburg nur, weil die Ü 32-Senioren des TSV Hessental dazwischenfunkten. Das Team um die ehemaligen Bezirksligagrößen Patrick Walz und Eugen Kunz siegte im Endspiel gegen Steinbach mit 2:0.

„Organisatorisch hat alles gut gepasst“, sagt Stefan Häberle vom diesjährigen Ausrichter SV Tüngental. Auch der Stadtverband für Sport als Veranstalter zeigte sich zufrieden mit dem Turnierverlauf. Zusammen mit den Stadtmeisterschaften im Tischtennis, die eine Woche zuvor ausgetragen wurden, wendet der Stadtverband rund 3500 Euro dafür auf. „Darunter fallen beispielsweise die Hallenmiete, die Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes und die Preise“, zählt Helmut Mohr, zweiter Vorsitzender des Stadtverbands auf. Neben Urkunden und Pokal gab es für alle Teams einen neuen Ball, für die D-Junioren Eintrittskarten fürs Schenkenseebad und für die Ü 32-Senioren zwei Flaschen Wein.